Das Bezirksamt Wandsbek beginnt in diesem Jahr mit der Grundinstandsetzung der Straße Am Friedhof. Mehr Platz für Fußgänger, bessere Bedingungen für Schulkinder, eine neue Fahrbahn und eine ausreichende Straßenentwässerung markieren die Eckpunkte der Planung. Nachdem im letzten Jahr bereits Leitungen im Untergrund erneuert worden waren, sollen in diesem Jahr die eigentlichen Straßenbauarbeiten starten. Das hat der bezirkliche Ausschuss für Mobilität jetzt entschieden. Zwischenzeitlich drohte der Baubeginn um ein Jahr verschoben werden zu müssen, da die Finanzierung nicht gesichert war. Die Bauarbeiten werden schätzungsweise zwei Jahre dauern.
Die aktuellen Planungsunterlagen (Lagepläne und Erläuterungsbericht der so genannten Schlussverschickung) können hier heruntergeladen und eingesehen werden: https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1021238
Im Rahmen des hamburgweiten Parkraum-Moratoriums wurde die Straßenbauplanung kritisch geprüft und Platz für zwei weitere Parkstände gefunden. Dies ist in den veröffentlichten Planungsunterlagen noch nicht berücksichtigt.
Stellungnahmen der Behörden zu Beschlüssen der Bezirksversammlung Wandsbek zu der Planung sind hier zu finden:
- https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1020853
- https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1020854
Info-Seite des Bezirksamts Wandsbek zur Straßenbaumaßnahme „Am Friedhof“: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/bezirke/wandsbek/themen/verkehr/bezirkliche-projekte-in-wandsbek/strassenumbauten/am-friedhof-438234
„Ich freue mich, dass das Bezirksamt Wandsbek einen Weg gefunden hat, mit der Straßenbaumaßnahme Am Friedhof wie geplant in diesem Jahr beginnen zu können. Die Bausubstanz ist hier sehr schlecht, und die Sanierung aufzuschieben, würde zu neuen Problemen führen. Außerdem spielt hier die Schulwegsicherheit eine große Rolle. Zu begrüßen ist, dass für die knapper werdenden Parkstände vor dem Friedhof eine Regelung gefunden wurde, die sicherstellt, dass sie vornehmlich Friedhofsbesuchern zur Verfügung stehen“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter.
Warum wird die Straße Am Friedhof grundinstandgesetzt?
Die Straße Am Friedhof weist derzeit einen mangelhaften und nicht regelkonformen Asphaltaufbau auf. Es fehlen nötige Tragschichten und der Aufbau der Straße besteht aus nicht frostschutzsicherem Material. Aus diesem schlechten baulichen Zustand resultiert der zunehmende Verfall der Bausubstanz der gesamten Straße. Zusätzlich ist die momentan vorhandene Straßenentwässerung nicht ausreichend. Ein durchgeführtes Baugrundgutachten zeigt die Notwendigkeit einer Grundinstandsetzung des betroffenen Straßenabschnittes auf. Dieser Planungsabschnitt umfasst neben der Straße Am Friedhof auch den Knotenpunkt Am Friedhof/Poggfreedweg sowie zum Teil den Knotenpunkt Am Friedhof/ Schöneberger Straße.
Die Straße Am Friedhof weist keine Radverkehrsanlagen auf. Der Radverkehr wird komplett im Mischverkehr auf der Fahrbahn geführt. In einigen Teilbereichen des Straßenabschnittes ist zudem das Radfahren auf dem Gehweg erlaubt. Die aktuellen Gehwegbreiten sind zum Teil sehr schmal. Im Planungsbereich sind bislang keine taktilen Leitelemente oder andere Orientierungshilfen für mobilitätseingeschränkte Personen vorhanden.
Wie sieht die Planung aus?
Die nicht ausreichende Straßenentwässerung und der vorhandene mangelhafte nicht regelkonforme Fahrbahnaufbau, sowie der daraus resultierende weitere Verfall der Substanz des gesamten Straßenkörpers erfordern eine Grundinstandsetzung der Straße Am Friedhof. Damit einhergehend sollen auch die vorhandenen Defizite, wie die sehr schmalen Gehwegbreiten entlang des Friedhofgeländes oder die Situation für Schulkinder hinsichtlich des Schulweges, verbessert werden. Im Einzelnen:
Die Gehwege werden erneuert und verbreitert. Südlich der Straße Poggfreedweg ist nach wie vor ausschließlich auf der Ostseite ein Gehweg vorgesehen. Der Gehweg erhält hier eine Breite von 2,15 bis 2,50 Metern. Nördlich Poggfreedweg wird der Gehweg auf der Friedhofsseite in Höhe der Friedhofsmauer von 1,60 Meter auf mindestens 2,65 Meter verbreitert, ansonsten erhält er eine Breite von 2,50 Meter. Auf der Schulseite variiert die Gehwegbreite in der Regel zwischen 2,30 Meter und 3,45 Meter, an einer kurzen Stelle vor Hausnummer 6/6a wird er auf 2,18 Meter eingeengt. Die Fußgängerschutzgitter vor den Schulstandorten und im Bereich des Fußgängerüberwegs an der Einmündung zur Schöneberger Straße werden wie im Bestand wieder aufgebaut. In den Knotenpunkten Poggfreedweg und Schöneberger Straße wird auf der Ostseite je eine Sitzbank mit Südwestausrichtung aufgestellt.
