Für den Hamburger U-Bahn-Netzausbau wurde jetzt ein weiterer Meilenstein erreicht: Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation hat den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der U-Bahn-Haltestelle Oldenfelde erlassen. Die Arbeiten sollen im Februar beginnen. Ende 2019 soll der neue U-Bahnhof zwischen den Haltestellen Farmsen und Berne in Betrieb gehen.

„Das Projekt liegt voll im Zeitplan. Innerhalb von nur zehn Monaten wurde das Planfeststellungsverfahren durchgeführt, schneller geht so etwas kaum. Hieran hat die frühzeitige und umfassende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Einzugsgebiet der neuen Haltestelle ihren gehörigen Anteil, weil mögliche Konflikte so von der HOCHBAHN schon sehr frühzeitig erkannt und gelöst werden konnten. Insgesamt hat die Planung von den Hinweisen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort sehr profitiert. Nun freuen wir uns auf den Baubeginn im Februar und die Inbetriebnahme Ende 2019“, so die SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter (Rahlstedt) und Lars Pochnicht (Farmsen-Berne).

Der Planfeststellungbeschluss wurde im Transparenzportal der Freien und Hansestadt Hamburg veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden: http://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/c49c08f1-fea2-4288-81e6-24fc6d293c4e. Die Amtliche Bekanntmachung über den Erlass des Planfeststellungsbeschlusses finden Sie am Ende des Beitrags.

Die wichtigsten Informationen zusammengefasst:

Mit dem Bau einer neuen Haltestelle Oldenfelde auf dem östlichen Ast der Linie U1 halbiert sich der Abstand zwischen den Haltestellen Farmsen und Berne. Zahlreiche Hamburger Haushalte werden damit enger an das Schnellbahnnetz angeschlossen. Der fußläufige Einzugsbereich der neuen Haltestelle umfasst rund 4.500 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Fahrzeiten in die Hamburger Innenstadt mit dem ÖPNV verkürzen sich durch diese Station gegenüber heute (Busanbindung mit Umstieg zum U-Bahn-Netz) um 15 bis 20 Minuten. Die Hochbahn rechnet mit rund 5.000 Fahrgästen, die die neue Haltestelle jeden Tag nutzen werden.

Es sollen Zugänge von beiden Seiten des Bahndamms angelegt werden. Die westliche Zuwegung führt von der Straße Busbrookhöhe durch eine öffentliche Grünfläche nördlich der Kleingartenanlage „Am Knill“ und südlich der SAGA-Siedlung Busbrookhöhe zur Haltestelle. Die östlichen Zuwegungen werden in einer vorhandenen öffentlichen Grünanlage hergestellt und verbinden die Haltestelle mit der Straße Am Knill. Die Zuwegungen sollen gestalterisch in die öffentlichen Grünflächen integriert werden und dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten sein. Die bislang trennende Wirkung des Bahndamms in diesem Bereich wird durch den Bau der neuen Haltestelle aufgehoben und eine neue attraktive Wegeverbindung geschaffen.

Um einen Mittelbahnsteig mit einer Nutzlänge von 125 m zu ermöglichen, soll das in Richtung stadtauswärts verlaufende Gleis verschoben werden. Der Bahnsteig ist über eine Festtreppe, eine Fahrtreppe und einen behindertengerechten Aufzug mit der Unterführung verbunden. Die Haltestelle wird nach den Grundsätzen der Barrierefreiheit gemäß den Standards des HVV für den ÖPNV geplant. Der Bahnsteig wird auf einer Länge von 85 m überdacht.

Da auf Grund der Haltestellenlage und Straßenführung keine kurze Umsteigebeziehung zum Busverkehr möglich ist (die nächstgelegene Bushaltestelle Berner Heerweg liegt an der westlichen Zuwegung in etwa 300 m Entfernung), erfolgt hier keine Umbenennung der Bushaltestelle „Berner Heerweg“ oder eine Anpassung des Busliniennetzes. Die Umsteigeverbindungen werden weiterhin über die bestehenden Haltestellen Farmsen und Berne realisiert.

