Mit dem Bau der neuen S-Bahn-Linie S4 nach Rahlstedt, Ahrensburg und Bad Oldesloe entsteht in den nächsten Jahren auf der Grenze zwischen Tonndorf und Rahlstedt auch die neue S-Bahn-Station Pulverhof. Bislang ist das Gebiet städtebaulich untergenutzt, auf Rahlstedter Seite dominieren kleinteilige Gewerbetriebe. Wegen seiner unmittelbaren Nähe zur zukünftigen S-Bahn-Station ist das Quartier prädestiniert für Wohnungsbau. Das Bezirksamt Wandsbek hat deshalb einen Rahmenplan für die städtebauliche Entwicklung des Quartiers in Auftrag gegeben.
Mittlerweile liegt ein Zwischenbericht vor. Später könnte ein neuer Bebauungsplan die neuen städtebaulichen Ziele für das Gebiet festlegen.
Das Bezirksamt Wandsbek beschreibt die Aufgabenstellung dabei wie folgt: „Rund um den Bereich des neuen Haltepunktes in Tonndorf existieren verschiedene räumliche Entwicklungsoptionen, die in einer ganzheitlichen Betrachtung untersucht wurden. Im besonderen Fokus waren dabei die verkehrlichen, städtebaulichen und freiraumplanerischen Fragestellungen in diesem Bereich. Der Rahmenplan Am Pulverhof zeigt im Konzept eine Entwicklungsidee, an der sich die zukünftigen städtebaulichen, freiraumplanerischen und verkehrlichen Entwicklungen in diesem Bereich orientieren sollen. Gleichwohl stellt der Rahmenplan keine normative Vorgabe dar und kann konkrete Vorhaben und Entwürfe nicht ersetzen, die unter Beachtung der Zielaussagen durch die jeweiligen öffentlichen und privaten Stellen, nicht zuletzt auch die Grundeigentümer/innen im Gebiet in den kommenden Jahren noch zu entwickeln sein werden. In diesem Rahmen werden auch Weiterentwicklungen möglich bleiben.“
Im Stadtteil Rahlstedt betreffen die Überlegungen vor allem die Dreiecksfläche zwischen Bahntrasse, Am Pulverhof und Tonndorfer Weg. Die Gutachter schlagen für diesen Bereich eine Nachverdichtung mit Wohnraum vor, in Kombination mit Gewerbe, Dienstleistungen und sozialer Infrastruktur. So sollen neue Potenziale für Wohnen und Gewerbe erschlossen werden.
Um eine geordnete Stadtentwicklung zu ermöglichen und spekulativen Tendenzen entgegenzuwirken, hatte der Senat bereits Anfang 2020 eine Verordnung erlassen, mit dem er sich ein Vorkaufsrecht an Grundstücken unter anderem im Umfeld der neuen S-Bahn-Station Pulverhof einräumt, darunter auch die Dreiecksfläche zwischen Bahntrasse, Am Pulverhof und Tonndorfer Weg in Rahlstedt. Ziel der Vorkaufsrechtsverordnung ist es, dass dort nicht Grundstücksspekulanten, sondern die Stadt gewinnt.
Die Vorkaufsrechtsverordnung kann hier eingesehen werden: https://www.landesrecht-hamburg.de/bsha/document/jlr-WandsbVorkRVHApELS. Der Stadt Hamburg gehören in diesem Bereich, teilweise noch aus alter Zeit, bereits mehrere Grundstücke, und zwar im Stadtteil Rahlstedt Am Pulverhof 4 (Flurstücke 1041 und 1042), Tonndorfer Weg 7/7a (Flurstück 6714) und Tonndorfer Weg 15-17 (Flurstück 1034).
