Die Baugenehmigung für die neue U-Bahn-Haltestelle Oldenfelde liegt vor, im Februar 2018 werden die Bauarbeiten beginnen. Zuvor erfolgen ab Herbst bereits vorbereitende Arbeiten. Vorangegangen war ein umfassender Planungsprozess, an dem sich Bürgerinnen und Bürger mit wertvollen Hinweisen und Vorschlägen beteiligt haben. Am vergangenen Freitag bedankte sich die HOCHBAHN bei Anwohnerinnen und Anwohnern mit Kaffee und Kuchen für diese Unterstützung.

Außerdem informierte die HOCHBAHN auf einem Plakat über den Ablaufplan für den Bau der neuen Haltestelle (zum Vergrößern Bild anklicken):

Bauablauf U1 Oldenfelde

Bauablauf U1 Oldenfelde

„Das Projekt liegt voll im Zeitplan. Innerhalb von nur zehn Monaten wurde das Planfeststellungsverfahren durchgeführt, schneller geht so etwas kaum. Hieran hat die frühzeitige und umfassende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Einzugsgebiet der neuen Haltestelle ihren gehörigen Anteil, weil mögliche Konflikte so von der HOCHBAHN schon sehr frühzeitig erkannt und gelöst werden konnten. Insgesamt hat die Planung von den Hinweisen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort sehr profitiert. Nun freuen wir uns auf den Baubeginn im Februar und die Inbetriebnahme Ende 2019“, so die SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter (Rahlstedt) und Lars Pochnicht (Farmsen-Berne).

Ende 2019 soll dann der neue U-Bahnhof zwischen den Haltestellen Farmsen und Berne in Betrieb gehen. Die wichtigsten Informationen zum Projekt hier zusammengefasst:

Mit dem Bau einer neuen Haltestelle Oldenfelde auf dem östlichen Ast der Linie U1 halbiert sich der Abstand zwischen den Haltestellen Farmsen und Berne. Zahlreiche Hamburger Haushalte werden damit enger an das Schnellbahnnetz angeschlossen. Der fußläufige Einzugsbereich der neuen Haltestelle umfasst rund 4.500 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Fahrzeiten in die Hamburger Innenstadt mit dem ÖPNV verkürzen sich durch diese Station gegenüber heute (Busanbindung mit Umstieg zum U-Bahn-Netz) um 15 bis 20 Minuten. Die Hochbahn rechnet mit rund 5.000 Fahrgästen, die die neue Haltestelle jeden Tag nutzen werden.

Es sollen Zugänge von beiden Seiten des Bahndamms angelegt werden. Die westliche Zuwegung führt von der Straße Busbrookhöhe durch eine öffentliche Grünfläche nördlich der Kleingartenanlage „Am Knill“ und südlich der SAGA-Siedlung Busbrookhöhe zur Haltestelle. Die östlichen Zuwegungen werden in einer vorhandenen öffentlichen Grünanlage hergestellt und verbinden die Haltestelle mit der Straße Am Knill. Die Zuwegungen sollen gestalterisch in die öffentlichen Grünflächen integriert werden und dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten sein. Die bislang trennende Wirkung des Bahndamms in diesem Bereich wird durch den Bau der neuen Haltestelle aufgehoben und eine neue attraktive Wegeverbindung geschaffen.

Um einen Mittelbahnsteig mit einer Nutzlänge von 125 m zu ermöglichen, soll das in Richtung stadtauswärts verlaufende Gleis verschoben werden. Der Bahnsteig ist über eine Festtreppe, eine Fahrtreppe und einen behindertengerechten Aufzug mit der Unterführung verbunden. Die Haltestelle wird nach den Grundsätzen der Barrierefreiheit gemäß den Standards des HVV für den ÖPNV geplant. Der Bahnsteig wird auf einer Länge von 85 m überdacht.

Da auf Grund der Haltestellenlage und Straßenführung keine kurze Umsteigebeziehung zum Busverkehr möglich ist (die nächstgelegene Bushaltestelle Berner Heerweg liegt an der westlichen Zuwegung in etwa 300 m Entfernung), erfolgt hier keine Umbenennung der Bushaltestelle „Berner Heerweg“ oder eine Anpassung des Busliniennetzes. Die Umsteigeverbindungen werden weiterhin über die bestehenden Haltestellen Farmsen und Berne realisiert.

Um das Einzugsgebiet der Haltestelle zu vergrößern, ist in Verbindung mit dem Neubau der Haltestelle die Errichtung einer modernen und leistungsfähigen Bike & Ride-Anlage geplant. Vorgesehen sind rund 220 frei zugängliche, teilweise überdachte Fahrradabstellplätze, die entlang der Erschließungswege auf beiden Seiten des Bahndamms in Haltestellennähe entstehen sollen. Zusätzlich sind 20 Mietstellplätze in einer Sammelschließanlage geplant.

Die Gesamtkosten der Infrastrukturmaßnahme belaufen sich auf insgesamt 20,29 Mio. Euro und liegen damit über dem Kostenrahmen von 14,1 Mio. Euro, der 2015 in der Machbarkeitsstudie geschätzt wurde. Die Gründe hierfür liegen in der Berücksichtigung von Themen und baulich-konstruktiven Fragestellungen, die erst bei zunehmender Planungstiefe in der Entwurfsplanung bearbeitet wurden. Berücksichtigt wurden die Ergebnisse der frühzeitigen Bürgerbeteiligung (z. B. die Errichtung einer ausreichend dimensionierten Bike + Ride-Anlage sowie die weitgehende Erhaltung der vorhandenen Freiraumqualität), der zusätzlich nötige Bauaufwand auf Grund des ermittelten hohen Grundwasserstandes sowie die notwendige komplexe Bauausführung bei laufendem U-Bahn-Betrieb, die das Ziel möglichst geringer Betriebsunterbrechungen verfolgt.

Ende 2016 fand mit der öffentlichen Auslegung der Planunterlagen die gesetzlich vorgeschriebene formelle Bürgerbeteiligung statt. Doch die HOCHBAHN hatte mit einer informellen Bürgerbeteiligung bereits anderthalb Jahren eher begonnen. In drei Veranstaltungen mit jeweils 80 bis 100 Besucherinnen und Besuchern zwischen Mai 2015 und Juli 2016 wurden interessierte Bürgerinnen und Bürger umfänglich und transparent über das Vorhaben informiert und es wurden Optionen sowie Grenzen der Mitwirkung und Mitgestaltung dargestellt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten neben Verbesserungsvorschlägen auch Kritik an der ihnen vorgestellten Planung, die in die zur Planfeststellung eingereichten Unterlagen größtenteils aufgenommen werden konnten. Mehr dazu in diesem Beitrag vom 2. November 2016: http://www.buschhueter.de/neue-u-bahn-haltestelle-oldenfelde-fruehe-buergerbeteiligung-setzt-neue-massstaebe/

Aktuell läuft bereits das Vergabeverfahren für die Bauleistungen.

Für alle Fragen auch während der Bauphase gibt es eine direkte Ansprechpartnerin vor Ort: Hanna Waeselmann, Beauftragte der HOCHBAHN für den U-Bahn-Netzausbau U1 Oldenfelde, ist telefonisch unter 040/32 88-5369 oder per E-Mail unter hanna.waeselmann@hochbahn.de zu erreichen.