Wiederholt wurde ich in den letzten Wochen gefragt, ob denn wohl die provisorische Ampelanlage im Bereich Alter Zollweg/Bekassinenau/Wolliner Straße irgendwann wieder abgebaut wird. Seit über drei Jahren regelt sie dort den Verkehr, obwohl es vorher auch ohne gut lief. Die gute Nachricht vorweg: Die Ampelanlage wird bald wieder abgebaut. Aber warum wurde sie überhaupt aufgestellt und warum ist sie immer noch da?
Die provisorische Ampelanlage im Bereich Alter Zollweg/Bekassinenau/Wolliner Straße wurde errichtet, um den Umleitungsverkehr für die gesperrte Berner Straße zu bevorrechtigen. Solange die Berner Straße nicht durchgängig befahrbar war, wurde der Verkehr in beide Richtungen über Berner Heerweg/Bekassinenau/Alter Zollweg umgeleitet. Auch die provisorischen Fußgängerampeln im weiteren Verlauf der Bekassinenau wurden wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens während der Umleitung aufgestellt. Die Fußgängerüberwege, die dort ansonsten sind, reichten nicht aus.
Die Bauarbeiten in der Berner Straße sind aber seit kurz vor Weihnachten weitestgehend beendet und die Straße ist seit dem 18. Dezember 2025 wieder in alle Richtungen befahrbar, wenngleich noch einige Restarbeiten ausstehen. Mitte April sollen die letzten Bauarbeiten in der Berner Straße abgeschlossen sein. Die Umleitung ist daher schon seit Monaten überflüssig. Auch ich dachte, die Ampelanlagen hätten daher schon längst abgebaut werden können. Doch so einfach ist es nicht…
Denn mit der Außerbetriebnahme und dem Rückbau der provisorischen Ampelanlagen ist es nicht getan, sondern es muss dann auch der alte Zustand (Fußgängerüberwege, Fußgängerampel) wiederhergestellt werden – und diese Arbeiten sind witterungsabhängig. Die wiederherzustellenden Fahrbahnmarkierungen (u.a. Zebrastreifen) erfordern idealerweise Außentemperaturen von über 5 °C, bei thermoplastischen Materialien (Heißplastik) sind sogar Oberflächentemperaturen von über 12 °C anzustreben. In den Wintermonaten konnten die Fahrbahnmarkierungen daher gar nicht erfolgen. Und aufgrund der derzeit unbeständigen Witterung lässt sich das fachgerechte Aufbringen auch zurzeit nicht gewährleisten, teilte mir die Polizei auf Nachfrage mit.
Es ist daher noch ein klein wenig Geduld nötig, so blöd das ist. Sobald die Witterung das Aufbringen von Fahrbahnmarkierungen zulässt, kommen die provisorischen Ampeln wieder weg, so viel ist sicher.
Sehr geehrter Herr Buschhüter,
ja, die Berner Straße ist wieder, das freut uns von den Umbauarbeiten so lange genervten Anwohner der Gegend natürlich. Doch eine Frage bleibt. Bald nach der Freigabe gab es so niedrige Kälberzähne als Abgrenzung zwischen Radweg und Fahrbahn. Die waren bei Dunkelheit und schlechtem Wetter werde von Autofahrern noch von Radlern zu erkennen und wurden dann auch vom Schneeräumdienst beiseite geschoben. Nun stehen rot/weiße Baken auch an Stellen AUF dem Radweg, wo nicht mehr gebaut wird und behindern die Radler. Wie soll da die spätere Lösung aussehen? Kommen etwa die unfallträchtigen Kälberzähne wieder? Es wäre doch schön gewesen, man hätte nach Kopenhagener Vorbild den Radweg auf voller Länge etwas höher gelegt, dann gäbe es das Problem nicht.
Die Protektionselemente, die Sie Kälberzähne nennen, werden selbstverständlich nicht wieder aufgebaut. Entweder wird die Strichmarkierung, die die Radfahrstreifen von den Fahrstreifen abgrenzt, noch ergänzt, wo sie derzeit fehlt (weil dort vorher Protektionselemente montiert waren). Oder es werden andere Protektionselemente aufgebaut, die Radfahrende schützen, ohne für den Autoverkehr eine Unfallgefahr darzustellen. In Frage kommen Protektionselemente, wie Sie hier beschrieben sind: https://www.hamburg.de/resource/blob/1030452/f1ac5f3ae3251c671bd4e1748be067b9/leitfaden-zur-nachruestung-von-protektionselementen-auf-radfahrstreifen-data.pdf. Die wären mit 8 cm Höhe nur halb so hoch wie ihre Vorgänger und wären fehlerverzeihend gestaltet (trapezförmig/abgerundet). Eine Entscheidung dazu fällt in Kürze.
Vielen Dank Herr Buschhüter für alle Nachrichten in dieser Mail.
Vielen Dank für das positive Feedback!