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Das Chemieunternehmen Evonik will seinen Standort im Rahlstedter Merkurring schließen. Bei der Evonik Dr. Straetmans GmbH arbeiten derzeit rund 50 Beschäftigte im Bereich Kosmetik- und Pflegeprodukte. Die Produktion soll an größeren Standorten in Deutschland konzentriert und weitergeführt werden. Für die Beschäftigten droht der Arbeitsplatzverlust, der Konzern Evonik spricht von der Suche nach „sozialverträglichen Lösungen“. Ob die Standortschließung wirklich wirtschaftlich notwendig ist, wird bezweifelt.

„Ich spreche mich für den Erhalt des Standortes und der Arbeitsplätze aus. Wir haben im Merkurring ein modernes und attraktives Gewerbegebiet in verkehrsgünstiger Lage. Die Beschäftigten haben durch ihre Leistungen einen Beitrag zum Unternehmenserfolg geschaffen. Die Aufgabe des Standorts ist mehr als eine Entscheidung über Kennzahlen und Kosten: sie betrifft die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unmittelbar persönlich. Die wirtschaftliche Notwendigkeit der Standortschließung ist zumindest fraglich. Meine Solidarität gilt hier den Rahlstedter Beschäftigten“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter.

Auch die Gewerkschaft IGBCE sieht die Aufgabe des Standortes kritisch. Im Merkurring stellt Evonik Kosmetikprodukte her. Die modernen Gebäude sind erst mit der Erweiterung des Gewerbeparks entstanden. Mit der geplanten Schließung würden qualifizierte Arbeitsplätze und gewachsene industrielle Strukturen in Rahlstedt verloren gehen. Aus Sicht der Gewerkschaft stellt sich deshalb die Frage, ob eine vollständige Aufgabe des Standorts und des Gebäudes tatsächlich wirtschaftlich notwendig ist. Aus Sicht der IGBCE und der Beschäftigten wurden die Leistungen und der Beitrag der Belegschaft bei den bisherigen Überlegungen nicht ausreichend berücksichtigt. Die Kolleginnen und Kollegen haben über Jahre ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg geleistet, Wissen aufgebaut und Verantwortung übernommen.

Für die IGBCE steht fest: Der Standort und das Objekt müssen erhalten bleiben. Sollte Evonik den Standort selbst nicht fortführen wollen, muss auch eine Fortführung durch einen anderen Investor geprüft werden. Ziel der Gewerkschaft ist es, starke und tarifgebundene Industriearbeitsplätze in Hamburg zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Der Standort in Rahlstedt soll Mitte 2027 geschlossen werden. Die Aktivitäten für Kosmetik- und Pflegeprodukte sollen gemeinsam mit dem technologischen Know-how am größeren Standort Essen-Goldschmidtstraße gebündelt und somit das Geschäft dort weitergeführt werden. Der Standort in Essen bildet heute schon einen Schwerpunkt der Business Line „Care Solutions“ von Evonik, zu der auch der Hamburger Standort gehört. Wie die gesamte chemische Industrie ist auch dieser Bereich von der schwachen globalen Wirtschaftsentwicklung und anhaltendem Margendruck im internationalen Wettbewerb betroffen.

Evonik ist ein in mehr als 100 Ländern aktives Chemieunternehmen mit Sitz in Essen. Es erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 14,1 Milliarden Euro sowie ein Ergebnis von 1,9 Milliarden Euro. Es beschäftigt rund 31.000 Mitarbeitende.