Das Brachgrundstück in der Schweriner Straße 24 soll Standort für ein Stadtteilzentrum Rahlstedt werden, das sich mehrere Rahlstedter Vereine und Initiativen wünschen. Nachdem im Juli 2024 in einem anonymen Gutachterverfahren der beste Entwurf für ein Stadtteilzentrum Rahlstedt gekürt wurde, wurden nun zwei mögliche Betreibermodelle für das Stadtteilzentrum vorgestellt.
Das Stadtteilzentrum soll ein Ort der Begegnung und ein Baustein sozialer Stadtentwicklung werden: Kultur, Bildung, Nachbarschaft und Wohnen sollen hier zusammengebracht werden – ein „Soziales Haus“. Neu dabei ist, dass in den oberen Stockwerken Wohnungen statt Gewerberaum entstehen sollen. Dies würde nicht nur den Ortskern beleben, sondern auch dringend benötigten Wohnraum schaffen.
Entwickelt wurde ein realistisches Betriebs- und Finanzierungsmodell, das sich aus drei Säulen speist:
- Vermietung der Räume im Stadtteilzentrum: Staffelung nach Nutzungstyp (kommerziell, Stadtteilbezug, Träger), monatliche Mieteinnahmen von rund 11.000 Euro möglich
- Einnahmen aus Wohnnutzung: Förderfähige Mieten oder genossenschaftlicher freifinanzierter Wohnungsbau, denkbar sind 40 Ein-Zimmer-Wohnungen für Azubis oder Senioren oder 20 bis 30 Wohnungen für Familien
- Betriebskostenzuschuss Bezirk (Annahme): maximal 100.000 Euro jährlich
Dabei stehen zwei Betreibermodelle zur Auswahl: Genossenschaft (gemeinschaftliches Eigentum und lokale Verantwortung) oder Treuhandvermögen (öffentlich getragen, städtisch verantwortet und partizipativ). Ziel in beiden Modellen: Querfinanzierung des Stadtteilzentrums durch Mieteinnahmen und kostendeckender Betrieb durch differenziertes Nutzungsgeschäft.
Hintergrund: Ein Stadtteilzentrum für Rahlstedt
Seit vielen Jahren setzen sich engagierte Akteure aus Rahlstedt – darunter das Stadtteilzentrum Rahlstedt e.V. – in enger Zusammenarbeit mit der Freien und Hansestadt Hamburg sowie der steg Hamburg für die Realisierung eines neuen Stadtteilzentrums ein. Ziel dieses Zentrums ist es, einen Raum für Begegnung, kulturelle Veranstaltungen und sportliche Aktivitäten zu schaffen, der für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils zugänglich ist.
Im Rahmen eines anonymen Gutachterverfahrens wurden vier Hamburger Architekturbüros ausgewählt, um ihre baulich-räumlichen Ideen für das Stadtteilzentrum zu präsentieren. Sie erarbeiteten Entwürfe auf Grundlage eines detaillierten Raum- und Nutzungskonzepts, das gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürger Rahlstedts in mehreren Workshops entwickelt wurde. Die Fachjury, bestehend aus Vertreterinnen des Bezirksamts, des Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) sowie Architektinnen und Architekten, kürte schließlich den Entwurf von common agency zum Sieger. Besonders gelobt wurden die klare Struktur, die einladende Architektur und die flexible Nutzbarkeit des Konzepts.
Weiterführende Links
Architekten common agency (weitere Visualisierungen des Entwurfs): https://commonagency.eu/rahlstedt/
Verein Stadtteilzentrum Rahlstedt e.V.: https://stadtteilzentrum-rahlstedt.de
Bisherige Beiträge zum Thema
Entwürfe für Stadtteilzentrum Rahlstedt werden ausgestellt (15. Oktober 2024): https://www.buschhueter.de/entwuerfe-fuer-stadtteilzentrum-rahlstedt-werden-ausgestellt/
Stadtteilzentrum Rahlstedt nimmt Gestalt an (9. Juli 2024): https://www.buschhueter.de/stadtteilzentrum-rahlstedt-nimmt-gestalt-an/
Kann hier das Stadtteilzentrum für Rahlstedt entstehen? (13. April 2019): https://www.buschhueter.de/kann-hier-das-stadtteilzentrum-fuer-rahlstedt-entstehen/
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