Update (03.08.18): Mit den Reparaturarbeiten wurde tatsächlich am Mo., 30. Juli 2018 begonnen. Nach Auskunft des Bahnhofsmanagements werden sie am Mo., 6. August 2018 abgeschlossen werden. Eine Freigabe des Aufzugs kann danach aber erst nach einer Prüfung durch einen externen Sachverständigen erfolgen. Diese Prüfung wird im Laufe der nächsten Woche passieren, also bis zum 12. August 2018. So lautet auch der aktuelle Aushang.


Der Aufzug am Bahnhof Rahlstedt ist schon seit Mitte Mai 2018 außer Betrieb. Die Reparatur wurde zunächst bis zum 10. Juni angekündigt, dann bis zum 10. Juli, 29. Juli, 12. August. Für Fahrgäste, die auf den Aufzug angewiesen sind, ein ganz großes Ärgernis. Nun sollen am Montag, 30. Juli endlich die Reparaturarbeiten beginnen, erfuhr der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter von der Bahn.

Warum ist der Aufzug überhaupt kaputt? Und warum dauert die Reparatur so unendlich lange? Ich habe hierzu bei der Bahn nachgefragt und ein längeres Gespräch mit dem Bahnhofsmanagement Hamburg geführt.

Von der Bahn hieß es auf meine erste Nachfrage: „Der Aufzug ist seit dem 15.05.2018 leider defekt. Grund hierfür sind Unwetterschäden. Die gesamte Antriebseinheit stand unter Wasser und ist dadurch beschädigt worden. In der Folge müssen der Antrieb sowie die Bremsen komplett erneuert werden.”

Für Ersatzteile für Aufzüge und Rolltreppen hat die Bahn vor einiger Zeit in Hamburg ein lokales Ersatzteillager aufgebaut, doch nicht jedes Teil kann tatsächlich bevorratet werden, so das Bahnhofsmanagement im Gespräch mit mir. So ist es denn auch bei den jetzt benötigten Ersatzteilen für den Aufzug am Bf. Rahlstedt, die erst beim Hersteller bestellt werden mussten. Aber offenbar war der Hersteller nicht in der Lage, die notwendigen Ersatzteile (Antrieb und Bremsen) zeitnah zu liefern. Weil er sie selbst nicht vorrätig hat, sondern erst anfertigen muss. So ging Woche um Woche ins Land, der Reparaturtermin wurde immer wieder weiter hinausgeschoben.

Bereits bei Aufzugsstörungen im April waren Probleme mit der Entwässerung der Unterführung bei Starkregen offenkundig geworden, berichtete das Bahnhofsmanagement. Wasser läuft in den Fahrstuhlschacht und setzt dort die Technik unter Wasser. Im Mai war es dann so weit. Die Technik, vom Wasser geschädigt, gab endgütig ihren Geist auf: Totalschaden!

Für die Unterführung und ihre Entwässerung ist aber nicht die Bahn zuständig und verantwortlich, sondern das Bezirksamt Wandsbek. Nach Bekanntwerden des Problems mit der Entwässerung hat die Bahn umgehend mit dem Bezirksamt Kontakt aufgenommen, damit von dort für eine funktionierende Entwässerung gesorgt wird, die verhindert, dass sich das Wasser im Fahrstuhlschacht sammelt. Wie es weitergeht: Offen.

Der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter sagt dazu: „Dass ein Aufzug Schaden nimmt, kann leider passieren. Erst recht, wenn er, wie auf Bahnhöfen rund um die Uhr in Betrieb und Wind und Wetter ausgesetzt ist. Aber ein Reparaturzeitraum von über elf Wochen ist einfach viel zu lang. Ich verstehe nicht, warum es den Beteiligten (DB, Aufzughersteller, Lieferanten, beauftragte Handwerker) nicht gelingt, defekte Aufzüge schneller zu reparieren. Es ist doch ein Armutszeugnis, dass Ersatzteile wochenlang nicht lieferbar sind. Es muss doch möglich sein, hier zu besseren Ergebnissen zu kommen. Denn Barrierefreiheit bemisst sich nicht allein daran, wo überall Aufzüge gebaut wurden, sondern entscheidend für diejenigen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, ist deren tatsächliche Verfügbarkeit. Und da scheint es mir, der Bahnhof Rahlstedt ist ein beredtes Beispiel dafür, noch großes Verbesserungspotenzial zu geben. Nun wird der Aufzug repariert. Zu hoffen ist, dass er dann möglichst lange seinen Dienst tut und so schnell nicht wieder ausfällt.“