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Die Freiwillige Feuerwehr (FF) Rahlstedt und die Rettungswache Rahlstedt erhalten an ihrem Standort in der Brockdorffstraße 22 einen gemeinsamen Neubau. Seit April 2025 laufen dafür die Bauarbeiten, im November 2025 wurde Richtfest gefeiert. Nun wurde bekannt, dass sich die Fertigstellung verzögert: Statt im Herbst 2026 soll die Indienststellung erst im Mai 2027 erfolgen. Dies erfuhr der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter auf Nachfrage von der Behörde für Inneres und Sport.

Laut Innenbehörde sind die Rohbauarbeiten fast abgeschlossen, die Fenster montiert, der Einbau der übrigen Außentüren und Remisentore erfolgt in Kürze, die Installation der Haustechnik ist größtenteils abgeschlossen, im Bereich des Daches müssen letzte Dach- und Fassadenelemente installiert werden. Aktuell werden weite Teile des Innenausbau hergestellt: Montage der Abhangdecken, Restarbeiten der Bodenfliesen, Malerarbeiten. Die Sanitärbereiche und Küchen müssen noch ausgebaut und eingerichtet werden, sowie die Innentüren eingesetzt werden.

Die Verzögerungen begründet die Innenbehörde mit nachträglichen Änderungen im Projekt: Aufgrund des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes (GEIG) wurde eine E-Ladestation berücksichtigt. Zudem sei die Verlegung der Einbruch-Melde-Zentrale innerhalb des Gebäudes erst im Nachhinein in die Planung aufgenommen worden. Die Erdarbeiten im Außenbereich hätten wegen der langen Frostperiode im Winter 2025/26 pausieren müssen.

Die Fertigstellung des Baukörpers und der Außenbereiche sei aktuell für Januar 2027 vorgesehen, so die Innenbehörde weiter. Im Anschluss seien noch Netzwerkarbeiten durch die Feuerwehr durchzuführen und die Möblierung einzurichten, sodass die finale Indienstnahme aktuell für Mai 2027 vorgesehen ist.

„Die Verzögerung bei der Indienststellung des neuen Feuerwehrhauses ist misslich, aber am Ende wird sich die Geduld lohnen: Die Feuerwehr erhält in Rahlstedt ein modernes und funktionsgerechtes Feuerwehrhaus mit Rettungswache. Wie schon in der alten Wache werden hier Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr erfolgreich Seite an Seite arbeiten. Moderne und nachhaltige Arbeitsbedingungen sind Ausdruck der Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder der Freiwillige Feuerwehren. Die Hamburgische Bürgerschaft unterstützt das Sanierungs- und Neubauprogramm für die Häuser der Freiwilligen Feuerwehren deshalb mit Mitteln in Millionenhöhe und gibt damit ein klares Bekenntnis zur Bedeutung des Ehrenamts in unserer Stadt ab“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter und ergänzt: „Das alte Feuerwehrhaus in der Brockdorffstraße entsprach nicht mehr den Unfallverhütungsvorschriften der Feuerwehr und durfte nur noch eingeschränkt genutzt werden. Auch die geringe Höhe der Remisen, 1908 für Löschkutschen gebaut, war ein Problem – Standfahrzeuge konnten hier nicht untergebracht werden. Der Neubau wird allen heutigen technischen Vorschriften entsprechen und damit für die Freiwillige Feuerwehr und den Rettungsdienst beste Arbeitsbedingungen schaffen. Eine gute Entscheidung für die Sicherheit in Rahlstedt. “

Am Standort Brockdorffstraße 22 in Rahlstedt entsteht auf einer Bruttogrundfläche von rund 1.500 Quadratmetern ein moderner und nachhaltiger Neubau für die Freiwillige Feuerwehr und die Berufsfeuerwehr der Stadt Hamburg. Das bestehende Gebäude, das den Anforderungen eines zeitgemäßen Betriebs nicht mehr genügte und nicht kosteneffizient hätte saniert werden können, wurde zuvor rückgebaut.

Der Neubau wird wie zuvor gemeinsam von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr genutzt und deckt künftig weiterhin das gesamte Einsatzspektrum von Brandbekämpfung bis Rettungsdienst im Einzugsgebiet ab. Um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, sind die beiden Organisationseinheiten jedoch räumlich getrennt und als eigenständige Nutzungseinheiten innerhalb des Gebäudes angeordnet. Der Neubau orientiert sich an den aktuellen Vorgaben und legt besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Das Gebäude wird im Effizienzhaus-40-Standard gemäß § 20 Hamburgisches Klimaschutzgesetz errichtet. Zum Einsatz kommen umweltfreundliche Baustoffe, unter anderem CO₂-reduzierter Beton. Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine Luft-Wärmepumpe. Auf den Dachflächen wird eine Photovoltaikanlage durch den städtischen Partner HEnW Kommunalenergie installiert. Der erhaltenswerte Baumbestand auf dem Grundstück bleibt soweit möglich bestehen.