Hintergrundmaterial:
Rahmenplan „Am Pulverhof“ – Zwischenbericht des Gutachters / Vorlage für die Sitzung des Planungsausschusses der Bezirksversammlung Wandsbek am 6. Mai 2025: https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1022706
Rahmenplanung für die städtebauliche Entwicklung um den neuen S-Bahnhaltepunkt Pulverhof – Zwischenbericht (Konzeptidee) des Gutachters WRS Architekten & Stadtplaner GmbH (Anlage zum Protokoll der Sitzung des Planungsausschusses der Bezirksversammlung Wandsbek am 6. Mai 2025): https://www.buschhueter.de/wp-content/uploads/2025/11/2025-05-06_WRS_Konzeptidee-Pulverhof_klein.pdf
Interessant. Danke für den Beitrag.
Spannend wird hier die Fragestellung sein, was mit den bestehenden Gewerbebetrieben passiert und wie der neue Wohnraum lärmgeschützt und vor allem bezahlbar gestaltet wird.
Ja, das wird in der weiteren Planung und Umsetzung noch eine Rolle spielen. Ohne die Eigentümer der betreffenden Grundstücke geht es auch gar nicht.
Hallo Herr Buschhüter,
ich habe hier mal ein ganz anderes Problem. Gibt es eine Seite, auf der man sehen kann, wo in Meiendorf noch Altkleidercontainer stehen? Die beiden letzten, die ich kannte (vor der Baustelle an der Kreuzung Spitzbergenweg) wurden ja leider nun auch entfernt. Ich weiß jetzt nicht mehr, wo ich meine Kleidung hinbringen soll. Jedesmal bis zur Bargteheider Straße zu fahren habe ich nun auch keine Lust. Es kann aber doch nicht angehen, dass beschlossen wird, dass man Kleidung nicht mehr in den Restmüll werfen darf, aber sämtliche Container abgebaut werden. Mal ganz davon abgesehen, dass die Kleidung, die ich weggeben will, viel zu gut für den Müll ist.
Viele Grüße
Nadine
Ich habe gesehen, dass bei den Altpapier- und Altglascontainern im Kriegkamp, gegenüber Hausnummer 10, jetzt auch ein Altkleidercontainer steht. Ich werde das Thema einmal recherchieren und im Blog dann noch einen Beitrag zu der generellen Frage der korrekten Altkleider-Entsorgung und den Containerstandorten in Rahlstedt, Oldenfelde und Meiendorf veröffentlichen.
Auch zum Kriegkamp müsste ich leider mehrere Stationen mit dem Bus fahren. Aber danke schon mal im Voraus für die Recherche dazu.
Ich habe inzwischen einen gefunden, wo ich zu Fuß hinlaufen kann. Ich hoffe, der wird nicht auch noch demnächst abgebaut.
Das freut mich. Danke für die Rückmeldung.
Hallo Nadine, bisher standen immer noch 2 Altkleider-Container im Norlandweg, bei der Einfahrt zur Seniorenwohnanlage. Zumindest hab ich da vor ein paar Wochen noch meine Säcke abgeladen.
Im Gebiet westlich der Stein-Hardenberg-Str. entstehen m.W. im kommenden Jahr zwei Neubauten innerhalb der vorhandenen Parzellierung (Am Pulverhof 21+25). Hier scheint die Stadt ihr Vorkaufsrecht nicht geltend gemacht zu haben.
Danke für den Hinweis. Wünschenswert wäre es ja, wenn dort eine Bebauung entsteht, die der zukünftigen Lagegunst Rechnung trägt.
OK, dann hatte ich eine andere Information.
Man müsste auch ggf. warten, bis dazwischenliegende Immobilien ebenfalls veräußert werden, um dann z. B. einen „MFH-Baublock“ zu errichten. Das könnte eine mehrjährige Nichtnutzung der Grundstücke zur Folge haben. Sechs RH vs. ein EFH sind dann ja schon eine ordentliche Verdichtung…
Das stimmt, so ist es. Ich finde allerdings eine größere Verdichtung umso vernünftiger, je näher ein Grundstück der zukünftigen Station ist. Das besagte Grundstück würde im Falle einer anderweitigen Bebauung eine verdichtete Bebauung auch auf den Nachbargrundstücken blockieren. Deshalb wäre in einem solchen Fall durchaus überlegenswert, hier für einige Zeit auch eine Brache in Kauf zu nehmen. Aber vielleicht wurde das auch schon anders entschieden.
