Das Bezirksamt Wandsbek plant, den Radweg auf der Westseite der Bekassinenau in Oldenfelde auf 832 Metern Länge zu sanieren. Dabei geht es um den Abschnitt zwischen Fünfstück und Stargarder Straße. Außerdem soll dann endlich auch die seit Jahrzehnten bestehende Lücke an der Einmündung Fünfstück geschlossen werden. Die beiden Bushaltestellen werden barrierefrei ausgebaut. Der bezirkliche Mobilitätsausschuss hat der Baumaßnahme kürzlich zugestimmt. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich Ende nächsten Jahres erfolgen und geschätzt circa 550.000 Euro kosten.
Der Radweg in diesem Abschnitt ist derzeit im Durchschnitt 1,10 Meter breit und befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand. Insbesondere die flach liegenden Wurzeln der zwischen Bordstein und Radweg stehenden Birken setzen dem Radweg arg zu. Die Radwege in der Bekassinenau sind nicht benutzungspflichtig. Radfahrende haben die Wahl, entweder im Mischverkehr auf der Fahrbahn oder auf dem rechten Radweg zu fahren, viele Radfahrende entscheiden sich aber weiterhin für die Nutzung der Radwege. Der Erhalt des Radweges und dessen Sanierung dient damit auch der Schulwegsicherung.
Geplant ist, den Radweg durchweg auf 1,50 Meter zu verbreitern und mit roten Betonsteinen zu befestigen. Dort, wo sich Wurzeln nah an der Oberfläche befinden, soll der Radweg einstweilen mit Grand (Glensanda) befestigt werden. Das betrifft in Summe circa 65 Meter der Gesamtstrecke. Unter den gegebenen Bedingungen stellt die gewählte Variante die wirtschaftlichste Lösung dar und entspricht den technischen Mindestanforderungen.
Außerdem ist geplant, die bestehende Lücke in Höhe der Einmündung der Straße Fünfstück zu schließen. Beim Ausbau der Bekassinenau in den 1960er Jahren konnte die hier die erforderliche Straßenverbreiterungsfläche von der Stadt nicht erworben werden. Seitdem ist der Gehweg dort nur etwa 1 Meter breit, der Radweg fehlt hier völlig. Mittlerweile ist der notwendige Grunderwerb hier auf der Zielgeraden, sodass mit der Sanierung des Radwegs hier auch der lang ersehnte Lückenschluss erfolgen kann.
Der Gehweg wird in einer Breite von 2 Metern hergestellt. Die beiden Bushaltestellen „Greifenberger Straße“ und „Treptower Straße“ (in Fahrtrichtung U Farmsen) werden barrierefrei mit einem Bussonderbord und taktilen Elementen für Sehbehinderte und Blinde ausgebaut. Aufgrund der fehlenden Breite und Läge bleibt es aber bei den vorhandenen Maßen.
Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die vorhandenen halbachsigen Parkstände, insgesamt 21 an der Zahl, müssen entfallen. Einen Sicherheitstrennstreifen von 90 cm zwischen den parkenden Fahrzeugen und dem Radweg gibt es nicht, teilweise wird sogar auf dem Radweg geparkt. Da bei der Sanierung des Radwegs kein Platz für den vorgeschriebenen Sicherheitstrennstreifen ist, bleibt nur der Verzicht auf die Parkstände. Geprüft wurde auch, ob die Fahrzeuge am Fahrbahnrand parken könnten, dem steht aber der Busverkehr entgegen, Busse könnten sich hier dann nicht mehr gefahrlos begegnen. Andere Varianten, wie eine Neuordnung des gesamten Straßenquerschnitts (Nachteil: Entfall aller Bäume) oder Rückbau des Radwegs zugunsten eines breiteren Gehwegs (Nachteil: Radfahrende müssen auf der Fahrbahn fahren) wurden aus naheliegenden Gründen verworfen.
Die Wandsbek-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hat deshalb die Idee ins Spiel gebracht, ob auf dem Parkplatz der ALDI-Filiale in der Bekassinenau 86 das Projekt Feierabendparken eingerichtet werden kann, um die entfallenden Parkstände zu kompensieren. Die Entscheidung liegt letztlich bei ALDI.
