Das Gymnasium Meiendorf wünscht sich eine bessere Busanbindung. Bislang ist die nächstgelegene Bushaltestelle Alaskaweg der StadtBus-Linie 275 etwa 500 Meter entfernt. Würde die Buslinie durch den Schierenberg fahren, könnte sie direkt vor dem Gymnasium halten – und so Elterntaxis eindämmen. Dass die Stadtteilschule Meiendorf in den nächsten Jahren nebenan einen zweiten Standort für ihre Oberstufe erhält, ist ein weiterer guter Grund: Bis zu 1.900 Schülerinnen und Schüler werden dann am Standort Schierenberg unterrichtet.

SPD und Grüne unterstützen die Forderung von Schülervertretung, Elternschaft und Schulleitung des Gymnasiums Meiendorf. Regionalausschuss Rahlstedt und Bezirksversammlung Wandsbek beschlossen kürzlich auf deren Antrag einstimmig, die zuständigen Behörden um Prüfung zu bitten, „wie die Busanbindung des Gymnasiums Meiendorf und des zukünftigen Standorts eines Teils der Stadtteilschule Meiendorf im Schierenberg 60 und 50 im Zuge der Umsetzung des Hamburg-Takts verbessert werden kann.“

Bei den Planerinnen und Planern des Hamburg-Takts in der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende und beim hvv stößt die Forderung auf offene Ohren. Von dort heißt es nun in einer aktuellen Mitteilung an die Bezirksversammlung Wandsbek: „Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) erachtet eine bessere Erschließung des Bereichs zwischen den beiden auf den Umsteigepunkt U Berne (Kriegkamp) zulaufenden Schenkeln der Stadtbuslinie 275 – insbesondere der Straßenzüge Fasanenweg, Schierenberg und Bargkoppelweg (…) – vor dem Hintergrund der Strategien zum Hamburg-Takt als sinnvoll.“

Die Schülervertretung des Gymnasiums Meiendorf hatte mit Unterstützung der Schulleitung und der Elternschaft eine dauerhafte Verschwenkung der StadtBus-Linie 275 über Schierenberg und Polarweg vorgeschlagen, so dass die Haltestellen Alaskaweg (in veränderter Lage) und Leharstraße weiterhin bedient werden können und sich dort insofern keine Angebotsverschlechterungen ergeben. Dies würde für die StadtBus-Linie 275 einen Umweg von rund 420 Metern bedeuten, aber viele potenzielle Fahrgäste besser anbinden. Allerdings ist geplant, im Zuge der Sanierung der Radwege in der Saseler Straße die bestehende Bushaltestelle Alaskaweg im Bestand zu sanieren und zudem eine neue Haltestelle im Bereich der Einmündung Schierenberg anzulegen, zur besseren Erschließung des Neubauquartiers Irma-Keilhack-Ring und der umliegenden Gegend. Mehr dazu hier: https://www.buschhueter.de/saseler-strasse-neue-radwege-neue-und-zusaetzliche-bushaltestellen/

Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende verfolgt daher einen anderen Ansatz. In ihrer Mitteilung schreibt sie weiter: „Derzeit wird von der Hamburger Verkehrsverbund GmbH (HVV) eine zeitweise Verschwenkung der Stadtbuslinie 275 über den Fasanenweg in den Schierenberg geprüft, um mit Einrichtung einer neuen Haltestelle im Schierenberg in Schulnähe dessen Erreichbarkeit weiter zu verbessern. Die Folgen einer möglichen Verschwenkung, – u.a. dass die Haltestellen Alaskaweg und Leharstraße zweitweise nicht bedient werden würden –, müssen gegenüber dem zu erwartenden Nutzen noch abschließend bewertet werden. Auch Fragen in Bezug auf die Finanzierung dieser Maßnahme sind noch offen. Aufgrund der derzeit pandemiebedingt schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) können neue Maßnahmen in erster Linie über Kompensationen aus dem vorhandenen Angebotsbestand entwickelt werden.“

Darüber, wie es weitergeht, wird hier berichtet.

Was ist der Hamburg-Takt?

Senat und Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg haben den Klimaschutz zum Staatsziel erklärt. Hamburg soll bis 2050 klimaneutral werden. Bis 2030 sollen die klimaschädlichen Emissionen im Vergleich zu 1990 mehr als halbiert werden. Dem Sektor Verkehr kommt hier eine zentrale und verbindliche Rolle zu. Bis 2030 sollen 1,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Dazu muss der private PKW-Verkehr deutlich reduziert werden.

Die Alternative: Der Umweltverbund, bestehend aus ÖPNV inkl. On-Demand, Radverkehr und zu Fuß gehen, muss deutlich ausgebaut werden. Hier liegt der größte Hebel für mehr Mobilität bei weniger Emissionen. Mit dem Hamburg-Takt als wichtigstem Baustein der Mobilitätswende sollen allein fast die Hälfte der erforderlichen CO2-Einsparungen im Sektor Verkehr realisiert werden.

Mehr Informationen: https://www.hochbahn.de/de/verantwortung/der-hamburg-takt

Material zum Thema:

Stellungnahme der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende vom 21. April 2022 (Drucksache 21-5148): https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016510

Beschluss des Regionalausschusses Rahlstedt vom 23. Februar 2022 und der Bezirksversammlung Wandsbek vom 3. März 2022 (Drucksache 21-4875.1): https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016196

Eingabe des Gymnasiums Meiendorf zur Linienführung Bus 275 vom 16. Februar 2022 (Drucksache 21-4834): https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016127