Moin, der Bereich gehört nicht dazu, wo die Stadt Vorkaufsrecht wahrnimmt, wäre auch zu kleinteilig, um es zu entwickeln. Auf dem Grundstück Nr. 21 gibt es einen Bauvorbescheid, in dem das bereits abgerissene EFH durch 6 Reihenhäuser ersetzt wird. So jedenfalls die Info des Maklers.
Das Grundstück Am Pulverhof 21 ist Bestandteil des Gebiets, in dem das Vorkaufsrecht gilt, aber die Stadt nimmt es nicht überall wahr. Ob sie auch hier bewusst darauf verzichtet hat oder eine solche Entscheidung noch aussteht, muss ich herausfinden. Gerade hier wäre es höchst lohnenswert, um eine städtebaulich sinnvolle Entwicklung zu ermöglichen. Durch eine Bebauung des Grundstücks mit Reihenhäusern wäre auf der ganzen Ecke Stein-Hardenberg-Straße/Am Pulverhof eigentlich keine mehrgeschossige Mehrfamilienhausbebauung mehr möglich, weil eben dieses Grundstück mittendrin liegt.
Moin Herr Buschhüter,
ich frage mich beim Vorbeifahren am künftigen Haltepunkt Pulverhof oft, wann es hier den mal richtig mit den Bauarbeiten losgeht. Was hier geplant ist wird doch sicher auch einige Bauzeit in Anspruch nehmen, so dass ich an der derzeit geplanten Fertigstellung 2027/28 immer wieder leise innere Zweifel hege. Wissen Sie, wann die Bauarbeiten hier (und auch an der künftigen Haltestelle Holstenhofweg) Fahrt aufnehmen, so dass (von außen) erkennbare Fortschritte zu entnehmen sind?
Danke für Ihr Feedback vorab und viele Grüße
Die S4-Bauarbeiten können hier erst beginnen, sobald ein Planfeststellungsbeschluss für den PFA 2 (Luetkensallee – Landesgrenze) vorliegt. Dieser wird im Frühjahr 2026 erwartet. Im Anschluss ist noch mit Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss vor dem Bundesverwaltungsgericht zu rechnen, weshalb die Bahn zunächst wohl nur mit bauvorbereitenden Maßnahmen (Grünrückschnitt, Leitungsverlegungen) beginnen wird, bevor dann später, mit Bestandskraft des Planfeststellungsbeschlusses, voraussichtlich im 3. Quartal 2027 die Hauptbaumaßnahmen beginnen können. Immerhin: Das neue Elektronische Stellwerk Wandsbek, das sich am Bahnübergang Am Pulverhof befindet, ist bereits gebaut (hier lief ein gesondertes Verfahren), es soll im Oktober 2026 in Betrieb genommen werden.
Hallo,
Ihre Zweifel teile ich zu 100%.
Ich denke mal die S4 wird Rahlstedt in diesem Jahrzehnt nicht „mehr“ anfahren.
Am Ende werden wir es sehen, wenn es soweit ist.
Warum bekommt Meiendorf keinen einzigen S4-Bahnhof wie schon 1919 vorgesehen?
Als vor über 100 Jahren ein Bahnhof Meiendorf angedacht war, gab es auch Pläne für eine weitläufige Villenkolonie rund um eben diesen Bahnhof. Heute ist hier größtenteils Naturschutzgebiet, unmittelbare Anlieger gibt es keine und eine sinnvolle Anbindung mit Bussen ist hier nicht denkbar, ohne auch breite Zufahrtsstraßen zu einem solchen Bahnhof zu bauen. Meiendorferinnen und Meiendorfer erreichen ihr Ziel mit der S4 einfacher und besser mit Umstieg am S-Bahnhof Rahlstedt, so nicht die U-Bahn-Stationen Berne und Meiendorfer Weg aufgrund ihrer Nähe die besseren Alternativen bleiben.