In den letzten Wochen wurden in Rahlstedt weitere Ortsteilschilder aufgestellt. Nun stehen auch an der Landesgrenze am Beginn der Sieker Landstraße und an der Grenze zwischen Rahlstedt und Volksdorf am Meiendorfer Weg nicht nur weiße Stadtteilschilder mit der Aufschrift „Rahlstedt – Bezirk Wandsbek“, sondern auch rote Ortsteilschilder mit der Aufschrift Oldenfelde bzw. Meiendorf. Die Initiative ging vom Förderkreis „Rote Schilder“ aus, der hierfür von der Hamburgischen Bürgerschaft eine Zuwendung aus so genannten Troncmitteln erhalten hat und vom Bauhof des Bezirksamts Wandsbek tatkräftig unterstützt wird.

Berndt Wagner, ehemaliger Vorsitzender des Bürgervereins Oldenfelde e.V. und Initiator der Förderkreises „Rote Schilder“ schreibt dazu:  „Der Förderkreis ‚Rote Schilder‘ greift das Heimatgefühl auf und setzt sich für eine Kennzeichnung der jeweiligen Ortsteile ein. Deshalb gibt es seit kurzem nicht nur „Hamburgensien“, sondern auch „Rahlstedtensien“ – nämlich rot/weiße Ortsteilschilder , die auf den jeweiligen Ortsteil innerhalb Rahlstedts hinweisen. Und – einmalig in ganz Hamburg – kombinierte Schilder, die sowohl auf den Eintritt in den Stadtteil, als auch auf den jeweiligen Ortsteil hinweisen.

Außerordentlich dankbar ist der Förderkreis ‚Rote Schilder‘ für die wohlwollenden und handwerklichen Unterstützung des Bezirksamtes Wandsbek, wobei das Referat „Wegeaufsicht“ und der Bauhof in der Rahlau besonders erwähnt werden müssen – schon deshalb, weil so oft über Bürgerferne der Verwaltung geklagt wird.

Neueste Standorte einer Doppelbeschilderung sind der Meiendorfer Weg und die Sieker Landstraße in Höhe des Gutshauses. Wer dort in die Freie und Hansestadt Hamburg hineinfährt, wird feststellen, dass er sich in Oldenfelde befindet – und staunt, denn das wusste bisher auch nicht jeder.“

Was hat es mit Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde eigentlich auf sich?

Zum 1. Juli 1927 wurden die bis dahin selbständigen Landgemeinden Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde sowie Teile von Jenfeld und Tonndorf-Lohe durch das preußische „Gesetz über die Neuregelung der kommunalen Grenzen im preußischen Unterelbegebiet“ (GS. 1927, Seite 129) zur neuen Landgemeinde Rahlstedt des Landkreises Stormarn vereinigt. Als keine zehn Jahre später zum 1. April 1937 Rahlstedt durch das „Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen“ (RGBl. 1937 I, Seite 91) nach Hamburg eingemeindet wurde, gab es die früheren Gemeinden daher schon nicht mehr, aus der Landgemeinde von 1927 entstand der neue Stadtteil Rahlstedt, heute mit 88.865 Einwohnern (Stand Ende 2015) der mit Abstand größte Hamburger Stadtteil. Die früheren Gemeinden Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde existieren seit 1927 nur noch als Gemarkungen des Grundbuches. Dennoch stiften sie noch heute ein gewisses Heimatgefühl.

Wo genau liegen eigentlich die Grenzen von Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde? Ein Kartenausschnitt  gibt darüber Aufschluss. Was kaum jemand weiß: Oldenfelde liegt nicht etwa nur westlich der Bahnstrecke Lübeck – Hamburg, sondern erstreckt sich bis zum Herrenhaus Höltigbaum und liegt damit wie ein Riegel zwischen Meiendorf im Norden und Alt- und Neu-Rahlstedt im Süden:

Gemarkungen im Stadtteil Rahlstedt: Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde

Gemarkungen im Stadtteil Rahlstedt: Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde

Link zum Kartenausschnitt beim Geoportal Hamburg: https://www.geoportal-hamburg.de/Geoportal/geo-online/?layerIDs=453,2423,2425&visibility=true,true,true&transparency=0,0,0&center=577595.6880983284,5940654.625379835&zoomlevel=3

