Ole Thorben Buschhüter

Vorsitzender des Verkehrsausschusses

Wahlkreis Rahlstedt

Kampf gegen den Schilderwald

An Hamburgs Straßen stehen rund 195.000 Schilder, von denen Verkehrsexperten wenigstens 20 Prozent für überflüssig halten. Denn beim Aufstellen von Verkehrszeichen hat sich im Laufe vieler Jahre aus den unterschiedlichsten Gründen eine Verwaltungspraxis entwickelt, die neben sinnvollen Maßnahmen offenkundig auch Übermaß hervorgebracht hat. Zum Beispiel geben viele Verkehrszeichen nur die ohnehin geltenden Regeln wieder und sind daher entbehrlich.

Auch laut § 39 Abs. 1 StVO sollen Verkehrszeichen nur dort angeordnet werden, „wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist“. Denn zu viele Verkehrszeichen überfordern die Verkehrsteilnehmer und verstellen den Blick auf die wirklich wichtigen Schilder.

Das Aufstellen von Verkehrsschildern kostet durchschnittlich 100 Euro (Anschaffung, Montage, Arbeitszeit). Der Verzicht auf Schilder entlastet damit auch die öffentlichen Haushalte, die eingesparten Mittel könnten stattdessen beispielsweise für die Beseitigung von Schlaglöchern verwendet werden.

Deshalb: Weniger ist mehr. Die Anzahl der Verkehrszeichen muss auf ein Minimum reduziert werden. In der Straße Bekassinenau in Oldenfelde ist dies passiert: Von ursprünglich 125 Verkehrszeichen, durchschnittlich alle 14 Meter eines, konnten vor einiger Zeit tatsächlich 28 Verkehrszeichen abgebaut werden - ohne dass sich für die Verkehrsteilnehmer etwas verschlechtert hätte