Die MetroBus-Linie 10 (U Wandsbek Markt – Bf. Wandsbek – AK Wandsbek – Jenfeld-Zentrum – Glatzer Straße) soll über ihre jetzige Endhaltestelle Glatzer Straße im Bekkamp in Jenfeld hinaus um rund 600 Meter bis zur Grunewaldstraße 72 (SAGA-Hochhaus) in Rahlstedt-Hohenhorst verlängert werden. Die Planungen hierfür sind nach jahrelangem Vorlauf endlich fertig, im zweiten Halbjahr 2021 sollen die Bauarbeiten für eine Buswendeanlage an der neuen Endhaltestelle und die Ertüchtigung der Grunewaldstraße beginnen.

“Mit der Verlängerung der MetroBus-Linie 10 in die Grunewaldstraße erhalten rund 1.700 Bewohnerinnen und Bewohner im südlichen Hohenhorst eine deutlich bessere Busanbindung – eine wichtige Maßnahme für eine deutlich bessere Erreichbarkeit dieses Quartiers am Rande der Rahlstedter Feldmark. Die Maßnahme fügt sich ein in unser Konzept des Hamburg-Takts: Für die Mobilitätswende bauen wir das Angebot mit Bussen und Bahnen nach und nach deutlich aus – mit dichteren Takten, mehr Kapazitäten auf vielen Linien und völlig neuen Linien und zusätzlichen Haltestellen – so auch in Hohenhorst”, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter.

Die Linienverlängerung ist schon länger im Gespräch. Die nächstgelegenen Bushaltestellen in der Glatzer Straße und der Schöneberger Straße sind derzeit nur mit weiten Fußwegen zu erreichen. Bereits vor über zehn Jahren hatte der Bezirks-Seniorenbeirat Wandsbek deshalb eine bessere Busanbindung unter anderem der vier Hochhäuser in der Grunewaldstraße 72-78 gefordert und hierfür die Verlängerung der Buslinie bis zur Kehre an der Straßensperre vorgeschlagen. Die Bezirksversammlung Wandsbek schloss sich damals dieser Forderung auf Antrag der SPD-Fraktion einstimmig an. Sowohl das städtische Wohnungsunternehmen SAGA als auch Anwohnerinnen und Anwohnern der östlichen Grunewaldstraße wünschen sich die Linienverlängerung.

Die Bauarbeiten für die Buswendeanlage an der neuen Endhaltestelle und die Ertüchtigung der Grunewaldstraße werden voraussichtlich im November 2021 beginnen und etwa ein Jahr dauern. Mit einer Aufnahme des Betriebs der bis in die Grunewaldstraße verlängerten MetroBus-Linie 10 ist dann zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 zu rechnen.

Einzelheiten der Planung

Auf Höhe der jetzigen Schranke/Straßensperre in der Grunewaldstraße wird die neue Buswendeanlage mit Ein- und Ausstiegshaltestellen und zwei Überliegerplätzen entstehen. Die Sperrung der Grunewaldstraße für den Durchgangsverkehr bleibt bestehen, für Radfahrer werden zwei 2 m breite Durchlässe angelegt. Im Bedarfsfall ist auch eine Durchfahrt für Feuerwehrfahrzeuge möglich. Östlich der Buswendeanlage schließt sich die Kehre für die östliche Grunewaldstraße an. Die Buswendeanlage kann auch von anderen Fahrzeugen, insbesondere Müllabfuhr, Lkw genutzt werden, und erspart so zukünftig gefährliche Rangierfahrten.

Die Bushaltestelle selbst erhält einen Fahrgastunterstand für wartende Fahrgäste und wird barrierefrei gebaut. Das beinhaltet den niveaugleichen Ein- und Ausstieg durch entsprechend hohe Bordsteine sowie die Führung durch taktile Leitelemente für Blinde und Sehbehinderte. Die Anlage wird für den Einsatz von Gelenkbussen dimensioniert.

Zwischen der Lehmkoppel und der neuen Buswendeanlage wird die Grunewaldstraße für den Busverkehr ertüchtigt und instandgesetzt. Die Fahrbahnbreite von 6,50 m wird nicht verändert. Die Grunewaldstraße bleibt trotz des Busverkehrs Tempo-30-Zone. Der Gehweg erhält eine Regelbreite von 2,65 m (aktuell 2,0 m). Der ruhende Verkehr wird neu geordnet. Dort wo der Platz dafür ausreicht, werden auf der Nordseite Längsparkstreifen mit einer Breite von 2,0 m angelegt. Auf der Südseite darf in dafür markierten Bereichen am Fahrbahnrand geparkt werden. 30 m lange Lücken ermöglichen Ausweichmanöver im Begegnungsfall Bus/Bus. Weitere Stellplätze entstehen auf der Mittelinsel der Buswendeanlage. Insgesamt wird es 47 Stellplätze für Pkw geben. Der Parkplatz des Kleingartenvereins mit 21 Stellplätzen wird neu angelegt.

Die Entwässerungseinrichtungen werden nach dem Stand der Technik ausgebildet. Für die Maßnahme müssen 24 Bäume entfernt werden. Für sie werden im Verhältnis 1:3 72 Bäume neu gepflanzt, allerdings ist im Bereich der Grunewaldstraße aufgrund des dichten alten Baumbestands nur Platz für 8 zusätzliche Bäume. Für die übrigen 64 Bäume werden noch Standorte in der Umgebung gesucht.

Die Straßenbeleuchtung wird erneuert. Statt derzeit auf der Südseite werden die Leuchten im Abschnitt zwischen Lehmkoppel und der Buswendeanlage zukünftig auf der Nordseite der Grunewaldstraße stehen und rücken damit weitgehend aus den ausladenden Kronenbereichen der vorhandenen Bäume heraus.

Bereits im November 2016 waren verschiedene Planungsvarianten im Regionalausschuss Rahlstedt öffentlich vorgestellt worden. Dabei wurde deutlich, dass die Anliegerinnen und Anlieger für den Beibehält der Sperrung der Grunewaldstraße an dieser Stelle sind. Am 20. März 2018 hatte das Bezirksamt Wandsbek dann die Anliegerinnen und Anlieger über die vorgesehene Planung informiert, später übernahm der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer die weitere Planung. Am 17. Februar 2021 stand die abgestimmte Planung im Regionalausschuss Rahlstedt auf der Tagesordnung. Die vollständigen Planungsunterlagen können hier heruntergeladen werden: https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1013685

Im Zuge der Maßnahme wird die Grunewaldstraße zwischen Lehmkoppel und Wendekehre (250 m) erstmalig endgültig hergestellt, Anliegerbeiträge können, da die Baumaßnahme vom Bebauungsplan Rahlstedt 40 abweicht, hierfür aber bis auf Weiteres nicht erhoben werden.