Zur Geschichte der roten Ortsteilschilder

Der Förderkreis „Rote Schilder“ besteht aus den Bürgervereinen Oldenfelde und Rahlstedt und dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Meiendorf, die für die roten Ortsteilschilder die Patenschaft übernommen haben. Auf Initiative des Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter, der sich bereits seit über zehn Jahren immer wieder mit dem Thema beschäftigt hatte, erhielt der Förderkreis 2015 eine Zuwendung aus so genannten Troncmitteln der Hamburgischen Bürgerschaft. Mit den Mitteln können im Stadtteil Rahlstedt seitdem wieder neue rote Ortsteilschilder als Ersatz für abgebaute, kaputte und unleserliche Schilder beschafft und montiert werden, ebenso neue Schilderrahmen, wo dies erforderlich ist.

IMG_0043Das Bezirksamt und der Förderkreis haben eine entsprechende Patenschaftsvereinbarung geschlossen. Seit Februar 2015 wurden bereits mehrere neue Ortsteilschilder montiert, als Ersatz für abgängige Schilder oder an Standorten, wo die Ortsteilschilder bereits ersatzlos abgebaut waren. Der Förderkreis übernimmt hierbei die Patenschaft für Pflege und Wartung sowie die Kosten für (Ersatz-)Beschaffung der Ortsteilschilder. Die Aufstellung der Schilder bleibt Aufgabe des Bezirksamts.

IMG_0294Durch Beschluss der Bezirksversammlung Wandsbek im Juni 2015 wurde zudem ermöglicht, an wenigen ausgewählten Standorten, wo bislang keine standen, Ortsteilschilder auch neu aufzustellen. Zudem sollen an ausgewählten Standorten, wo bislang nur weiße Stadtteilschilder stehen, auch eine Kombilösung wie im Falle des Standortes Alter Zollweg/Rahlstedter Weg, wo das Bezirksamt vor einigen Jahren ein rotes Ortsteilschild („Oldenfelde“) unter einem weißen Stadtteilschild („Rahlstedt – Bezirk Wandsbek“) montiert hatte, möglich sein. Zwischenzeitlich wurde dies an folgenden weiteren Standorten realisiert: Rahlstedter Straße/Auerhahnweg (Alt-Rahlstedt), Sieker Landstraße/Landesgrenze (Oldenfelde) und Meiendorfer Weg/Stadtteilgrenze zu Volksdorf (Meiendorf).

Foto: Schack

Foto: Schack

Stadtteil- und Ortsteilschilder sorgen für Orientierung für Ortsfremde und Zugehörigkeitsgefühle der Bewohnerinnen und Bewohner zum Stadt- und Ortsteil. Vor etwa zwölf Jahren wurden im Bezirk Wandsbek die bis dahin ebenfalls roten Stadtteilschilder durch neue weiße Modelle ausgetauscht. Die roten Ortsteilschilder (Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde) erhielten auf Initiative der Bezirksversammlung Wandsbek Bestandsschutz. Dies ermöglicht seitdem eine optische Unterscheidung zwischen Stadtteilschildern einerseits und Ortsteilschildern, die es in diesem Umfang nur in Hamburgs größtem Stadtteil Rahlstedt gibt, andererseits.

Das Bezirksamt wollte die roten Ortsteilschilder aus Kostengründen allerdings nach und nach abbauen, sollten sich für sie keine Paten finden, die sich um die Pflege und Erneuerung der Schilder kümmern würden. Einige rote Ortsteilschilder waren zunächst bereits ersatzlos abgebaut worden, andere in einem schlechten Zustand, ihnen drohte dasselbe Schicksal. Durch die Übernahme der Patenschaft für alle roten Ortsteilschilder im Stadtteil Rahlstedt durch den Förderkreis wurde ihr Bestand dauerhaft gesichert.

Die Troncmittel stammen aus dem so genannten Tronc, der Trinkgeldkasse in der Spielbank. Mindestens vier Prozent des anfallenden Troncaufkommens steht der Stadt als Troncabgabe zu, die es für gemeinnützige Zwecke verwenden muss. Die Mittel werden auf Vorschlag der Abgeordneten der Regierungsfraktion durch die Bürgerschaft vergeben.