In Höhe der Stadtteilschule (Hausnr. 14a) und vor Hausnummer 42 werden Querungsstellen eingerichtet. Zur Herstellung der Barrierefreiheit erhalten diese und die Querungsstellen am Knotenpunkt mit dem Poggfreedweg und an den Einmündungen Bordsteinabsenkungen und taktile Leitelemente für Sehbehinderte.
Im Planungsbereich sind keine Radverkehrsanlagen geplant. Die Radfahrenden fahren im Mischverkehr auf der Fahrbahn. Zum Fahrradparken werden an mehreren Stellen insgesamt 29 Fahrradbügel aufgestellt. Die Tempo-30-Strecke wird auf durchgehend 860 m verlängert und umfasst zukünftig auch die Kindertagesstätte Am Friedhof 92.
Die Fahrbahn wird nördlich Poggfreedweg 6,00 Meter breit werden, südlich Poggfreedweg 5,50 Meter. In Höhe der beiden neuen Querungsstellen vor der Stadtteilschule und vor Hausnummer 42 sowie vor den Hausnummer 6-8 und 28-30 wird die Fahrbahn auf 3,80 Meter eingeengt, um die Geschwindigkeit in der Straße Am Friedhof möglichst zu reduzieren und insbesondere die Verkehrssicherheit im Bereich der Schule zu erhöhen, da von der Polizei festgestellt wurde, dass Tempo 30 vor der Schule überwiegend nicht eingehalten wird.
Für die Umsetzung der Maßnahme ist eine Neuordnung des ruhenden Verkehrs notwendig. Statt halbachsig auf dem Gehweg werden die Parkstände nördlich Poggfreedweg zukünftig in markierten Zonen am Fahrbahnrand angeordnet. Die Anzahl der Parkstände in der gesamten Straße reduziert sich dadurch von circa 121 auf circa 74. Auf Initiative des Regionalausschusses Rahlstedt wird im Bereich des Friedhofs für die Parkstände zukünftig eine Parkscheibenregelung eingeführt: Das Parkplatz-Konzept sieht für die 19 markierten Längsparkstände auf der Ostseite der Fahrbahn im Bereich der Friedhofseingänge eine Parkbeschränkung von zwei Stunden zwischen 8 Uhr und 18 Uhr vor. So soll erreicht werden, dass die Parkstände dort vornehmlich den Friedhofsbesuchern zur Verfügung stehen.
Bislang sind in der Straße Am Friedhof keine Straßenbäume vorhanden. Im Bereich der vier Fahrbahneinengungen werden im Zuge der Baumaßnahme zehn neue Straßenbäume gepflanzt, wodurch die Straße auch optisch aufgewertet wird.
Die öffentliche Beleuchtung wird im Zuge der Baumaßnahme verbessert, um eine ausreichende Beleuchtung der Fahrbahn und der Gehwege sicherzustellen. Zukünftig wird alle 35 Meter eine Leuchte stehen (derzeit alle 50 bis 65 Meter), dafür werden 10 Masten erneuert und 15 ergänzt.
Die Straßenentwässerung wird im nördlichen Abschnitt zwischen Poggfreedweg und Rahlstedter Straße komplett neu angelegt. Für den Anschluss an das Regenwassersiel in der Rahlstedter Straße müssen auch im Einmündungsbereich an der Rahlstedter Straße Bauarbeiten stattfinden. Im südlichen Abschnitt bleibt der Graben erhalten und wird eneuert und von Einbauten befreit.
Frühere Beiträge zum Thema:
Grundinstandsetzung der Straße Am Friedhof soll im März beginnen (12. Februar 2025): https://www.buschhueter.de/grundinstandsetzung-der-strasse-am-friedhof-soll-im-maerz-beginnen/
Pläne für Grundinstandsetzung der Straße Am Friedhof werden vorgestellt (24. November 2023): https://www.buschhueter.de/plaene-fuer-grundinstandsetzung-der-strasse-am-friedhof-werden-vorgestellt/
Neue Asphaltdeckschicht für die Straße Am Friedhof (28. Juni 2018): https://www.buschhueter.de/neue-asphaltdeckschicht-fuer-die-strasse-am-friedhof-zwei-tage-vollsperrung/
Planung für Grundinstandsetzung der Straße Am Friedhof beginnt (4. Mai 2017): https://www.buschhueter.de/planung-fuer-grundinstandsetzung-der-strasse-am-friedhof-beginnt/
Guten Tag,
habe ich es richtig verstanden, dass die ohnehin enge Fahrbahn zwischen Poggfreedweg und Schöneberger Straße nochmal um einen Meter schmaler gemacht wird? Der Wahnsinn. Entweder muss es dann in diesem Abschnitt ein absolutes Halteverbot geben oder dieser Teil der Straße muss Einbahnstraße werden. Ansonsten gibt es Chaos. Nach dem Desaster in der Berner Straße sollten die „Klugen Köpfe“ in der Behörde vielleicht doch einmal auf die Ratschläge der Bürger hören. Denn im Prinzip „funktioniert“ die Straße so wie sie jetzt ist. Von irgendwelchen Unfällen dort habe ich noch nie gehört. Der Wegfall von Parkplätzen ist doch reine Ideologie. Über die „Bauzeit“ von zwei Jahren sage ich, als jemand der lange Jahre in Asien gearbeitet hat, lieber nichts..
