Das Kriegerdenkmal im Jugendpark Rahlstedt weist alters- und witterungsbedingte erhebliche Beschädigungen auf, von denen inzwischen eine mögliche Gefährdungslage ausgehen kann. Aufgrund aktueller gutachterlicher Hinweise des Denkmalschutzamtes und nach örtlicher Inaugenscheinnahme ist für das Kriegerdenkmal keine Standsicherheit sowie keine Verkehrssicherheit mehr gegeben. Das Bezirksamt Wandsbek hat daher eine sofortige Sicherung beziehungsweise Absperrung des Denkmals vorgenommen.

Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Die Bezirksversammlung Wandsbek hat sich bereits im November 2016 einstimmig für eine Restaurierung des Denkmals am Altrahlstedter Stieg/Anny-Tollens-Weg ausgesprochen und beschlossen, dass die Sanierungsmaßnahme im Arbeitsprogramm des Bezirksamtes berücksichtigt wird. Der Beginn der Sanierung des Kriegerdenkmals ist laut Mitteilung des Bezirksamts Wandsbek für das dritte Quartal 2018 geplant. Zudem soll das Denkmal, so die Forderung der Bezirksversammlung, durch eine ergänzende Schrifttafel historisch korrekt eingeordnet werden.

Dem Beschluss vorangegangen war ein interfraktioneller Antrag von SPD, Grünen und CDU im Regionalausschuss Rahlstedt. Auch schon im Frühjahr 2016 hatte sich die Rahlstedter Kommunalpolitik im Regionalausschuss Rahlstedt intensiv mit dem Thema beschäftigt. Bereits am 23. März 2016 brachten die Fraktionen von SPD, Grünen und CDU einen Antrag in den Regionalausschuss ein, der die Instandsetzung des Denkmals zum Thema hatte und der Verwaltung einige Fragen zur notwendigen Sanierung mit auf den Weg gab.

Zudem ist es die Forderung der Rahlstedter Kommunalpolitik, dass das Denkmal durch Ergänzung einer Schrifttafel historisch korrekt eingeordnet wird. Der Antrag wurde damals einstimmig beschlossen und von der Bezirksversammlung im April 2016 bestätigt. Die Ergänzungstafel soll folgenden Text enthalten: „Zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Das Denkmal wurde nach dem Ersten Weltkrieg als Ehrenmal für die Gefallenen errichtet. Die Inschriften und Reliefs sind Ausdruck des damaligen nationalistischen Zeitgeistes. Die Toten mahnen uns Lebende an Frieden und Versöhnung.“

„Die Verwaltung hat unsere Fragen zur Finanzierung der notwendigen Instandsetzung zu unserer Zufriedenheit beantwortet, sodass die Kommunalpolitik grünes Licht für die Umsetzung des politischen Wunsches der Sanierung und textlichen Ergänzung geben konnte“, sagte der finanz- und kulturpolitische Sprecher der SPD-Bezirksfraktion Ortwin Schuchardt Ende 2016.

Das Denkmal im Jugendpark Rahlstedt, am Anny-Tollens-Weg gelegen, wurde 1926 errichtet und erinnert an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Bürger der damals selbständigen Gemeinde Altrahlstedt. Die aus Naturstein gemauerte Pyramide mit stumpfer dreistufiger Spitze auf vierstufigem Sockel enthält an jeder Seite Marmortafeln; auf dreien stehen 93 Namen mit Todesdaten.

Der bauliche Zustand des Denkmals hat sich über die Jahre verschlechtert. Seit 2012 ist ein Sanierungsbedarf bekannt. Seit Mai 2015 liegt dem Bezirksamt ein Gutachten (Bestandsaufnahme und Erhaltungskonzept) vor. Es bestätigt den schlechten Zustand des Objekts und erkennt eine mögliche Gefährdung durch herabstürzende Quader in oder nach der nächsten Frostperiode. Im Rahmen der Sanierung ist vorgesehen, die Risse zu sanieren, lose und geborgene Steine zu referieren, die Fugen zu überarbeiten sowie das Denkmal behutsam zu reinigen. Die Instandsetzungskosten werden auf rund 35.700 Euro geschätzt. Im Falle einer notwendigen Kernsanierung (bei Beschädigungen im Inneren des Denkmals) werden sich die Kosten voraussichtlich um rund 27.000 Euro erhöhen.

Das Gutachten „Kriegerdenkmal Altrahlstedter Stieg. Bestandsaufnahme und Erhaltungskonzept. 2015“ kann hier heruntergeladen werden: http://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/kriegerdenkmal-altrahlstedter-stieg-bestandsaufnahme-und-erhaltungskonzept