Mit einem gemeinsamen Antrag wollen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen die städtebaulichen Potenziale entlang der neuen Schnellbahnlinien S4 nach Bad Oldesloe und S21 nach Kaltenkirchen analysieren und vorausschauend entwickeln. Der Antrag wurde von der Hamburgischen Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 6. Dezember 2017 einstimmig beschlossen.

Dazu Dirk Kienscherf, Fachsprecher für Stadtentwicklung der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Die beiden wichtigsten länderübergreifenden Schnellbahnprojekte, die S21 nach Kaltenkirchen sowie die S4 nach Bad Oldesloe schreiten weiter voran. Die Landesregierungen und Landesparlamente von Hamburg und Schleswig-Holstein unterstützen diese Projekte ausdrücklich. Damit wird die verkehrliche Anbindung diverser Stadteile im Nordwesten und Nordosten Hamburgs sowie von Gemeinden und Städten im Umland von Hamburg erheblich verbessert. Die Projekte sollen ab Anfang bis Mitte der 20iger Jahre umgesetzt werden. Damit ergibt sich die Chance, nun auch die städtebauliche Entwicklung dieser beiden wichtigen Entwicklungsachsen, in deren Einzugsgebiet rund 400.000 Menschen leben, voranzubringen. Wir müssen die sich mit dem Bau der beiden Schnellbahnlinien ergebenden Chancen zielgerichtet und frühzeitig nutzen und mögliche Entwicklungen nicht dem Zufall überlassen. Je frühzeitiger damit begonnen wird, einen strategischen Entwicklungsprozess einzuleiten, umso besser. Daher es ist jetzt an der Zeit, den Startschuss dazu zu geben, dass Senat und die Bezirke Eimsbüttel und Wandsbek die Potenziale der Räume sorgfältig und strukturiert zum Beispiel für neue Wohnungen analysieren, die Ergebnisse beraten, Bürgerinnen und Bürger beteiligen und daraus resultierende Entwicklungsmaßnahmen einleiten. Gleichzeitig müssen wir auch den Dialog mit den Umlandgemeinden intensivieren, um uns über mögliche Entwicklungen an den neuen S-Bahn-Linien frühzeitig austauschen zu können.“

Dazu Olaf Duge, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Das ist der Weg, den wir gehen müssen – Randlagen und Umlandgemeinden an den ÖPNV anschließen. Mit dem Ausbau der S4 und S21 entfalten sich völlig neue Potenziale in der Stadtentwicklung. Allein bei der S4 werden wir bis Ahrensburg fünf neue Haltestellen mit 10 Minuten-Takt bekommen. Das verhindert Pendelverkehre auf Hamburgs Straßen und im Haltestellenumfeld können wir zukünftig gute Wohnlagen entwickeln. So schützen wir am Ende unsere wichtigen Grünräume, reduzieren Autoverkehre und binden gleichzeitig das nahe Umland bis Bad Oldesloe oder Kaltenkirchen ein. Aus einem zerfaserten Speckgürtel wird eine strukturierte Entwicklung der Metropolregion, die wir gemeinsam mit Schleswig-Holstein angehen werden.“

Hintergrund:

Die S21 soll die A1 ersetzen, wird durchgehend zweigleisig sein und die Hamburger Stadtteile Eidelstedt, Schnelsen, das Quartier Burgwedel sowie im Umland Bönningstedt, Hasloh, Quickborn, Ellerau, Henstedt-Ulzburg und  Kaltenkirchen besser anbinden. In Hamburg entsteht u.a. die neue Haltestelle Schnelsen-Süd.

Für die S4 werden neue eigene Gleise und Stationen entlang der heutigen Regionalbahntrasse gebaut. Sie erschließt die Hamburger Stadtgebiete Wandsbek, Marienthal, Jenfeld, Tonndorf und Rahlstedt sowie die Städte Ahrensburg und Bargteheide. In Hamburg entstehen über die bisherigen Haltestellen Tonndorf und Rahlstedt hinaus zusätzliche bzw. besser gelegene Stationen: Wandsbek Rathaus, Bovestraße, Holstenhofweg und Pulverhof, in Stormarn zusätzlich zu den bisherigen Stationen Ahrensburg, Ahrensburg-Gartenholz, Bargteheide, Kupfermühle und Bad Oldesloe die neue Haltestelle Ahrensburg-West, wo ein Umstieg zur U1 möglich sein wird.

Antrag „Städtebauliche Potenziale der neuen Schnellbahnlinien von S4 und S21 analysieren und vorausschauend entwickeln“ vom 22. November 2017 (Drucksache 21/11069): https://www.buergerschaft-hh.de/ParlDok/dokument/60020/städtebauliche-potenziale-der-neuen-schnellbahnlinien-von-s4-und-s21-analysieren-und-vorausschauend-entwickeln.pdf

Quelle: Pressemitteilung der SPD-Bürgerschaftsfraktion vom 6. Dezember 2017 (überarbeitet)