Wer mir in diesen Tagen begegnet, der ist zunächst einmal erschrocken. Haare weg. Keine Sommerfrisur, keine verlorene Wette, sondern: Die unvermeidlichen und nicht mehr zu verbergenden Nebenwirkungen einer Chemotherapie, die ich seit Anfang Juli über mich ergehen lassen muss. Das Tolle ist: Es geht mir erstaunlich gut!

Die parlamentarische Sommerpause startete für mich mit einer betrüblichen Nachricht. Nach verschiedenen Untersuchungen wurde ich am 1. Juli dann mit der endgültigen Diagnose konfrontiert: Ich bin an Morbus Hodgkin erkrankt. Ein bösartiger Tumor des Lymphsystems. Erst einmal ein Schock. Danach ging alles ganz schnell. Krankenhausaufenthalt, Einleitung der Chemotherapie. Aber nach acht Tagen durfte ich schon wieder nach Hause und fühlte mich am nächsten Tag bereits so fit, dass ich ins Rathaus zur Arbeit fuhr. Erst einmal nur mit halber Fahrt.

Mittlerweile habe ich mich an die unerwarteten Umstände gewöhnt: Mich einschränkende Nebenwirkungen habe ich keine, die Chemotherapie vertrage ich gut. Die Heilungsprognose liegt bei über 90%. Was will man mehr? Die Hälfte der Therapie habe ich bereits hinter mir. Ich bin sehr zuversichtlich und guter Dinge, dass nach meiner Genesung auch die Haare wieder wachsen. Angeblich vielleicht sogar an Stellen, wo vorher schon nichts mehr war. Wir werden es gewahr.