Die DB InfraGO AG, die gemeinwohlorientierte Infrastruktursparte des DB-Konzerns, plant den alten Güterbahnhof Hamburg-Wandsbek zukünftig als Abstellanlage für ICEs und andere Personenzüge zu nutzen. Die neue Abstellanlage soll drei Abstellgleise umfassen. Hinzu kommen zwei weitere Gleise für die ständige Baulogistik, an denen Material für verschiedene Baustellen im Hamburger Stadtgebiet auf Züge verladen und über die Schiene zum jeweiligen Einsatzort transportiert werden kann.
Die Abstellablage soll auf drei Gleisen Platz bieten für die Abstellung von drei ICE-L und sechs Regionalzügen:
- Gleis 5: 613 m (Abstellung von zweimal ICE-L)
- Gleis 8: 544 m (Abstellung von einmal ICE-L und zweimal Regionalzug)
- Gleis 9: 502 m (Abstellung von viermal Regionalzug)
Bislang werden die Regionalzüge der Relationen Hamburg-Lübeck und Hamburg-Büchen-Schwerin-Rostock im Hamburger Hauptbahnhof aufwendig umrangiert, um zur dortigen Abstellanlage Högerdamm, südlich des Hauptbahnhofs gelegen, zu gelangen. Um von den Gleisen 5 bis 7 zur Abstellanlage am Högerdamm zu gelegen, sind Rangierfahrten über ein Kehrgleis an der Lombardsbrücke notwendig, von dort geht es dann über die Gleise 8, 9 oder 10 Richtung Süden. Das bahnsteiglose Gleis 10 im Hauptbahnhof soll zurückgebaut werden, um am Gleis 9 einen neuen Bahnsteig errichten zu können. Mit der neuen Abstellanlage in Wandsbek können diese Rangierfahrten entfallen. Auch ICEs in und aus Richtung Dänemark sollen dort dann abgestellt und „behandelt“ werden. Bei der „Behandlung“ handelt es sich um die Innenreinigung, die Entsorgung des Schmutzwassers und die Trinkwasserversorgung der Züge.
Daneben soll der alte Güterbahnhof weiterhin für die Baustellenlogistik genutzt werden können. Die südlich der neuen Gleise 5, 8 und 9 angeordneten zwei weiteren Gleise 11 und 12 sollen dem Umschlag Rad/Schiene dienen, wovon das Gleis 12 mit einer Kopframpe als Gleisabschluss versehen wird. Dies ist der Ersatz für Gleis 14, das ersatzlos entfällt.
Bei dem Projekt handelt es sich um ein Bedarfsplanprojekt, welches aus Bundesmitteln finanziert wird. Das Vorhaben befindet sich derzeit in der Entwurfsplanung, der nächste Schritt ist die Genehmigungsplanung, für die der Bund bislang noch nicht die erforderlichen Mittel bereitgestellt hat. Mit den Umbauarbeiten für die Abstellanlage kann nach Vorliegen eines Planfeststellungsbeschlusses begonnen werden. Gegenwärtig geht die DB von einer Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel im Dezember 2032 aus. Planung und Bau der Abstellanlage sind eng mit den Bauarbeiten für die neue S-Bahn-Linie S4 nach Bad Oldesloe abgestimmt.
Schriftliche Kleine Anfrage „Geplante Abstellanlage Hamburg-Wandsbek“ und Antwort des Senats vom 19. Juni 2026 (Drucksache 23/4419): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/104273/23_04419
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