Auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie Höltigbaum am Hagenweg in Meiendorf wird seit 1989 Deponiegas abgesaugt. Die zu entnehmende Deponiegasmenge wird zwar kontinuierlich abnehmen, doch noch immer kann genug Deponiegas gefördert werden, um es zu verstromen. Im letzten Jahr konnte von der Stadtreinigung damit Strom für 180 Haushalte produziert werden. Dies erfuhr der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage an den Senat.

Seit 1989 hat die Mülldeponie bereits über 44 Millionen Kubikmeter Deponiegas mit einem Heizwert von etwa 207 Millionen Kilowattstunden abgegeben. Erwartungsgemäß nehme die zu entnehmende Deponiegasmenge kontinuierlich ab, eine Entnahme werde jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mehrere Jahrzehnte andauern, so die Stadtreinigung. Wie lange allerdings der Methangehalt im Deponiegasverwertung eine Verstromung im Blockheizkraftwerk (BHKW) noch zulässt, ist offen.

Mit der Errichtung eines BHKW mit einer Leistung von 150 kW (elektrisch) auf dem Betriebsgelände der Deponie kann seit Mitte Mai 2014 die energetische Verwertung des abgesaugten Deponiegases direkt vor Ort aufgenommen werden. Zunächst probeweise in Betrieb, läuft das BHKW seit dem 17. Juli 2015 im Dauerbetrieb. Es wurde von der Stadtreinigung angemietet, um es bei zu geringer Deponiegasproduktion kurzfristig zurückgeben zu können.

Im Jahre 2016 wurden 548.635 Kubikmeter Deponiegas mit einem Ernergiegehalt von etwa 790.000 Kilowattstunden (elektrisch) gefördert. Hiermit konnten 650.630 Kilowattstunden Strom produziert und (nach Abzug von Trafoverlusten und Eigenbedarf) 551.726 Kilowattstunden Energie in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden, genug für 180 Haushalte (2 Personen) bei einem durchschnittlichen Haushaltsverbrauch von 3.000 Kilowattstunden/Jahr. Auf diese Weise wurden 2016 294 Tonnen CO2 eingespart.

„Die energetische Verwertung des anfallenden Deponiegases ist sehr zu begrüßen. Denn Deponien stehen weltweit an sechster Stelle der klimaschädlichen Methanproduzenten. Durch die Nutzung der Deponiegas-Energie lassen sich sonstige Emissionsquellen vermindern und in der Summe können so alle gasförmigen Emissionen der Deponie praktisch neutralisiert werden – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Buschhüter, der Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Energie der Hamburgischen Bürgerschaft ist.

In den Jahren 2006 bis 2013 war mit dem Deponiegas ein BHKW auf dem Betriebsgelände einer Druckerei im Gewerbegebiet Bargkoppelweg betrieben worden. Infolge der Insolvenz des Druckereibetriebs musste das BHKW Ende Juli 2013 außer Betrieb genommen, das abgesaugte Deponiegas danach vorübergehend kontrolliert abgefackelt werden. Insgesamt 414.894 Kubikmeter Deponiegas mit einem theoretischen elektrischen Energiegehalt von 1.211.000 Kilowattstunden wurden so ungenutzt verbrannt.

Die Mülldeponie Höltigbaum am Hagenweg war zwischen 1974 und 1982 in Betrieb. Abgelagert wurden Hausmüll, Sperrmüll und hausmüllartige Abfälle sowie Boden und Bauschutt. Das umfangreiche Überwachungskonzept für die Deponie sieht die Untersuchung des Grundwassers im Umfeld, des Oberflächen- und des Sickerwassers sowie die Untersuchung der umliegenden Gewässer vor. Relevante Emissionen sind bislang nicht festgestellt worden.

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