Der Baubeginn für die neue S-Bahn-Linie S4 nach Rahlstedt, Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe rückt näher: Der Senat hat am 29. Oktober 2019 den Bau und den Hamburger Anteil an der Finanzierung der S4 von Altona nach Bad Oldesloe beschlossen. Noch in diesem Jahr wird zudem der Planfeststellungsbeschluss für den ersten Bauabschnitt erwartet. Damit könnten die Bauarbeiten Anfang 2020 beginnen.

Die dem Senatsbeschluss zugrundeliegende ausgehandelte Vereinbarung zur Finanzierung des Projekts, das inklusive der Risiken und der inflationsbedingten Preissteigerungen bis Ende der 2020er Jahre 1,847 Mrd. Euro kosten soll, sieht folgende Kostenaufteilung vor: Der Bund übernimmt einen Anteil in Höhe von 1,473 Milliarden Euro. Hamburg und Schleswig-Holstein teilen sich die übrigen Kosten im Verhältnis 2/3 zu 1/3. Hamburg wird sich somit mit 236 Millionen Euro am Bau der S4-Strecke beteiligen, Schleswig-Holstein mit 118 Millionen Euro. Die Deutsche Bahn beteiligt sich mit bis zu 20 Millionen Euro an den Risiko-Kosten. In seinem Antrag bittet der Senat die Bürgerschaft, den Bau der S4 zu beschließen und den finanziellen Auswirkungen zuzustimmen. Die Bürgerschaft wird die Drucksache nun im Verkehrs- und im Haushaltsausschuss beraten und anschließend im Dezember darüber abstimmen.

„Mit der zwischen Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Bund und der Deutschen Bahn ausgehandelten Vereinbarung steht der lang offene Punkt der Finanzierung des Baus der S4-Ost jetzt kurz vor dem Abschluss. Bund und Länder haben eine kluge und gerechte Aufteilung der Kosten ausgehandelt, die jetzt nur noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien steht. Die Befassung der Bürgerschaft wird jetzt zügig erfolgen. Bereits am kommenden Dienstag steht das Thema auf der Tagesordnung des Verkehrsausschusses. Mit der erwarteten Zustimmung der Bürgerschaft erklärt die Stadt Hamburg ihre Bereitschaft, ihren Beitrag zur Finanzierung zu leisten. Gleichzeitig erwartet sie, dass auch die übrigen Projektpartner zustimmen, damit mit dem Bau der S4-Ost Anfang 2020 begonnen werden kann, wenn bis dahin auch der Planfeststellungsbeschluss für den ersten Abschnitt vorliegt”, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter und ergänzt:

“Das Projekt S4-Ost wird seit vielen Jahren von einem breiten politischen Bündnis beiderseits der Landesgrenze getragen. Bürgerschaft und Landtag haben sich erst kürzlich wiederholt zu diesem wichtigen Infrastrukturprojekt bekannt. Mit der neuen S-Bahn-Linie werden rund 250.000 Bürgerinnen und Bürger an das Hamburger S-Bahn-Netz angeschlossen. Die geplante Taktverdichtung – 10-Minuten-Takt bis Ahrensburg und 20-Minuten-Takt bis Bargteheide – bedeutet eine enorme Erleichterung für die vielen tausend Pendlerinnen und Pendler auf der Strecke. Damit gewinnt der ÖPNV weiter an Attraktivität und motiviert zum Umstieg vom Auto auf die Bahn. Prognostiziert wird nahezu eine Verdreifachung der Fahrgastzahlen im Vergleich zur heute auf der Strecke fahrenden RB81. Die S4-Ost steht damit nicht nur für eine deutlich bessere Verkehrsanbindung für weite Teile des Bezirks Wandsbek und des Kreises Stormarn, sondern ist auch im Interesse des Klimaschutzes und zur Entlastung der Straßen dringend notwendig.“

Hintergrund

Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Bad Oldesloe ist eine der am meisten befahrenen Pendlerstrecken rund um die Hansestadt. Um viele Bereiche im Osten der Stadt und das nordöstliche Umland besser anzubinden, soll die S4 gebaut werden – für zuverlässigere Verbindungen, weniger Umstiege und mehr Komfort. Und nicht zuletzt als wichtiger Beitrag zur Mobilitätswende in unserer Stadt, bei der Bahnen und Busse im Sinne des Klimaschutzes eine größere Rolle spielen werden. Auch der Hamburger Hauptbahnhof als bisheriges „Nadelöhr“ wird entlastet und der S-Bahnverkehr in die Innenstadt noch weiter verstärkt. Das Projekt S4 beinhaltet den Bau einer zweigleisigen S-Bahn-Strecke von Hasselbrook bis Ahrensburg und den Bau einer eingleisigen S-Bahn-Strecke von Ahrensburg bis Ahrensburg-Gartenholz. Zwischen Hamburg-Altona und Hasselbrook soll sie die bereits vorhandenen S-Bahn-Gleise (S1/S11) mitnutzen, zwischen Ahrensburg-Gartenholz und Bad Oldesloe die Fernbahngleise. Die S4 wird dann zwischen Hamburg-Altona und Ahrensburg in der Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt fahren, bis Bargteheide im 20-Minuten-Takt und bis Bad Oldesloe im Stundentakt. Für die S4 sollen zudem zusätzliche Haltestellen errichtet werden, in Hamburg sind das Wandsbek Rathaus, Bovestraße, Holstenhofweg und Pulverhof. Die RB81 wird durch die S4 ersetzt. So ergibt sich eine bessere Ausnutzung der beschränkten Kapazitäten des Hamburger Hauptbahnhofs, dessen Fern- und Regionalbahnteil überlastet ist, während die S-Bahn-Gleise noch zwei weitere Linien, eine davon die S4, aufnehmen können. 2020 soll mit dem Bau begonnen werden, 2025 eine Teilinbetriebnahme bis Rahlstedt erfolgen. Ende 2027 soll das Gesamtprojekt bis Bad Oldesloe fertiggestellt sein.

Das Projekt S4 erklärt in 100 Sekunden

Die Deutsche Bahn stellt auf ihrer Website www.s-bahn-4.de weitere umfangreiche Informationen zum Projekt S4 zur Verfügung. Außerdem kann dort ein Newsletter abonniert werden, so dass man keine Neuigkeiten mehr verpasst: https://www.s-bahn-4.de/de/news-service/newsletter.html. Tipp: In einem Film wird das Projekt S4 und sein Nutzen für Hamburg und Schleswig-Holstein in 100 Sekunden anschaulich erklärt. Anklicken und anschauen:

Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft

Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft “Bau der S-Bahn-Linie S4 Ost sowie Beschaffung von S-Bahn-Fahrzeugen” vom 29. Oktober 2019, Drucksache 21/18822: https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/68496/haushaltsplan_2019_2020_einzelplan_7_behoerde_fuer_wirtschaft_verkehr_und_innovation_nachbewilligung_nach_35_landeshaushaltsordnung_bau_der_s_bahn_lin.pdf