Am Rahlstedter Pulverhofteich haben die bauvorbereitenden Maßnahmen für den Bau einer sogenannten Sohlgleite begonnen. Damit wird das Wehr am Westende des Pulverhofteichs für Fische und andere Organismen durchwanderbar umgestaltet. Die Maßnahme ist eines von mehreren noch folgenden Projekten an der Wandse, mit denen das Bezirksamt Wandsbek die EG-Wasserrahmenrichtlinie umsetzt.

Im Bereich der Sohlgleite ist eine Aussichtsfläche vorgesehen, die die Erlebbarkeit der Aue fördert. Die Aussichtsfläche soll, wie die Sohlgleite, naturnah und unter Einbeziehung bestehender Bäume und des alten Wehres in das Landschaftsbild integriert werden. Die Bepflanzung des Baufeldes mit standortgerechten Sträuchern und Gehölzen schließt das Bauvorhaben ab.

Die eigentlichen Wasserbauarbeiten beginnen Anfang Juni. Während der etwa fünfwöchigen Bauzeit muss die über die Wandse führende Fußgängerbrücke im Pulverhofpark gesperrt werden. Für den Fuß- und Radverkehr wird eine Umleitung örtlich ausgeschildert.

Quelle: Pressemitteilung des Bezirksamts Wandsbek vom 25. Mai 2018 (http://www.hamburg.de/wandsbek/pressemitteilungen/11078740/2018-05-25-neubau-sohlgleite-pulverhofteich/)

Das Bezirksamt Wandsbek, zuständig für die Wandse als Gewässer zweiter Ordnung, hat seine Pläne zum Pulverhofteich und zum Pulverhofpark, gelegen an der Stein-Hardenberg-Straße und der Straße Am Pulverhof, im Rahlstedter Ortsteil Alt-Rahlstedt direkt an der Grenze zu Tonndorf, im Jahre 2014 wie folgt beschrieben (Quelle: BV-Drs. XIX-5208):

„Im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie soll der Pulverhofteich in eine naturnahe, von der Wandse durchflossene Auenlandschaft umgewandelt werden.

Die Stauteiche im Hauptstrom der Wandse stellen für wandernde Organismen eine Barriere dar. Daher ist es das Ziel der Fließgewässerentwicklung, solche Wanderhindernisse durchgängig zu gestalten. Zudem bewirkt die Verlangsamung der Fließströmung eine Anreicherung von Sedimenten, sodass die Teiche einer starken Verlandung ausgesetzt sind. Um den Teich als solchen zu erhalten, müssten in der Folge erhebliche Steuermittel für eine Entschlammung aufgewendet werden – und dies ca. alle 30 Jahre.

Bereits im Rahmen des Projektes Forelle 2010 ist für den Pulverhofteich das Konzept entwickelt worden, in einem Pilotprojekt die Sedimente vor Ort zu belassen und durch ein langsames Absenken des Teichwasserspiegels eine Begrünung und damit Festigung der Sedimente einzuleiten. Die natürliche Vegetationsentwicklung wird dabei durch das Pflanzen von Uferstauden unterstützt.

Die erste Staubohle am Ablaufbauwerk ist bereits im Jahr 2005 gezogen worden. Die dadurch freigelegten Flächen sind inzwischen begrünt und es ist eine Mäanderbildung der Wandse erkennbar. Jetzt wurde eine weitere Staubohle angehoben. Der sinkende Wasserspiegel gibt weitere Sedimentflächen frei, die zunächst unansehnlich wirken. Mit der beginnenden Vegetationsperiode ist von einer zügigen Begrünung auszugehen, die mit weiteren Pflanzmaßnahmen unterstützt wird.

Mit der Maßnahme, die in Kooperation mit der Ortsgruppe Wandsbek des NABU erfolgt, wird vorbereitet den verbleibenden Höhensprung durch eine raue Rampe (Kolk-Rauschen-Abfolge) zu überbrücken. Im Zuge der dafür erforderlichen Planung wird dann überprüft, ob weitere Maßnahmen zur Sedimentfestigung erforderlich werden (…). Darüber hinaus wird die Maßnahme mit der Parkpflege koordiniert, in deren Zuge bereits einige Sichtachsen zur besseren Erlebbarkeit der Aue geschaffen wurden.“