Nicht in Rahlstedt, aber gleich nebenan und für viele Rahlstedterinnen und Rahlstedter einer wichtiger Umsteigepunkt: Mit bauvorbereitenden Maßnahmen hat in diesen Tagen die großangelegte Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes in Farmsen begonnen. Der gesamte Straßenraum zwischen den Kreuzungen Berner Heerweg und Am Luisenhof wird umgestaltet um die Situation für den Busverkehr, für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie für Radfahrende zu verbessern und dabei die Leistungsfähigkeit der vierspurigen Straße zu erhalten.
Zunächst werden Leitungen im Untergrund erneuert, im Frühjahr 2027 starten dann die eigentlichen Straßenbauarbeiten. Die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen.
Was passiert gerade am Farmsener Bahnhof?
Nach vielen Jahren der Planung, mehreren Bürgerbeteiligungsverfahren, das erste fand im Jahr 2019 noch vor der Corona-Pandemie statt, haben jetzt die bauvorbereitenden Maßnahmen für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes am U-Bahnhof Farmsen begonnen. Dazu gehört zunächst einmal der Rückschnitt des Grüns in dem dafür vorgesehenen zeitlichen Rahmen bis Ende Februar, da von März bis um Oktober grundsätzlich keine Bäume gefällt werden dürfen. Bis zum Frühjahr 2027 werden in einem ersten Schritt von Hamburger Energienetze und Hamburg Wasser neue Strom- und Wasserleitungen verlegt, erst danach beginnt der eigentliche Umbau im gesamten StraßenquerschnItt.
Ausführliche Informationen gibt es auf einer Projektseite des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG): https://lsbg.hamburg.de/farmsen
Aktuelle Anliegerinformation des LSBG (Februar 2026): https://lsbg.hamburg.de/resource/blob/1145722/89050b4034c191c3bac3774c714c6b15/u-farmsen-leitungsbau-anliegerinformation-februar-2026-data.pdf
Warum muss das Bahnhofsumfeld neugestaltet werden?
Das Umfeld des U-Bahnhofs Farmsen ist mittlerweile stark in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Mittlerweile nutzen täglich rund 52.000 Fahrgäste den Bereich zum Ein-, Aus- und Umsteigen. Durch den Umbau soll die Verkehrssicherheit erhöht sowie die Verkehrs- und Aufenthaltsqualität für alle Bürgerinnen und Bürger erhöht werden. Zudem wird der schlechte bauliche Zustand behoben und der gesamte Verkehrsraum in Ordnung gebracht. Darüber hinaus soll der Busverkehr durch bessere Wegebeziehungen und mehr Platz sowie eine bessere Übersichtlichkeit qualitativ gefördert werden, ebenso der Fuß- und Radverkehr mit dem Ziel der Verbesserung der Bedingungen.
Sind die Bürger beteiligt worden?
Vor dem Baubeginn gab es eine umfangreiche Variantenuntersuchung. Der Start des Beteiligungsformats war im Jahr 2019. Im Zuge des Verfahrens, das bis ins Jahr 2022 reichte, wurden 34 Stakeholdergespräche geführt, eine Vor-Ort-Befragung mit 100 Beiträgen, eine Veranstaltung für Gewerbetreibende vor Ort, mehrere öffentliche Veranstaltungen und eine weitere Online-Beteiligung mit 73 Beiträgen durchgeführt. Im Zuge dieses Beteiligungsverfahrens wurden diverse Lösungsvarianten sowohl die Verkehrsabwicklung als auch die Freiraumgestaltung betreffend entwickelt und untersucht. Das Ergebnis dieses umfangreichen, jahrelangen Beteiligungsprozesses wird jetzt umgesetzt.
Wie sieht die Planung aus?
Die Fahrbahn mit ihren vier Fahrspuren bleibt im Wesentlichen unverändert. Die Linienführung unter der U-Bahnbrücke sowie in Richtung Bramfeld / August-Krogmann-Straße wird lediglich etwas verschoben, um mehr Platz für Bushaltestellen, Geh- und Radwege zu erhalten.
Die Gehwege werden alle mit einer Breite zwischen 1,95 und 4 Meter in Ordnung gebracht. Sogenannte taktile Elemente grenzen für Sehbehinderte den Radweg ab. Die Ampeln werden barrierefrei gebaut, um allen das Überqueren der Straße zu erleichtern. Zudem werden im gesamten Bahnhofsumfeld 27 neue freistehende Bänke aufgestellt.
