Für bezahlbare Mieten in einer lebenswerten Stadt: In Rahlstedt, Oldenfelde und Meiendorf wurden im letzten Jahr (2020) 220 neue Wohnungen fertiggestellt. Damit bewegen sich die Neubauzahlen im Stadtteil im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, nachdem mit der SPD-Regierungsübernahme 2011 ein Kurswechsel in der Wohnungsbaupolitik vollzogen worden war. Bei 13 Neubau-Wohnungen handelt es sich um öffentlich geförderte, für 44 Wohnungen wurde nach umfassender Modernisierung die Sozialwohnungsbindung verlängert. Für insgesamt 256 neue Wohnungen wurden in 2020 Baugenehmigungen erteilt. Der Wohnungsneubau in Rahlstedt wird daher auch in den nächsten Jahren auf ähnlichem Niveau fortgesetzt werden können – durch Nutzung von alten und neuen Brachflächen und die behutsame Weiterentwicklung im Bestand.

Dies geht aus der Senatsantwort auf Kleine Anfragen der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter und Astrid Hennies hervor. „Eines der zentralen Ziele des SPD-geführten Senats ist der Wohnungsbau in Hamburg. Der SPD geht es dabei darum, dass alle, die in unserer Stadt leben wollen, sich dies auch leisten können. Bezahlbare Wohnungen sind für uns eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Wohnungsknappheit treibt die Mieten in die Höhe und grenzt diejenigen aus, die diese Mieten nicht bezahlen können. Gegen solche unsichtbaren Stadtmauern hilft nur der Bau von genügend, auch genügend bezahlbaren Wohnungen. Und diese Strategie zahlt sich auch aus: Die Mieten stiegen in Hamburg in den letzten Jahren langsamer als die allgemeine Preisentwicklung“, sagen Buschhüter und Hennies. 

Zu den gesamtstädtischen Wohnungsbauzielen leistet natürlich auch der Stadtteil Rahlstedt seinen Beitrag. Aktuell sind mehrere größere Vorhaben im Bau, darunter das neue Nahversorgungszentrum Spitzbergenweg 14-34 mit 130 Wohnungen und ein Bauvorhaben der SAGA im Warnemünder Weg 31-33 mit 50 Wohnungen, das zum 1. November 2021 bezugsfertig sein soll. Besonders hervorzuheben ist das Vorhaben im Spitzbergenweg. „Durch den Neubau des Nahversorgungszentrums wird nicht nur der wohnortnahe Einzelhandel gestärkt, sondern auf einem bislang untergenutzten Grundstück gleichzeitig auch Wohnraum geschaffen, wo es vorher keinen gab. Das ist beispielgebend. Weitere Vorhaben dieser Art sind in Großlohe und am Hegeneck in Rahlstedt-Ost geplant. Wir setzen vor allem auf die Nutzung von alten und neuen Brachflächen und die behutsame Weiterentwicklung im Bestand”, berichtet Buschhüter.

Öffentlich geförderter Wohnungsbau unverzichtbar

Zum Stichtag 31. Dezember 2020 gab es in Rahlstedt 3.469 Sozialwohnungen (Wohnungen des 1. bzw. 2. Förderwegs) für Menschen mit niedrigem Einkommen, 187 weniger als im Jahr zuvor (2019: 3.656 Sozialwohnungen). Damit weist Rahlstedt im hamburgweiten Vergleich weiterhin einen sehr hohen Bestand an Sozialwohnungen auf. 57 öffentlich geförderte Wohnungen wurden 2020 in Rahlstedt neu gebaut oder Belegungsbindungen für bestehende verlängert. Rund 75 Prozent der Sozialwohnungen in Rahlstedt (2.614 Wohnungen) werden bis 2035 allerdings infolge des Auslaufens der Bindungsfrist aus der Sozialbindung fallen.

