96,5 % der RB81-Züge waren im Mai 2017 pünktlich. Ein guter Wert, der über der mit den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein vertraglich vereinbarte Pünktlichkeitsquote von 95% liegt. Dennoch sind die Pendler nicht immer zufrieden: verschlossene Türen, fehlende oder alte Wagen und gelegentlich ausfallende Züge sorgen bei manchem für Verdruss. Was die Gründe dafür sind und wie es in Zukunft besser werden soll, darüber habe ich mich kürzlich in meinem Rahlstedter Wahlkreisbüro mit Robert Guggenberger von der DB Regio Schleswig-Holstein unterhalten.

Die Themen im Einzelnen:

Seit dem Fahrplanjahr 2016 fallen bis auf ein morgendliches Zugpaar alle Verstärkerzüge aus. Grund dafür sind die Bauarbeiten am Berliner Tor, wo die Strecke nur eingleisig befahrbar ist. Der Wegfall der so genannten „Taktverdichter“ sorgt für volle Züge in der Hauptverkehrszeit, mehr Fahrgäste als sonst müssen zeitweise stehen, um ans Ziel zu kommen. Die erste Phase der Brückenbauarbeiten am Berliner Tor wird nun zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 abgeschlossen, so dass dann die Strecke Lübeck – Hamburg auch im Bereich Berliner Tor wieder ohne Einschränkungen zweigleisig befahrbar sein wird. Damit können dann auch die „Taktverdichter“ in den Hauptverkehrszeiten wieder fahren, so dass morgens und abends bis zu vier Züge pro Stunde und Richtung auf der Linie RB81 unterwegs sind, statt sonst nur zwei. Die beiden morgendlichen RegionalExpress-Halte in Rahlstedt, die für die Dauer der Baumaßnahmen als Ersatz für die größtenteils weggefallenen Verstärkerzüge eingerichtet worden war, entfallen dann wieder.

Seit dem Fahrplanjahr 2015 sollen die RB81-Züge grundsätzlich mit 5 statt vorher 4 Wagen fahren. Der Plan war, hierfür moderne Doppelstockwagen, die auf den Linien RE7 Hamburg-Flensburg/Kiel und RE70 Hamburg-Kiel aufgrund eines neuen Fahrzeugkonzepts nicht mehr benötigt werden, einzusetzen. Doch der Fahrzeughersteller lieferte nicht rechtzeitig und daher mussten die bisherigen Doppelstockwagen weiterhin auf der Strecke Hamburg-Flensburg/Kiel eingesetzt werden und standen noch nicht für die RB81 zur Verfügung. Um dennoch 5-Wagen-Züge fahren lassen zu können, erhielt die DB Regio Schleswig-Holstein 8 Doppelstockwagen älterer Bauart. Diese nicht-klimatisierten und im Obergeschoss etwas engen Doppelstockwagen sind nicht besonders beliebt, doch immerhin sorgen sie für die notwendige Kapazitätsausweitung gerade in den Stoßzeiten. Doch ihre Tage sind mittlerweile gezählt. Wie die Bahn mitteilte, werden ab Dezember alle Züge der Linie RB81 aus 5 modernen Doppelstockwagen gebildet. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 werden die noch fehlenden Triebwagen für die Linien RE7 Hamburg-Flensburg/Kiel und RE70 Hamburg-Kiel in Betrieb genommen, so dass dann die bislang noch dort benötigten modernen Doppelstockwagen auf der Linie RB81 eingesetzt werden können.

Von und nach Bargteheide wird es ab dem Fahrplanwechsel zwischen 13 und 20 Uhr einen Halbstundentakt auf der Linie RB81 geben. Zwei Zugpaare, die bislang in Ahrensburg starten bzw. enden, werden hierfür von/bis Bargteheide verlängert. Aus Rahlstedter Sicht ergeben sich so nicht nur zusätzliche Fahrtmöglichkeiten von und nach Ahrensburg-Gartenholz und Bargteheide, sondern die Auslastung der Züge wird sich durch das zusätzliche Angebot für Ahrensburg-Gartenholz und Bargteheide auch besser verteilen.

Und was hat es mit den nicht seltenen Türstörungen auf sich? Für zusätzliche Probleme auch bei der RB81 sorgte die komplette Außerbetriebnahme des auf der Linie RE6 Hamburg-Altona – Westerland/Sylt (Marschbahn) eingesetzten Fahrzeugsparks im Herbst letzten Jahres. Die Marschbahn wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 durch die DB Regio AG von der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) übernommen. Da die für die Strecke vorgesehenen NOB-Fahrzeuge aufgrund defekter Kupplungen aber bis auf Weiteres nicht mehr eingesetzt werden durften, wurden von der DB verfügbare Wagen aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen, um den Fahrplan fahren zu können. Diese Altfahrzeuge unterschiedlichster Bauarten erforderten den Einsatz von mehr Fahrzeugtechnikern als sonst üblich, so dass auch auf anderen Linien wie der RB81 kleinere Reparaturen zum Beispiel defekter Türen oder WCs nicht ganz so schnell erfolgen konnten, wie die Fahrgäste das vorher gewohnt waren. Mittlerweile ist die Hälfte der Ex-NOB-Fahrzeuge wieder im Einsatz, bis zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit sein, so dass kleinere Reparaturen an den Fahrzeugen auch anderer DB-Linien wieder schneller als zuvor erledigt werden können, und nicht erst dann, wenn die Züge turnusmäßig in der Werkstatt in Kiel sind (an jedem 4. Tag).

Ein Blick auf die von NAH.SH, dem Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH, herausgegebene Pünktlichkeitsstatistik verrät, dass die RB81 durchaus gute Zahlenwerte aufweist: Im Mai 2017 betrug die Pünktlichkeit 96,5 % (96,3 % im April; 93,5 % im März; 95,0 % im Februar und 93,2 % im Januar). Die Zuverlässigkeit wird erst seit kurzem veröffentlicht. Sie betrug bei der RB81 im Mai 2017 97,9% (98,5% im April; 99,2% im März). Aktuelle Infos zur Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des SPNV in Schleswig-Holstein gibt es hier: http://www.nah.sh.

Die Baustellen entlang der Strecke (Brücken Berliner Tor, Aufhebung der Bahnübergänge Hammer Straße) werden auch in Zukunft noch gelegentlich für Fahrplanänderungen und Ersatzverkehre sorgen. Eine Zusammenfassung aller aktuellen und bekannten Fahrplanänderungen für die RB81 kann hier heruntergeladen werden: http://bauarbeiten.bahn.de/docs/norden/RB_81.pdf.

Für Smartphone-Nutzer gibt es zudem die App „DB-Streckenagent“, die Bahn-Kunden bundesweit im Störfall per Push-Nachricht individuell über die aktuelle Situation und mögliche Alternativen informiert. Mehr dazu hier: https://www.bahn.de/regio-sh.