Die Bauarbeiten in der Meiendorfer Straße, zwischen Oldenfelder Stieg/Berner Straße und Wildgansstraße, werden am Freitag, 22. Dezember 2017 vorläufig beendet. Ab Samstag ist die Meiendorfer Straße dann wieder in beide Richtungen befahrbar, ebenso die Berner Straße. Die ausgeschilderten Umleitungen werden aufgehoben, die Buslinien 24 und 275 fahren wieder ihren gewohnten Linienweg. Vorläufig – denn bereits Anfang Februar, früher als ursprünglich geplant, beginnen die eigentlichen Straßenbauarbeiten, die erneut mit Einschränkungen verbunden sind.

„Die Bauarbeiten in der Meiendorfer Straße kommen erkennbar gut voran. Nachdem zunächst die Leitungen im Untergrund erneuert wurden, erhalten die betroffenen Anwohner und Verkehrsteilnehmer nun erst einmal eine Verschnaufpause, bevor Anfang Februar die eigentlichen Straßenbauarbeiten starten. Am Ende der Bauarbeiten im Herbst 2018 wird es eine komplett neue Fahrbahn ohne Schlaglöcher, Risse und Rillen geben, außerdem erstmals größtenteils mit Platten befestigte Gehwege und überhaupt Radwege, die bislang gänzlich fehlen. Durch den früheren Baubeginn für die Straßenbauarbeiten besteht die Aussicht, dass die Bauarbeiten bei gutem Verlauf insgesamt auch eher abgeschlossen werden können als bislang geplant“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter, der sich seit Jahren für den Neubau der Meiendorfer Straße einsetzt.

Die Fahrbahn der Meiendorfer Straße ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Auch die vorhandenen Rad- und Fußwege sind, wenn überhaupt vorhanden, nicht mehr zeitgemäß. Die Aufteilung der gesamten Straßenbreite berücksichtigt nicht alle Verkehrsteilnehmer. Zudem sind die aktuellen gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt. Radfahrer und Fußgänger müssen sich einen Bereich teilen. An der Bushaltestelle Schneehuhnkamp treffen alle Verkehrsteilnehmer ungeordnet aufeinander. Baumwurzeln zerstören die Nebenflächen, haben jedoch nicht genug Platz für ein gesundes Wachstum. Mit der Sanierung soll eine Verbesserung für alle Anwohner und Verkehrsteilnehmer erreicht werden, egal ob sie zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Bus oder mit dem Auto unterwegs sind.

Am 31. August 2017 hatte der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) die abgeschlossene Planung für den Ausbau dieses letzten, 800 Meter langen Abschnitts der Meiendorfer Straße öffentlich im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr der Bezirksversammlung Wandsbek vorgestellt. Die Planungsunterlagen (Erläuterungsbericht und Lagepläne) der so genannten Schlussverschickung können hier heruntergeladen werden: https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1006985