„Dies zeigt noch einmal mehr, wie wichtig Bestandshalter wie die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA und die vielen Wohnungsbaugenossenschaften sind, die gemeinsam den weitaus größten Anteil an den öffentlich geförderten Wohnungen halten. Denn Sozialwohnungen verschwinden mit dem Auslaufen der Belegungsbindung ja nicht vom Markt, sondern gerade die städtischen und genossenschaftlichen Wohnungsbaugesellschaften vermieten ihre Wohnungen auch nach Auslaufen der Sozialbindung weiter zu sehr günstigen Preisen. Diese günstigen Mieten fließen dann auch in den Mietenspiegel mit ein”, so Buschhüter und Hennies.

Der Quadratmeterpreis liegt bei der SAGA sowohl bei den frei finanzierten als auch bei den öffentlich geförderten Wohnungen im Stadtteil Rahlstedt bei rund 6,50 Euro im Monat. Aktuell befinden sich im Stadtteil 9.834 der rund 45.000 Wohnungen im Eigentum der SAGA. Für die kommenden Jahre ist ein Großbauprojekt in Meiendorf geplant: So sollen zwischen Nordlandweg und Lapplandring sieben Mehrfamilienhäusern und sechs Reihenhauszeilen gebaut werden, wodurch statt der derzeit bestehenden 96 Wohneinheiten rund 210 neue Wohneinheiten entstehen sollen. Hinzu kommen insbesondere für Familien geeignete Mehrfamilienhäuser mit ca. 100 bis 135 Wohneinheiten in der Zellerstraße. Zudem wird die dortige Servicewohnanlage komplett neu gebaut werden. 

„Der Neubau von preisgebundenen Sozialwohnungen für Menschen mit niedrigen Einkommen, stellt nach wie vor einen unverzichtbaren Teil der Wohnraumversorgung dar. Deshalb ist es gut und wichtig, dass in den kommenden Jahren seitens der SAGA und den Baugenossenschaften sozialer Wohnungsbau entsteht“, sagt Hennies, und ergänzt: „Seit dem Regierungswechsel 2011 wurden in Rahlstedt daher bereits 388 neue öffentlich geförderte Wohnungen errichtet. Dort, wo die Stadt hierzu die Möglichkeiten hat, es durchzusetzen, zum Beispiel, weil sie das Baugrundstück zur Verfügung stellt oder ein förmlicher Bebauungsplan erst erstellt werden muss, verlangt sie einen Anteil von mindestens 30 Prozent öffentlich geförderten Wohnungen.“

Neben den SAGA-Wohnungen im Warnemünder Weg 31-33, bei dem alle Wohnungen öffentlich gefördert werden, wurde beispielsweise bei den Bauvorhaben Irma-Keilhack-Ring 1-35 (46 von 153 Wohnungen öffentlich gefördert) und Sieker Landstraße 41-43 (47 von 155 Wohnungen öffentlich gefördert) so verfahren, beim Bauvorhaben Spitzbergenweg 14-34 (39 Wohnungen öffentlich gefördert) wird dies ebenfalls geschehen. Wenn in einigen Jahren am Wiesenredder in Rahlstedt-Ost 120-150 neue Wohnungen entstehen, sollen dort sogar 70 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen entstehen (30% 1. Förderweg, 40% 2. Förderweg).


Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter „Wohnungsbestand und Wohnungsbautätigkeit im Stadtteil Rahlstedt im Jahre 2020“ und Antwort des Senats vom 8. Juni 2021 (Drucksache 22/4720): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/76074/wohnungsbestand_und_wohnungsbautaetigkeit_im_stadtteil_rahlstedt_im_jahre_2020.pdf

Schriftliche Kleine Anfrage der Abgeordneten Astrid Hennies „Gut wohnen in Rahlstedt: Wohnungsbestand – Wohnungsbautätigkeit – bezahlbarer Wohnraum“ und Antwort des Senats vom 8. Juni 2021 (Drucksache 22/4727): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/76079/gut_wohnen_in_rahlstedt_wohnungsbestand_wohnungsbautaetigkeit_bezahlbarer_wohnraum.pdf