In Harburg und dem südlichen Hamburger Umland wird das Zugangebot weiter ausgebaut. Wie die beiden Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter (SPD) und Martin Bill (Grüne) durch eine Kleine Anfrage an den Senat erfuhren, werden ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 Züge verlängert und zusätzliche Züge eingelegt. Grund hierfür sind die über die Jahre ständig steigenden Fahrgastzahlen, die eine Kapazitätsausweitung erforderlich machen. Im Einzelnen:

Im sogenannten Hanse-Netz (RE3, RB31, RE4, RB41), den Strecken von Hamburg nach Uelzen und Bremen, werden die Metronom-Züge um jeweils einen Wagen verlängert: Alle heutigen 5-Wagen-Züge fahren dann mit sechs Wagen, einzelne Züge sogar mit sieben statt sechs Wagen. Das neue Fahrplankonzept für die Linie RE3 sieht zudem alle zwei Stunden eine Durchbindung der Züge bis nach Hannover/Göttingen vor, das Umsteigen in Uelzen entfällt dann. Die Linie RB31 (Hamburg – Lüneburg) erhält am Wochenende einen durchgehenden Stundentakt bis zum Hamburger Hauptbahnhof und in Wochenendnächten verkehren die Züge im Stundentakt von Hamburg nach Lüneburg und Tostedt. Außerdem kommen am Wochenende umsteigefreie Verstärkerfahrten zwischen Hamburg und Hannover zur Entlastung stark nachgefragter Züge hinzu. Zwischen 2007 und 2017 sind die Fahrgastzahlen hier um stolze 53% (Hamburg – Bremen) bzw. 31% (Hamburg – Uelzen) gestiegen.

Im S-Bahn-Verkehr auf der Niederelbebahn (S3) wird montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten der 10-Minuten-Takt von/bis Buxtehude jeweils um eine Stunde sowie der 20-Minuten-Takt abends um eine Stunde verlängert. Sonn- und feiertags fährt morgens ein zusätzliches Zugpaar von/nach Buxtehude. Und im Wochenendnachtverkehr wird ein durchgehender Stundentakt zwischen Hamburg und Stade eingeführt. Im Regionalverkehr auf der Niederelbebahn (RE5) wird zum Fahrplanwechsel im Dezember die DB Regio-Tochter „Verkehrsgesellschaft Start Unterelbe mbH“ den Betrieb vom Metronom übernehmen. Das Fahrplanangebot wird weitestgehend unverändert fortgeführt, jedoch werden in Tagesrandlagen die Anschlüsse an die S3 in Stade optimiert. Zwischen Stade und Neugraben sind die Fahrgastzahlen im Zeitraum 2008 bis 2016 um durchschnittlich 2,4% pro Jahr gestiegen, also rund 20%.

Und schließlich werden die Züge der Heidebahn (RB38, Hannover Hbf – Soltau – Buchholz) an Wochenenden probeweise bis Hamburg-Harburg verlängert, so dass das Umsteigen in Buchholz entfällt. Montags bis freitags ist diese Verlängerung von/bis Hamburg-Harburg leider nicht möglich, da an diesen Tagen deutlich mehr Güterzüge die Gleise befahren.

Ole Thorben Buschhüter: „Wir erleben im Schienenverkehr im Süderelberaum eine sehr dynamische Fahrgastentwicklung, sowohl im Pendler- als auch im Freizeitverkehr. Das ist erfreulich und muss weiter unterstützt werden. Mit der Ausweitung des Angebots auf der Schiene, durch zusätzliche und längere Züge, schaffen wir gemeinsam mit Niedersachsen mehr Kapazitäten, damit mehr Reisende auf die Bahn umsteigen können. Das entlastet nicht zuletzt auch die Straßen im Süderelberaum.“

Martin Bill: „Es freut mich, dass immer mehr Pendler die Bahn nutzen um nach Hamburg zu kommen. Wichtig ist, auf diese Entwicklung zu reagieren. Daher begrüße ich es ausdrücklich, wenn die Züge verlängert und der Takt verdichtet wird. Beides sind sinnvolle Maßnahmen um die Zugverbindungen attraktiver zu machen. Attraktive Angebote sind die beste Voraussetzung um weitere Pendler zum Umstieg auf die Bahn zu motivieren.“