Im Gegensatz zu ersten Planungsentwürfen wurde die endgültige Planung abgespeckt, insbesondere um den erforderlichen Grunderwerb deutlich zu reduzieren. Im Rahmen des Neubaus der Meiendorfer Straße sind u.a. folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • Die Fahrbahn soll auf 7 Meter leicht verbreitert werden, statt heute 6,50 Meter. In einem kurzen, 160 Meter langen Abschnitt zwischen Starckweg und Gerstenwiese muss es allerdings bei den bisherigen 6,50 Meter bleiben, da hier der zur Verfügung stehende Straßenquerschnitt eine breitere Fahrbahn nicht zulässt. Zusätzliche Abbiegespuren wird es, anders als in der umstrittenen ersten Planung vorgesehen, keine geben können, weil der Platz hierfür nicht ausreicht.
  • Die Fußwege sollen in der Regel zwei Meter breit und mit Gehwegplatten befestigt werden. An zwei kurzen Engstellen wird der Gehweg nur 1,50 Meter (vor Meiendorfer Straße 25/25a), 1,65 Meter (vor Meiendorfer Straße 64-68) bzw. 1,85 Meter (vor Meiendorfer Straße 15 und 29) breit sein. Sowohl an den Bushaltestellen als auch an den Fußgängerquerungen und der Lichtsignalanlage sowie entlang der Radwege weisen taktile Leitelemente (Noppen- und Rippenplatten) sehbehinderten Menschen zukünftig den Weg. Bordsteine werden abgesenkt. Dort, wo schützenswerte Bäume im Weg stehen, müssen sich Fußgänger und Radfahrer jeweils kurze Abschnitte des dort auch nur in Grand befestigten Weges teilen. Dies wurde in der Bürgerversammlung als tragbarer Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessen angesehen.
  • Im Zentrum der Planung steht die Notwendigkeit, Radverkehrsanlagen zu bauen, die es hier derzeit nicht gibt. Radfahrstreifen auf der Fahrbahn wären hier grundsätzlich denkbar, allerdings müssten dann alle Straßenbäume gefällt werden, um die Fahrbahn entsprechend verbreitern zu können. Deshalb werden hier klassische Radwege mit einer Breite von 1,625 Meter gebaut. An neun erhaltenswerten Bäumen ist es nicht möglich, Geh- und Radwege getrennt voneinander regelkonform herzustellen, ohne ganz erheblich in die privaten Vorgärten einzugreifen. An diesen kurzen Engstellen ist eine Grandbefestigung statt Betonplatten (Gehwege) und Betonsteinpflaster (Radwege) vorgesehen. Für die Radwege wird die Benutzungspflicht angeordnet.
  • Für den ruhenden Verkehr ist die Anlage von 2,10 Meter breiten Längsparkständen vorgesehen. Aufgrund der beengten, örtlichen Verhältnisse ist dies nur abschnittsweise möglich. Insgesamt werden 33 öffentliche Pkw-Stellplätze ausgewiesen. Mehr wären nur möglich gewesen, wenn mehr Anlieger Grundstücksstreifen verkauft hätten.
  • Die öffentliche Beleuchtung wird erheblich verbessert: Die Beleuchtung wird komplett neu errichtet. 16 Leuchten werden zurückgebaut, 26 neue Leuchten aufgebaut, der Abstand zwischen den einzelnen Leuchten also deutlich verringert. Außerdem werden die Leuchten neu positioniert, so dass ihr Licht nicht durch die großen Bäume, die stehen bleiben, abgeschirmt wird. Das kommt insgesamt auch der besseren Beleuchtung der Nebenflächen (Geh- und Radwege) zugute.
  • Straßenbegleitgrün: Ziel der Planung ist es, möglichst gesunde und straßenbildprägende Bestandsbäume zu erhalten. Deshalb müssen sich Fußgänger und Radfahrer an neun erhaltenswerten Bäumen jeweils kurze Abschnitte des dort auch nur in Grand befestigten Weges teilen. Elf Bäume in den heutigen Nebenflächen müssen allerdings gefällt werden, weiterhin sind 13, zum Teil kleine Bäume auf den zu erwerbenden Grundstücksflächen zu fällen. Geplant ist, straßenbegleitend 13 neue Bäume in den Nebenflächen als Ersatz zu pflanzen.
  • Die Bushaltestellen Schneehuhnkamp sollen in beiden Richtungen etwas stadteinwärts verlegt werden, um den derzeit sehr ungleichen Abstand zu den nächstgelegenen Haltestellen (Bargteheider Straße und Saseler Straße) zu optimieren. Die Bushaltestelle stadteinwärts (zukünftig in Höhe Hausnummer 49) wird als Busbucht angelegt, die Haltestelle stadtauswärts (zukünftig in Höhe Hausnummern 36/38) als Buskap (am Fahrbahnrand). Eine zweite Busbucht, die der LSBG nach der Bürgerversammlung im Mai 2016 noch einmal intensiv geprüft hatte, lassen die Platzverhältnisse hier nicht zu. Die Fußgängerampel, aktuell in Höhe Schneehuhnkamp gelegen, wird mit den Bushaltestellen zwischen die Straßen Gerstenwiese und Gerstenkoppel versetzt. Um den Ein- und Ausstieg insbesondere für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste zu erleichtern, werden erhöhte Bordsteine („Bussonderborde“) eingebaut. Beide Richtungshaltestellen werden Fahrgastunterstände behalten. Für Radfahrer werden an der stadteinwärts gelegenen Haltestelle acht Fahrradanlehnbügel aufgestellt.
  • Die Straßenentwässerung wird durch einen neu zu erstellenden Straßenentwässerungskanal in der Straße ersetzt. Das anfallende Regenwasser soll wie bisher über die Krögerstraße in den Teich des Meiendorfer Grabens und anschließend in die Wandse abgeleitet werden. Zur Reinigung des anfallenden Regenwassers ist eine unterirdische Regenwasserbehandlungsanlage geplant.

Diese Straßenbaumaßnahme ist der vierte und letzte Abschnitt im Rahmen des Neubaus der Meiendorfer Straße. Zwischen Wildgansstraße und Spitzbergenweg (rund 650 Meter) ist die Meiendorfer Straße bereits in drei Abschnitten in den Jahren 2009, 2013 und 2015 neu gebaut worden. Nach Fertigstellung des letzten Abschnitts wird die rund 1,5 Kilometer lange Meiendorfer Straße zwischen Oldenfelder Stieg/Berner Straße und Spitzbergenweg endlich komplett saniert sein und über anständige Geh- und Radwege verfügen.


Korrektur vom 8. Januar 2018: In einer früheren Fassung dieses Beitrags war davon die Rede, dass vor Meiendorfer Straße 29 bis 33 zusätzliche Parkstände in Schrägaufstellung vorgesehen seien. Jedoch werden auch hier Parkstände in Längsaufstellung gebaut.