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Hamburg treibt die Umstellung der Taxiflotte auf lokal emissionsfreie Antriebe konsequent voran. Das geht aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter hervor. Demnach ist der Anteil emissionsfreier Taxis an der Gesamtflotte von 0,06 Prozent im Jahr 2019 auf inzwischen mehr als 26 Prozent gestiegen. Seit Januar 2025 dürfen in Hamburg nur noch lokal emissionsfreie Taxen in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig werden Ladeinfrastruktur und barrierefreie Angebote gezielt ausgebaut, um den Wandel weiter zu beschleunigen.

Dazu Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Hamburg zeigt, wie der Wandel zu klimafreundlicher Mobilität konkret gelingt. Seit 2019 ist die Zahl der emissionsfreien Taxis von 2 auf 747 gestiegen, ihr Anteil liegt heute bei über 26 Prozent der Gesamtflotte. Diese schnelle Entwicklung ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit dem Taxengewerbe, klaren und verlässlichen Rahmenbedingungen sowie mehreren Förderrunden. Rund 96 Prozent der emissionsfreien Fahrzeuge sind batterieelektrisch unterwegs, ergänzt durch Brennstoffzellenfahrzeuge. Bislang wurden durch die Umstellung rund 20.400 Tonnen CO₂ eingespart, perspektivisch sind bis zu 25.000 Tonnen pro Jahr möglich. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequent umgesetzten Strategie für klimafreundliche Mobilität in Hamburg, die bereits 2017 von der damaligen Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation begonnen wurde. Entscheidend ist, dass dieser Wandel nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich tragfähig ist. Die Erfahrungen zeigen: Emissionsfreie Taxis funktionieren im täglichen Betrieb zuverlässig und bieten sogar Kostenvorteile. Gleichzeitig stärken wir gezielt die Barrierefreiheit: Die Zahl der Inklusionstaxen ist seit 2020 von 10 auf 64 gestiegen, davon sind bereits 53 emissionsfrei unterwegs. Mit klaren gesetzlichen Vorgaben, gezielter Förderung und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die gesamte Hamburger Taxiflotte bis 2030 emissionsfrei unterwegs sein kann.“

Schriftliche Kleine Anfrage „Hamburgs Taxiflotte wird emissionsfrei“ und Antwort des Senats vom 28. April 2026 (Drucksache 23/3858): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/103674/23_03858_hamburgs_taxiflotte_wird_emissionsfrei

Hintergrund

Seit Januar 2025 dürfen in Hamburg nur noch emissionsfreie Taxis neu in Betrieb genommen werden, das geht auf einen Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft zurück, mit dem das Hamburgische Klimaschutzgesetz modernisiert wurde. Für Großraumtaxen und die Rollstuhlbeförderung gilt diese Pflicht erst ab dem 1. Januar 2027, trotzdem erfüllen bereits mehr als 80 Prozent dieser Fahrzeuge bereits jetzt die Anforderung. Fahrzeuge, die vor diesen Stichtagen als Taxen zugelassen worden sind, können ungeachtet der Antriebsart weiterbetrieben werden.

Insbesondere mit der Umstellung der Taxen auf elektrische Fahrzeuge wird ein wichtiger Beitrag zu einer zukunftsfähigen, klimafreundlichen und zugleich alltagstauglichen Mobilität in unserer Stadt geleistet. Auch der Ausbau einer speziell auf das Taxengewerbe ausgerichteten Ladeinfrastruktur ist hierbei von Bedeutung. Damit geht ein tiefgreifender Modernisierungsprozess einher.

Die Initiative für den Antriebsumstieg des Hamburger Taxengewerbes wurde durch die Stadt unter Beteiligung der Taxenverbände und -vermittler sowie der Handelskammer Hamburg in einer Dreijahresstrategie 2017-2019 entwickelt. Die Verfügbarkeit von hierfür geeigneten Fahrzeugen, die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur und unterstützende finanzielle Fördermaßnahmen wurden als die maßgeblichen Voraussetzungen identifiziert. In der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende wurde zum April 2021 dann das Projekt „Zukunftstaxi“ gestartet, welches mit Partnern aus der Industrie, dem Gewerbe, Medien und Behörden die Voraussetzungen für den Einsatz von elektrischen Taxen schuf.

Der Anteil der elektrischen Taxen an der Gesamtanzahl der Hamburger Taxen hat sich seitdem kontinuierlich erhöht: Angefangen mit zwei Taxen im Jahr 2019 über 104 in 2021, 328 in 2022 über 685 in 2024 auf jetzt 747. In Auswertungen der Taxameterdaten durch das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein wurde deutlich, dass es hinsichtlich der maßgeblichen betrieblichen Kennzahlen wie dem Umsatz und der Anzahl der Fahrten pro Schicht keine Nachteile beim Einsatz dieser Fahrzeuge gibt. Das Fahrzeugangebot sowie die Stromladeangebote wurden über die Jahre immer zahlreicher und die Kostenvorteile im Vergleich zu Verbrenner-Taxen vor dem Hintergrund der Benzinpreissteigerungen immer deutlicher. 

