Von außen betrachtet ist der Kreuzbau des Gymnasiums Rahlstedt nur ein Schulgebäude, wie es in den 1950er und 1960er Jahren in Hamburg dutzendfach gebaut wurde. Doch in seinem Treppenhaus befinden sich drei wertvolle Wandgemälde des bedeutenden Hamburger Künstlers Eduard Bargheer. Dieser kleine Schatz soll erhalten werden, wenn das Gebäude im Zuge der Grunderneuerung und Modernisierung der Schule voraussichtlich 2017 abgerissen wird.

Eduard Bargheer (1901–1979) war Maler und Graphiker und schuf ein umfangreiches Werk, das in vielen bedeutenden Museumssammlungen der klassischen Moderne vertreten ist. Mehr Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Bargheer. Auch im Dienstzimmer des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz hängt ein “Bargheer”: http://www.bild.de/regional/hamburg/hamburg/die-kunst-des-hamburger-senats-35620602.bild.html

Wandgemälde "Blick von der Lombardsbrücke" (1959) von Eduard Bargheer im Kreuzbau des Gymnasiums Rahlstedt, Hamburg.

Wandgemälde “Blick von der Lombardsbrücke” (1959) von Eduard Bargheer im Kreuzbau des Gymnasiums Rahlstedt, Hamburg.

Die drei Wandgemälde im Gymnasium Rahlstedt tragen die Titel „Marschlandschaft“, „Nächtliche Werft“ und „Blick von der Lombardsbrücke“. 1997 wurden sie aufwändig restauriert und zwei der drei Werke zu ihrem Schutz verglast, Kostenpunkt damals umgerechnet rund 30.000 Euro (aus Spenden sowie Mitteln des Denkmalschutzamtes und der Agnes-Gräfe-Stiftung).

Wie der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage an den Senat erfuhr, hat SBH | Schulbau Hamburg einen Restaurator mit der Erstellung eines Konzeptes für den Rück- und Wiedereinbau der Gemälde von Eduard Bargheer und für die damit verbundenen Kosten beauftragt, das allerdings noch nicht vorliegt.

Im Mai 2017 soll im Jenischpark das Bargheer-Museum eröffnet werden, weitere Informationen: http://www.eduard-bargheer-museum.de. Aufgrund ihrer Größe können die drei Rahlstedter Kunstwerke dort allerdings nicht eingebaut werden, so der Senat in der Antwort auf die Kleine Anfrage. Das Gymnasium Rahlstedt schlägt deshalb vor, die drei Wandgemälde in der Schule zu belassen und zukünftig im Atrium auszustellen. Buschhüter unterstützt die Idee: “Die drei Wandgemälde dürfen nicht in irgendeinem Archiv verschwinden, sondern sollten im Gymnasium Rahlstedt bleiben. Nach Abschluss der Komplettsanierung der Schule gehören sie zu den wenigen identitätsstiftenden Dingen, die noch an die alte Schule von 1959 erinnern.”

Eine Fotomontage zeigt beispielhaft am Gemälde “Blick von der Lombardsbrücke”, wie es im Atrium aussehen könnte:

Fotomontage: Wandgemälde "Blick von der Lombardsbrücke" (1959) von Eduard Bargheer im Atrium des Gymnasiums Rahlstedt. Quelle: Helmut Preller.

Fotomontage: Wandgemälde “Blick von der Lombardsbrücke” (1959) von Eduard Bargheer im Atrium des Gymnasiums Rahlstedt. Quelle: Helmut Preller.

Schriftliche Kleine Anfrage “Wandgemälde von Eduard Bargheer im Gymnasium Rahlstedt” und Antwort des Senats vom 13. Januar 2017 (Drucksache 21/7446): https://www.buergerschaft-hh.de/ParlDok/dokument/56050/wandgemälde-von-eduard-bargheer-im-gymnasium-rahlstedt.pdf