Die Planungsunterlagen können hier eingesehen werden: „Baumaßnahme: Bekassinenau Schulwegsicherung Teilbaumaßnahme: Straßenbau“, Vorlage des Bezirksamts Wandsbek vom 23. Juli 2026, Drucksache 22-4051: https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1025727
Guten Tag Herr Buschhüter,
sicherlich eine erfreuliche Nachricht, insb. für sichere Rad-Schulwege. Allerdings ist der Zustand der Radwege an vielen Stellen marode, hubbelig und notdürfrig ausgebessert und wird in den nächsten Jahren kaum mehr nutzbar sein, insb. auch der Schulweg zum Alten Zollweg. Die meisten Radler nutzen jetzt schon lieber Gehweg u. Straße. Das Problem der „Geisterradler“ wird begünstig indem man nur an sehr wenigen Stellen die Bekassinenau sicher überqueren kann. Wäre die Sanierung in einen Zweirichtungsradweg nicht eine Lösung, die man bei dieser Maßnahme schon berücksichtigen könnte oder die Erweiterung der 30er Zone in beide Richtungen? Dadurch würde das Überqueren von Geisterradlern erleichtert + Schulweg sicherer. Viele Grüße
Vielen Dank für Ihrem Beitrag. Zweirichtungsradwege sorgen an Einmündungen und Überfahrten für Konflikte mit dem Autoverkehr, der nicht unbedingt mit von rechts kommenden Radfahrern rechnet, selbst wenn das durch Schilder gesondert kenntlich gemacht wird. Deswegen kommen sie nur in sehr seltenen Ausnahmefällen zum Einsatz. Außerdem müsste ein Zweirichtungsradweg zwingend breiter sein, 1,50 Meter Breite reichen dafür nicht aus, nach den Richtlinien müssen es wenigstens 3,00 Meter breit sein. Dann wären in dem betreffenden Abschnitt der Bekassinenau aber nur noch 50 cm für den Gehweg übrig, oder der Grünstreifen mit allen Bäumen müsste weg – auch keine wirkliche Option. Unter den gegebenen Umständen ist das, was das Bezirksamt jetzt plant, das beste, was hier möglich ist.
Das liest sich gut, denn bei der bisherigen Lösung ist das denglisch „Dooring“ genannte Unfallrisiko hoch. Es ist zu hoffen, daß Aldi daher Verständnis dafür aufbringt, den zu Zeiten der Geschäftsschließung leeren Parkplatz Anwohnern zur Verfügung zu stellen. Die Haftungsfrage muß sicher noch geklärt werden. Doch ein Hinweis macht mir Sorgen. Radler, „die den rechten Radweg benutzen“. Ist eigentlich einmal untersucht worden, wie gefährlich die Nutzung des Radweges auf der falschen Straßenseite für Radler ist? Kraftfahrer, die nach rechts abbiegen wollen sehen zwangsläufig nach links, um sich in den ggf, fließenden Verkehr von dieser Seite einfädeln zu können. Wenn dann ein Radler auf deren rechter Seite schnell gefahren kommt, setzt er sich der Gefahr aus, nicht gesehen zu werden und gegen das Fahrzeug zu prallen.
Vielen Dank für Ihre positive Rückmeldung. Ja, Geisterradeln (Fahren auf einem Radweg in falscher Richtung) ist gefährlich, erst recht, wenn Geisterradler mangels Bewusstsein für ihr Fehlverhalten nicht defensiv fahren. Die Polizei warnt eindringlich vor Geisterradeln, nicht zuletzt aus den Grünen, die auch Sie nennen: https://www.polizei.hamburg/verkehrssicherheitsaktion-geisterradler–793052
Das ist eine tolle Nachricht! Dass das halbachsige Parken entfällt, ist besonders hilfreich. So etwas führt nämlich sonst dazu, dass sich die Fahrzeuge immer mehr auf den Radweg drängen, um von der Fahrbahn wegzukommen (siehe Treptower Strasse). Das gefährdet nicht nur die Radfahrer, sondern zerstört auf die Dauer auch den Radweg, dessen Unterbau für solche Belastungen nicht ausgelegt ist.
Vielen Dank für das positive Feedback. Genau so ist es.
Mein Flehen wurde erhört. Vielen Dank für diese positive Information. Hoffentlich wird der sanierte Radweg dann auch von Fahradfahrenden Schulkindern der Bekassinenau genutzt. Dann könnten die Elterntaxis gerne einmal in der Garage stehen bleiben. 😉
Danke für das positive Feedback! Das sehe ich auch so.
Moin Herr Buschhüter!
Erhält die Bekassinenau auf den noch fehlenden Teilstücken in diesem Zuge auch eine neue Asphaltdeckschicht?
Die Bekassinen wurde ja als Ausweichstrecke während der Arbeiten an Berner Straße/Fasanenweg genutzt und hat unter dem erhöhten Verkehrsaufkommen durchaus gelitten.
Viele mitunter mehrfach gestopfte Schlaglöcher, diverse abgesenkte Schachtabdeckungen, Risse, Unebenheiten, usw.
Besten Dank für Ihre Antwort im voraus sowie freundliche Grüße
S.K.
Ich gehe davon aus, dass die Fahrbahndecke im vor sechs Jahren ausgesparten mittleren Teil (Stargarder Straße bis Bekassinenaubrücke) in den nächsten Jahren auch noch saniert wird. Allerdings wäre das ein gesondertes Projekt, unabhängig von der Radwegsanierung.