Anfang letzten Jahres wurde für die beiden Rahlstedter Naturschutzgebiete Höltigbaum und Stellmoorer Tunneltal von der Stadt die Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplans (PEP) in Auftrag gegeben. Sein Entwurf liegt seit Ende letzten Jahres vor und befindet sich derzeit in der Schlussredaktion durch das beauftragte Planungsbüro. Voraussichtlich Mitte Februar soll der fertige Pflege- und Entwicklungsplan vorliegen.

Die beiden Naturschutzgebiete Höltigbaum und Stellmoorer Tunneltal sind unmittelbar benachbart und finden jenseits der Landesgrenze ihre Fortsetzung in den schleswig-holsteinischen Naturschutzgebieten Höltigbaum und Ahrensburger Tunneltal. Insgesamt steht hier eine zusammenhängende Fläche von 1.099 Hektar unter Naturschutz, davon 479 Hektar in Hamburg und 620 Hektar in Schleswig-Holstein. Alle vier Naturschutzgebiete sind außerdem NATURA 2000-Gebiete gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union.

Ziel von Pflege- und Entwicklungsplänen ist es, durch geeignete Maßnahmen den Zustand der Gebiete zu erhalten und zu verbessern. Dafür ist es notwendig, detailliert Ziele und Einzelmaßnahmen für jedes Gebiet individuell festzulegen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Naturschutzverbänden, die in Absprache mit der Naturschutzbehörde Pflegemaßnahmen koordinieren und durchführen. Pflege- und Entwicklungspläne werden mit einer zeitlichen Befristung aufgestellt, damit in regelmäßigen Abständen überprüft werden kann, ob die festgelegten Maßnahmen sinnvoll zum Erhalt von Flora und Fauna in den jeweiligen Gebieten beitragen, oder ob andere Maßnahmen ergriffen werden müssen.

„Rund 30 Prozent der Fläche Rahlstedts steht unter Natur- oder Landschaftsschutz. Die Naturschutzgebiete Stellmoorer Tunneltal und Höltigbaum sind die grünen Lungen unseres Stadtteils. Als erlebbare Erholungsgebiete des Stadtteils müssen sie weiter gepflegt und entwickelt werden“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter, der Mitglied im Umweltausschuss der Bürgerschaft ist, und ergänzt: „Damit werden auch die gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Kommission erfüllt, nach der sogenannte NATURA 2000-Schutzgebiete zeitnah an europäisches Naturschutzrecht anzupassen sind.“

2010 hatte der Landesrechnungshof darauf hingewiesen, dass Pflege- und Entwicklungspläne für diejenigen Naturschutzgebiete, für die bislang keine bestehen, aufgestellt und bereits bestehende Pläne überarbeitet werden müssen. Die damalige Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) hat nach dem Regierungswechsel im Jahre 2011 auf diese Forderung des Rechnungshofs reagiert. Für die Naturschutzgebiete Höltigbaum und Stellmoorer Tunneltal steht der Pflege- und Entwicklungsplan nun kurz vor dem Abschluss. Für das dritte Rahlstedter Naturschutzgebiet, das Stapelfelder Moor, wurde ein Pflege- und Entwicklungsplan bereits im Jahre 1999 aufgestellt.