Um das Einzugsgebiet der Haltestelle zu vergrößern, ist in Verbindung mit dem Neubau der Haltestelle die Errichtung einer modernen und leistungsfähigen Bike & Ride-Anlage geplant. Vorgesehen sind rund 220 frei zugängliche, teilweise überdachte Fahrradabstellplätze, die entlang der Erschließungswege auf beiden Seiten des Bahndamms in Haltestellennähe entstehen sollen. Zusätzlich sind 20 Mietstellplätze in einer Sammelschließanlage geplant.

Die Gesamtkosten der Infrastrukturmaßnahme belaufen sich auf insgesamt 20,29 Mio. Euro und liegen damit über dem Kostenrahmen von 14,1 Mio. Euro, der 2015 in der Machbarkeitsstudie geschätzt wurde. Die Gründe hierfür liegen in der Berücksichtigung von Themen und baulich-konstruktiven Fragestellungen, die erst bei zunehmender Planungstiefe in der Entwurfsplanung bearbeitet wurden. Berücksichtigt wurden die Ergebnisse der frühzeitigen Bürgerbeteiligung (z. B. die Errichtung einer ausreichend dimensionierten Bike + Ride-Anlage sowie die weitgehende Erhaltung der vorhandenen Freiraumqualität), der zusätzlich nötige Bauaufwand auf Grund des ermittelten hohen Grundwasserstandes sowie die notwendige komplexe Bauausführung bei laufendem U-Bahn-Betrieb, die das Ziel möglichst geringer Betriebsunterbrechungen verfolgt.

Ende 2016 fand mit der öffentlichen Auslegung der Planunterlagen die gesetzlich vorgeschriebene formelle Bürgerbeteiligung statt. Doch die HOCHBAHN hatte mit einer informellen Bürgerbeteiligung bereits anderthalb Jahren eher begonnen. In drei Veranstaltungen mit jeweils 80 bis 100 Besucherinnen und Besuchern zwischen Mai 2015 und Juli 2016 wurden interessierte Bürgerinnen und Bürger umfänglich und transparent über das Vorhaben informiert und es wurden Optionen sowie Grenzen der Mitwirkung und Mitgestaltung dargestellt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten neben Verbesserungsvorschlägen auch Kritik an der ihnen vorgestellten Planung, die in die zur Planfeststellung eingereichten Unterlagen größtenteils aufgenommen werden konnten. Mehr dazu in diesem Beitrag vom 2. November 2016: http://www.buschhueter.de/neue-u-bahn-haltestelle-oldenfelde-fruehe-buergerbeteiligung-setzt-neue-massstaebe/

Aktuell läuft bereits das Vergabeverfahren für die Bauleistungen.


Dieser Beitrag wurde am 6. September 2017 aktualisiert.


Hier die Amtliche Bekanntmachung (Quelle: Amtlicher Anzeiger vom 29. August 2017, Seite 1484):

Planfeststellungsbeschluss
für den Neubau der U-Bahn-Haltestelle
Oldenfelde vom 23. August 2017

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation hat am 23. August 2017 den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der U-Bahn-Haltestelle Oldenfelde erlassen.

Eine Ausfertigung des Beschlusses liegt mit einer Rechtsbehelfsbelehrung und einer Ausfertigung des festgestellten Plans vom 4. September 2017 bis einschließlich 18. September 2017 im Bezirksamt Wandsbek, Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt, Schloßgarten 9 (Foyer), 22041 Hamburg (montags 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr, dienstags 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr, donnerstags 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr, freitags 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr), zur Einsicht aus.

An Wochenenden sowie gesetzlichen Feiertagen ist das Bezirksamt Wandsbek geschlossen.

Der Planfeststellungsbeschluss ist dem Träger des Vorhabens und denjenigen, über deren Einwendungen entschieden worden ist, mit Rechtsbehelfsbelehrung zugestellt worden. Mit Ende der Auslegungsfrist gilt der Beschluss gegenüber den übrigen Betroffenen als zugestellt.

Der Planfeststellungsbeschluss sowie Auszüge aus den Planunterlagen sind auch im Internet unter der Adresse http://www.hamburg.de/bwvi/np-planfeststellungsverfahren/ zu finden.

Quelle: http://www.luewu.de/anzeiger/docs/2383.pdf