Erfreuliche Nachrichten von der ehemaligen Mülldeponie Höltigbaum in Rahlstedt: Das dort abgesaugte Deponiegas kann seit Mitte Mai wieder energetisch verwertet werden. Hierfür wurde auf dem Deponiegelände von der Stadtreinigung ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer Leistung von 150 Kilowatt (elektrisch) errichtet, das derzeit im Probebetrieb läuft. Nach Auswertung der Betriebsdaten soll das BHKW ab Herbst im Dauerbetrieb betrieben werden. Dies erfuhr der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage an den Senat. In einem Verwertungskonzept sollen auch noch die Möglichkeiten für die Verwertung der erzeugten Wärme geprüft werden.

Nach der Insolvenz der ehemaligen Druckerei Broschek im Bargkoppelweg in Meiendorf war Ende Juli 2013 auch das dortige BHKW, das seit 2006 ausschließlich mit Deponiegas vom Höltigbaum betrieben worden war, stillgelegt worden. Für das Deponiegas gab es deshalb keine Verwendung mehr, es musste seit dem 1. August 2013 auf dem Deponiegelände kontrolliert abgefackelt werden. Insgesamt 414.894 Kubikmeter Deponiegas mit einem theoretischen elektrischen Energiegehalt von 1.211.000 Kilowattstunden mussten so ungenutzt verbrannt werden. „Die Wiederaufnahme der energetischen Verwertung des anfallenden Deponiegases ist sehr zu begrüßen. Deponien stehen weltweit an sechster Stelle der klimaschädlichen Methanproduzenten. Das Abfackeln des Deponiegases konnte insofern nur eine vorübergehende Notlösung sein. Durch die Nutzung der Deponiegas-Energie lassen sich sonstige Emissionsquellen vermindern und in der Summe können so alle gasförmigen Emissionen der Deponie praktisch neutralisiert werden“, sagt Buschhüter, der Mitglied im Umweltausschuss der Bürgerschaft ist.

Seit 1989 hat die Mülldeponie bereits über 42 Millionen Kubikmeter Deponiegas mit einem Heizwert von etwa 206 Millionen Kilowattstunden abgegeben. Erwartungsgemäß nehme die zu entnehmende Deponiegasmenge kontinuierlich ab, eine Entnahme werde jedoch auch die kommenden Jahrzehnte noch andauern, so die Stadtreinigung. Die Mülldeponie Höltigbaum am Hagenweg war zwischen 1974 und 1982 in Betrieb. Abgelagert wurden Hausmüll, Sperrmüll und hausmüllartige Abfälle sowie Boden und Bauschutt. Das umfangreiche Überwachungskonzept für die Deponie sieht die Untersuchung des Grundwassers im Umfeld, des Oberflächen- und des Sickerwassers sowie die Untersuchung der umliegenden Gewässer vor. Relevante Emissionen sind bislang nicht festgestellt worden.