Das Taxengewerbe leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen im Verkehrssektor, mit den hohen Laufleistungen bis zu 100.000 Kilometern je Fahrzeug und Jahr besteht hier im Vergleich zu den privaten Pkw eine große Wirkung. Zudem wird die Akzeptanz und das Image des Taxengewerbes durch den Einsatz moderner Fahrzeuge erheblich verbessert und macht das Fahren sowohl für die Fahrgäste als auch für die Fahrerinnen und Fahrer angenehmer und attraktiver. Elektrische Taxen zeigen, dass die Fahrzeuge dem täglichen Einsatz und der hohen Laufleistung gewachsen sind, und dienen hiermit als Vorbild zum Umstieg auf elektrische Fahrzeuge sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich.

Im Projekt Zukunftstaxi war auf Grundlage einer Bedarfsanalyse der HySOLUTIONS GmbH die Bereitstellung von rund 40 für das Taxengewerbe exklusiven Schnellladern angestrebt. Die Nutzung der bereits verfügbaren 18 exklusiven Lader wird regelmäßig ausgewertet und unter Einbeziehung von Taxenunternehmen die tatsächliche Ladeinfrastrukturnutzung analysiert. Hierbei hat sich herausgestellt, dass die Unternehmen die für sie exklusiven Lader lediglich für rund 10 Prozent der Ladevorgänge nutzen. Überwiegend wird auf private Anbieter zurückgegriffen. Die exklusiven Lader haben aber die wichtige Funktion, bei fehlenden freien Ladepunkten im jeweiligen örtlichen Umfeld die Lademöglichkeit sicherzustellen. Mit den die Ladeinfrastruktur bereitstellenden Projektpartnern Hamburger Energiewerke GmbH (HEnW) und Vattenfall sind weitere exklusive 28 Ladepunkte verbindlich und sechs optional geplant.    

Mit weiteren Projektpartnern werden geeignete Fahrzeuge und Lademöglichkeiten bereitgestellt. Förderungen wurden und werden weiterhin zum Ausgleich des betrieblichen Mehraufwands beim Einsatz von elektrischen Taxen und für deren Beschaffung angeboten. Die für die Taxen exklusiv bereitgestellte Ladeinfrastruktur wird anteilig gefördert. Mit dem Projektpartner HEnW werden exklusive Ladeangebote auf öffentlichem Grund, mit Vattenfall auf Lidl-Kundenparkplätzen geschaffen. Zum Projektstart wurde allen rund 1.800 Hamburger Taxenunternehmen die Projektbroschüre per Post zugesandt. Es werden regelmäßig sogenannte E-Taxentage veranstaltet, hier werden Taxenunternehmen unter anderem über Angebote des Projektes informiert. Auf der Internetseite der zuständigen Behörde wird beispielsweise über Fahrzeug- und Ladeangebote informiert, auch ein Marktplatz für gebrauchte E-Taxen wurde auf Wunsch des Taxengewerbes eingerichtet. In der Taxenordnung wurde zudem die Möglichkeit geschaffen, dass Taxen auch außerhalb eines Taxenstands während des Ladevorgangs an einer Ladesäule Fahraufträge entgegennehmen dürfen.

Im Jahr 2020 standen zunächst nur zehn Inklusionstaxen zur Verfügung. Die ersten emissionsfreien E-Inklusionstaxen wurden im Juli 2021 eingeführt. Insgesamt wurden alle 53 lokal emissionsfreien E-Inklusionstaxen gefördert. Lediglich 11 der 64 Inklusionstaxen sind noch mit Verbrennerantrieb unterwegs.

Durch die Regelung des § 29a Hamburgisches Klimaschutzgesetz ist der Umstieg der gesamten Hamburger Taxenflotte auf lokal emissionsfreie Antriebe bis zum Jahr 2030 absehbar. Pro Jahr werden dann, neben weiteren Emissionen, rund 25.000 Tonnen CO2 eingespart. Das Taxengewerbe wird damit gemeinsam mit den anderen öffentlichen Verkehrsangeboten eine moderne und emissionsfreie Fahrzeugflotte betreiben. 

Sofern es in Zukunft Angebote für gewerbliche Personenbeförderung mit sogenannten „Robotaxen“ oder automatisierten Fahrzeugen geben sollte, kann das gut aufgestellte Taxengewerbe weiterhin Fahrgäste bedienen, die eine Fahrt mit Fahrer oder Fahrerin wünschen oder brauchen. Die Taxiunternehmen können außerdem zusätzliche Dienste wie On-Demand-Verkehre anbieten. Durch ihre breite und professionelle Aufstellung sichern sie so die Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Taxengewerbes ab.