Das Gebäude entsteht in massiver Bauweise mit zwei Vollgeschossen und einem Zwischengeschoss, das ausschließlich der Technik- und Lagerunterbringung dient. Die Fassade erhält ein Wärmedämmverbundsystem. Im Erdgeschoss wird sie mit beigefarbenen Klinkerriemchen verkleidet, im Obergeschoss kommt eine Verkleidung aus Zinkblech auf einer thermisch optimierten Unterkonstruktion zum Einsatz. Die Dachkonstruktion besteht aus zwei Holz-Satteldächern mit einem dazwischenliegenden Flachdach aus Stahlbeton. Während die Satteldächer mit Zinkblech eingedeckt werden, ist der Flachdachbereich extensiv begrünt und erhält eine Retentionsfläche zur Regenwasserrückhaltung.

Die Erschließung erfolgt von der der Brockdorffstraße abgewandten Seite. Im Erdgeschoss sind die Remisen für die Einsatzfahrzeuge sowie alle Räume für den Alarmfall untergebracht. Die Freiwillige Feuerwehr erhält zwei Stellplätze für größere Fahrzeuge, die Rettungswache einen Stellplatz für einen Rettungswagen, wobei die Ladeinfrastruktur bereits für die Nutzung eines E-Rettungswagen mit entsprechender Infrastruktur vorbereitet wird. Im Obergeschoss befinden sich die Verwaltungs- und Aufenthaltsräume. Auf dem Grundstück entstehen 22 Pkw-Stellplätze, überdachte Fahrradstellplätze sowie eine E-Ladesäule mit Vorrüstung für eine spätere Erweiterung.

Mit den Planungen wurde das für den Bau von Feuer- und Rettungswachen renommierte Planungsbüro S3 Sasse + Sasse aus Bremen beauftragt. Mehr dazu: https://www.S3-bremen.de

Das neue Gebäude wird über eine konsequente Schwarz-Weiß-Trennung verfügen und für Frauen und Männer gleichermaßen ausgelegt sein. Was ist Schwarz-Weiß-Trennung und wofür ist sie gut? Mehr darüber finden Sie in einem Artikel im Feuerwehrmagazin: https://www.feuerwehrmagazin.de/wissen/schwarz-weiss-trennung-in-feuerwehrhaeusern-53538

Die Baukosten betragen rund 8,6 Millionen Euro.

Sanierungsprogramm für Hamburger Feuerwehrhäuser

Die Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg tragen einen erheblichen Anteil zur Sicherheit in unserer Stadt bei. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Unterstützung der Berufsfeuerwehr bei der Brandbekämpfung, der Rettungsdienst im Bereich der Erstversorgung, die Wasserrettung und die technische Hilfeleistung. Viele Feuerwehrhäuser hamburgweit entsprechen nicht mehr den aktuellen Unfallverhütungsvorschriften. 

Um den Freiwilligen Feuerwehren gute Rahmenbedingungen für ihre Arbeit zu ermöglichen, wurde bereits 2013 eine Sanierungsoffensive gestartet, um die Sanierung, den Umbau und teilweise auch Ersatzbau von Feuerwehrhäusern zu unterstützen. In den letzten Jahren konnten durch die Sanierungsoffensive viele wichtige Bauvorhaben angeschoben und umgesetzt werden, beispielsweise die Neu- beziehungsweise Sanierungsarbeiten an den Feuerwehrhäusern in Rissen, Oldenfelde-Siedlung, Kirchwerder-Süd, Berne und Stellingen. Mit dem Beschluss über den Haushaltsplan für die Jahre 2025 und 2026 wurden auf Initiative der rot-grünen Rathauskoalition weitere 3 Millionen Euro für die Fortführung der Sanierungsoffensive bereitgestellt. Mehr dazu hier: https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/89482/22_17225_haushaltsplan_entwurf_2025_2026_einzelplan_8_1_investieren_in_ein_starkes_hamburg_von_morgen_die_modernisierung_und_staerkung_der_inneren_sicherheit_i#search=%22Schlagworte%3a+Feuerwehr%22#navpanes=0

Bisherige Beiträge zum Thema

Weitere Informationen

Schriftliche Kleine Anfrage „Freiwillige Feuerwehr und Rettungswache Rahlstedt (II)“ und Antwort des Senats vom 21. Mai 2024 (Drucksache 22/15239): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/87453/freiwillige_feuerwehr_und_rettungswache_rahlstedt_ii.pdf

Schriftliche Kleine Anfrage „Freiwillige Feuerwehr und Rettungswache Rahlstedt“ und Antwort des Senats vom 13. Januar 2023 (Drucksache 22/10547): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/82365/freiwillige_feuerwehr_und_rettungswache_rahlstedt.pdf

Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Rahlstedt: https://www.ff-rahlstedt.de