Eine nennenswerte Verbreiterung des Gehwegs erfolgt nur im nördlichen Abschnitt zwischen Poggfreedweg und Rahlstedter Straße, im südlichen Bereich wird er sogar 0,05 m schmaler. Die Fahrbahn erhält im Gesamtverlauf der Straße eine Regelbreite von 5,50 m, im südlichen Abschnitt ergänzt um eine Bankettfläche auf der Grabenseite (mit Rasengittersteinen befestigt) von 0,50 m Breite, die bei Bedarf (Begegnungsfall Lkw/Lkw) befahren werden kann. Damit ändert sich die Fahrbahnbreite im Abschnitt südlich Poggfreedweg von heute 6,05 m auf zukünftig 6,00 m (einschließlich 0,50 m Rasengitterstein-Bankett) praktisch nicht.
Lieber Herr Buschhüter,
Zu diesem Thema haben wir wiederholt gesprochen, dennoch hier einige
Anmerkungen grundsätzlicher Art:
Richtig ist, daß die Strasse nicht den „schulischen“ Bauregeln entspricht-
Seit mehr als 30-40 Jahren hält sie dennoch. Vor etwa 2 Jahren wurde eine
Obere Verschleiss-Asphalt-Decke drauf gebracht- eine Dame der Behörde
Sagte mir, das wird demnächst komplett neu gebaut!
Den Planungen zu entnehmen , stehen Radfahrer an erster Stelle (zahlen 0 Verkehrsteuern)
Autofahrer sollen mit teilweisen Breiten von 3,80 mit. Auskommen.
An FEUERWEHR mit 3,50 mtr. Breite und Rettungswagen, sowie Polizei im RETTUNGSEINSATZ wird keine Rücksicht genommen!
Da der Platz in der Breite sehr begrenzt ist, muss eine pragmatische Lösung für „ALLE“
Verkehrsteilnehmer geschaffen werden!
Wie ist die Parkmöglichkeit beim Steinmetz- Wird dort die Strasse beim Abladen von Material gesperrt? Was ist mit den Anlieferdiensten Wie DHL etc.?
Die Strassenentwässerung ist bei Starkregen schon immer ein Problem gewesen,
Lässt sich baulich preisgünstiger lösen!
Für mich ist erkennbar, das die Planer „nie“ vor Ort gewesen sein können, sonst
Wäre etwas anderes herausgekommen.
Die Strasse hält trotzdem, auch wenn das nicht angehen kann.!!!!!
Hoffentlich gibt es noch eine Korrektur!
Mit freundlichem Gruß
K-H Böttger
Ich gehe nicht davon aus, dass die Planung noch wesentlich geändert wird, es soll ja dieses Jahr mit der Grundinstandsetzung begonnen werden. Ein wesentliches Planungsziel ist die Schulwegsicherheit. Für Radfahrerinnen und Radfahrer hat die Planung hingegen kaum etwas anzubieten, denn aus Platzgründen gibt es auch weiterhin keine separaten Radverkehrsanlagen, es muss auf der Fahrbahn gefahren werden. Allerdings erhalten Fußgängerinnen und Fußgänger etwas mehr Platz, mit Blick auf die beiden Schulstandorte und den Friedhof mit seinem Besucherverkehr. Die Planung ist im Übrigen auch mit Polizei und Feuerwehr intensiv abgestimmt. Vor dem Steinmetzbetrieb (Am Friedhof 4, in der Planung ausdrücklich vermerkt) konnte bislang am Fahrbahnrand zum Be- und Entladen gehalten werden und das ist auch zukünftig erlaubt, solange eine ausreichende Durchfahrtsbreite von mindestens 3,05 Meter verbleibt. Die Fahrbahnbreite beträgt hier 6 Meter. Entsprechendes gilt auch für Lieferdienste in den weiteren Bereichen der Straße, soweit sie nicht auf ausgewiesenen Parkständen halten. Die Deckschichtsanierung in der Straße Am Friedhof (DSK-Verfahren) erfolgte bereits im Juli 2018, ist also bald acht Jahre her und nicht etwa zwei.