Mit mehr Bussen und Bahnen, mehr Linien und mehr Haltestellen (“Hamburg-Takt”) will Hamburg die Mobilitätswende erreichen. Bis 2030 soll der Anteil des öffentlichen Verkehrs mit Bussen und Bahnen in Hamburg von derzeit 22% auf 30% steigen. Außerdem werden seit diesem Jahr ausschließlich elektrisch angetriebene Busse neu angeschafft, damit ab 2030 nur noch lokal emissionsfreie Busse in Hamburg unterwegs sind. Für die größere und vollständig elektrische Busflotte werden zusätzliche Busbetriebshöfe benötigt. Einer davon soll bis Ende 2024 an der Meiendorfer Straße entstehen. Der bundesweit erste nur für Elektro-Busse.

Mit der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter liegen nun weitere Informationen zu dem geplanten Vorhaben vor.

Der vorgesehene Standort für den neuen Elektro-Busbetriebshof Meiendorf (Batterie- und Brennstoffzellenbusse) befindet sich in der Meiendorfer Straße, in Höhe der Zufahrt Richtung Meiendorfer Rund. Das rund 28.000 qm große Grundstück wurde bereits vor 13 Jahren mit dem Bebauungsplan Rahlstedt 121 als Gewerbegebiet ausgewiesen, wird aber bis heute nicht als solches genutzt. Zwischenzeitlich verfügt die HOCHBAHN über die beiden Flurstücke des Grundstücks. Über das Grundstück führt praktischerweise eine 380/110kV-Freileitungsanlage hinweg.

“Mit dem Hamburg-Takt haben wir ein politisches Ziel formuliert: In einem klimagerechten und stadtverträglichen Mobilitätsmix sollen Busse und Bahnen zukünftig eine deutlich größere Rolle spielen. Mehr Busse erfordern auch mehr Betriebshöfe. Einer davon soll in Meiendorf entstehen und damit Ausgangspunkt werden für einen noch besseren Busverkehr im Nordosten Hamburgs. Ich freue mich, dass die HOCHBAHN für einen solchen Öko-Busbetriebshof einen geeigneten Standort gefunden hat”, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter.

In Meiendorf sollen künftig circa 130 Busse stationiert werden. Vorgesehen sind hierfür eine überdachte Busabstellung inklusive Technikfläche für Ladetechnik der Elektrobusse, ein Betriebsgebäude, eine Waschhalle, eine Wartungs- sowie eine Reparaturhalle und eine Parkpalette für ca. 140 Stellplätze. Dabei soll ein besonderer Schwerpunkt auf einer energieoptimierte Planung und Entwicklung des Gebäudekomplexes und dem Einsatz regenerativer Energien liegen, wie das mit der TGA-Planung (technische Gebäudeausstattung) beauftragte Ingenieurbüro auf seiner Website mitteilt: https://www.rmn-ing.de/2020/09/22/busbetriebshof-hamburg-meiendorf/

Mit den Nachbarn ist die HOCHBAHN in einen intensiven Dialog eintreten. Laut HOCHBAHN wird sich der geplante Busbetriebshof positiv auf die benachbarte Wohnbebauung auswirken, da er als Schallschutzbarriere zur Meiendorfer Straße wirkt.

Das Vorhaben befindet sich noch in einer sehr frühen Planungsphase. Zum Oktober 2020 wurde mit der Leistungsphase 2 – der Vorentwurfsplanung – begonnen. Mit Datum vom 24. Januar 2020 hatte das Bezirksamt Wandsbek zuvor der HOCHBAHN zunächst zu einzelnen Fragestellungen der Bebaubarkeit des Grundstücks mit einem Elektrobus-Betriebshof einen Vorbescheid erteilt, der am 4. Februar 2020 im Transparenzportal veröffentlicht wurde: https://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/neubau-eines-elektrobus-betriebshofs. Das mit dieser Bauvoranfrage beauftragte Architekturbüro hat hierzu einige Skizzen auf seiner Homepage veröffentlicht: https://luetkens.com/portfolio_page/bbm-hamburg-meiendorf-2019.

Der Baubeginn wird für Mitte 2022 angestrebt und die Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Elektro-Busbetriebshofs Meiendorf ist bis Ende 2024 geplant.

Weiterführende Informationen:

Schriftliche Kleine Anfrage “Neuer Elektrobus-Betriebshof in Meiendorf” und Antwort des Senats vom 26. Oktober 2020 (Drucksache 22/1876): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/73082/neuer_elektrobus_betriebshof_in_meiendorf.pdf

Bebauungsplan Rahlstedt 121 vom 4. April 2007:


Dieser Beitrag erschien erstmals am 24. Oktober 2020 und wurde am 23. November 2020 auf der Grundlage der Antworten des Senats auf die Schriftliche Kleine Anfrage aktualisiert.