Auf der Wiese vor dem Umspannwerk an der Einmündung der Stargarder Straße in den Berner Heerweg sind in den letzten Monaten im Auftrag des Landesbetriebs Erziehung und Beratung (LEB) drei Fertighäuser entstanden, um darin ca. 48 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Rahmen der Erstversorgung zu betreuen. Heute, am 4. Dezember 2015, ziehen die ersten 15 Jugendlichen ein.

Mit dem Plakat „Willkommen junge Flüchtlinge Stargarder Straße – Wir sind dabei“ heißen Menschen aus unserem Stadtteil, Frauen und Männer, bekannte und unbekannte, jüngere und ältere, die Jugendlichen in Oldenfelde willkommen.

stargarderstrasse

Die Idee für das Willkommensplakat wurde vom „Runden Tisch Oldenfelde“ weiterentwickelt und kam ursprünglich aus dem SPD-Distrikt Oldenfelde. Der Runde Tisch Oldenfelde bildete sich unmittelbar nachdem bekannt wurde, dass die Flüchtlingsunterkunft in Oldenfelde gebaut wird, auf Initiative des jetzigen Leiters Pastor Nils Christiansen (ev.-luth. Kirchengemeinde Meiendorf-Oldenfelde).

Zielsetzung des Runden Tisches ist die Unterstützung der Flüchtlinge und die Schaffung einer Atmosphäre in Oldenfelde, die geprägt ist von Wohlwollen, Respekt und Verständnis für die jungen Flüchtlinge. Praktisch alle Oldenfelder Institutionen, von den Kirchen über die Parteien bis zu Feuerwehr und Polizei, beteiligen sich am Runden Tisch Oldenfelde.

Einen Dank an alle aktiven Unterstützer, dass dieses Plakat jetzt fertig an den Straßenrändern von Oldenfelde stehen kann!

Die Zahl der in Deutschland Asyl suchenden Menschen ist in diesem Jahr erneut sehr stark gestiegen, darunter auch viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Mit der Einrichtung in der Stargarder Straße kann ein kleiner, aber wichtiger Beitrag geleistet werden, um die aktuelle Notlage der fehlenden Unterbringungsmöglichkeiten in Hamburg, in diesem Fall für junge Menschen, zu mildern.

Neben dem Runden Tisch Oldenfelde hat sich unter der Leitung des Oldenfelders Klaus Schmidt-Siebrecht zudem die Initiative OH-JA („Oldenfelde hilft jugendlichen Asylbewerbern“) gebildet, die die Arbeit der Einrichtungsleitung unterstützen wird. Unter der E-Mail-Adresse OH-JA2015@web.de können sich Interessierte zur Mitarbeit melden. OH-JA denkt dabei an Kurse in Deutsch, an Nachhilfeangebote, Exkursionen, Sportaktivitäten mit ansässigen Vereinen, Vorbereitung auf das Berufsleben und an ein Willkommenfest.

Ich bin dem ehrenamtlichen Engagement ausgesprochen dankbar. Denn es ist eine Sache, den Flüchtlingen eine festes Dach über dem Kopf zu bieten. Dafür sorgt der Staat. Eine andere Sache ist es, die zumal jugendlichen Flüchtlinge in die Mitte unserer Gesellschaft aufzunehmen und so einer möglichen sozialen Ausgrenzung der Flüchtlinge von vornherein vorzubeugen. Das kann aber nur jeder von uns selbst machen. Und dass so viele Bürgerinnen und Bürger dazu bereit sind, erfüllt mich mit großer Genugtuung. Das ist gelebte Zivilgesellschaft.