Moderne Busbuchten und Haltestellen mit Sitzen verbessern dabei den Komfort. Die Wege zwischen U-Bahnstation und Bushaltestellen werden kürzer und barrierefrei. Die neuen Busparkplätze in Richtung Bramfeld sind in Höhe Bramfelder Weg bereits fertiggestellt worden. Neue Ampeln mit Busvorrangschaltungen sollen die Busse pünktlicher machen und Wartezeiten reduzieren.
Für den Radverkehr werden weit überwiegend neue Radwege gebaut. Diese werden farblich abgesetzt, auf Höhe der Bushaltestellen zum Teil auch abwechselnd aus roten und warmgrauen Steinen. Dadurch soll die Aufmerksamkeit hinsichtlich querender Fußgänger und Radfahrer erhöht werden. Auf der Seite der Volkshochschule wird es einen Zweirichtungsradweg geben. Das war eine häufige Anregung im Bürgerbeteiligungsverfahren, die in der Planung realisiert worden ist, auch um einen sichereren Schulweg zu den Schulen im Umkreis zu ermöglichen. Die Fahrradabstellanlagen werden erneuert und um 50 weitere ergänzt.
Um den Platz für breitere Geh- und Radwege sowie Busbuchten und Haltestellen zu erhalten, müssen die Parkstände auf der Nordseite (VHS-Seite) entfallen. Die Parkstände für Taxen reduzieren sich von acht auf fünf. Neu entstehen werden zwei Parkstände mit E-Ladesäule sowie Ladezonen. Zuletzt werden noch fünf zentrale Abstellflächen für E-Scooter geschaffen, drei davon an den Zugängen zur U-Bahn.
Die Planungsunterlagen können hier heruntergeladen werden:
Abgestimmte Planung (Bericht): https://lsbg.hamburg.de/resource/blob/1007240/035853cd703258aa92915ad5b0071a74/u-farmsen-abgestimmte-planung-bericht-data.pdf
Abgestimmte Planung (Lageplan): https://lsbg.hamburg.de/resource/blob/1007238/ee931449bdfae5bce53ad6cb93dfe3cf/u-farmsen-abgestimmte-planung-plan-data.pdf
Wird es nach dem Umbau mehr Grün geben?
Auch wenn zunächst einmal 36 Bäume gefällt werden mussten, wird es nach der Maßnahme 47 neue Bäume, also elf mehr als vorher, geben. Zudem wird es nach dem Umbau insgesamt 1.200 m² weniger asphaltierte Flächen geben.
Wir die Erreichbarkeit des Einkaufstreffpunktes Farmsen verbessert?
Seit vielen Jahren werden die Treppen auf dem Weg vom U-Bahnhof und von den Bussen zum Einkaufstreffpunkt Farmsen kritisiert. Der Bau einer barrierefreien Rampe zur Anbindung des Einkaufstreffpunkts ist ein zentraler Wunsch aus dem Beteiligungsprozess. Die Baumaßnahmen an der Rampe werden schnellstmöglich, eventuell bereits frühzeitig noch vor dem Umbau des gesamten Haltestellenumfelds, beginnen. Ein genauer Baubeginn ist aber noch in Abstimmung.
Bisherige Beiträge zum Thema
Beteiligungsverfahren zum Umbau des Verkehrsknotens U Farmsen wird fortgesetzt (30. Juli 2021)
Moin Herr Buschhüter!
Besten Dank und beste Grüße
S.K.
Es passt zwar nicht direkt zu Farmsen, aber einen besseren „Aufhänger“ habe ich jetzt nicht gefunden:
Hätte man den Marienthalern ihren Bahnhof nicht noch lassen können? Es ist jetzt schon über vier Jahre her, dass der Bahnhof Wandsbek geschlossen wurde, ohne, dass irgendetwas an den Gleisanlagen verändert wurde.
Das einzige, was geschehen ist, ist die Entfernung des Bahnsteigdaches und des Fahrstuhls. Das hätte man auch kurz vor Beginn der tatsächlichen Bauarbeiten machen können.
Ich glaube, eine Weiternutzung des Bahnhofs bis zur tatsächlich notwendigen Schließung hätte auch zu mehr Verständnis der Marienthaler für den S4-Bau geführt.
Rückwirkend betrachtet haben Sie sicherlich recht. Der Plan zum Zeitpunkt der Schließung war ein anderer, nämlich mit den Bauarbeiten in diesem Bereich sehr viel zeitnäher beginnen zu können. Doch es kam anders. Der Drops ist leider gelutscht.