Ab Sonnabend wird die AKN-Strecke zwischen Hamburg-Eidelstedt und Ulzburg Süd (A1) wieder durchgängig befahren – nach über einem Jahr Vollsperrung. Auf Hamburger Gebiet ist die Infrastruktur für den zukünftigen Betrieb der S-Bahn-Linie S5 nach Kaltenkirchen weitestgehend fertiggestellt, doch die S-Bahn wird erst 2028 starten können, wenn auch in Schleswig-Holstein die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Die neue Station Schnelsen Süd muss so lange nicht warten, sie wird bereits zwei Jahre früher, zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 eröffnet. Das erfuhren die SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter, Koorosh Armi und Marc Schemmel durch eine Kleine Anfrage an den Senat.
Nach aktueller Planung soll die neue Station Schnelsen Süd ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 mit Dieseltriebwagen der AKN bedient werden – bereits zwei Jahre vor Inbetriebnahme der S-Bahn-Linie S5. Damit können Fahrgäste bereits Ende nächsten Jahres dort in die Züge ein- und aussteigen und nicht erst mit Fertigstellung der gesamten Strecke im Dezember 2028. Der Zugang erfolgt zunächst nur über den südlich gelegenen Brummerskamp. Der nördliche Zugang über die Halstenbeker Straße folgt mit der vollständigen Inbetriebnahme der S5 im Dezember 2028. Ab dann wird die Station von S-Bahn-Zügen angefahren.
Die Bahnstrecke Hamburg-Eidelstedt – Kaltenkirchen (Holst) der AKN Eisenbahn GmbH wird seit Januar 2023 umfassend für den S-Bahn-Betrieb ausgebaut. Ziel des Projektes ist es, die heutige AKN-Linie A1 in die Hamburger S-Bahn zu integrieren und damit eine durchgehende Verbindung bis in die Innenstadt zu schaffen. Der Ausbau umfasst die weitgehende Zweigleisigkeit, die vollständige Elektrifizierung sowie die Anpassung der Bahnsteige für den künftigen S-Bahn-Betrieb. Zudem ist zwischen den Stationen Hörgensweg und Hamburg-Schnelsen der neue Haltepunkt Schnelsen Süd entstanden. Ab Ende 2028 soll auf der Strecke die verlängerte S-Bahn-Linie S5 verkehren.
Abgesehen vom Bau des Haltepunkts Schnelsen-Süd (wo noch Restarbeiten ausstehen) sind bis auf die Installation der Gleichstromschiene an der zweigleisigen Ein- und Ausfädelung Eidelstedt (Inbetriebnahme im Sommer 2027) sämtliche Arbeiten auf Hamburger Gebiet abgeschlossen. Unabhängig von den eingesetzten Fahrzeugen sind für die Bedienung des Haltepunktes Schnelsen Süd noch Anpassungen der Reisendenüberwege und der Signaltechnik nötig.
Mit der Betriebsaufnahme am Sonnabend wird auch die neue neue zweigleisige Ein- und Ausfädelung am Bahnhof Hamburg-Eidelstedt befahren. Damit ist eine alte Störungsquelle beseitigt worden, da die AKN-Züge bei Verspätungen nicht mehr aufeinander warten müssen – ein klarer Vorteil für die Betriebsstabilität, noch bevor die S-Bahn-Linie S5 Ende 2028 startet. Mit dem Ende der Vollsperrung kehrt am Montag auch der 10-Minuten-Takt zwischen Eidelstedt und Quickborn im Berufsverkehr zurück.
„Mit der fertiggestellten Zweigleisigkeit, der geplanten Vorab-Eröffnung des Haltepunkts Schnelsen Süd im Dezember 2026 und der Aufnahme des S-Bahn-Betriebs Ende 2028 nimmt das Infrastrukturvorhaben S5 Schritt für Schritt Gestalt an und verspricht eine deutliche Verbesserung der Anbindung für Hamburgs Nordwesten und die Metropolregion. Durch die zweigleisige Ein- und Ausfädelung in Eidelstedt profitieren Fahrgäste schon jetzt von einem stabileren Betrieb“, sagt Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg.
„Für die Schülerinnen und Schüler der Julius-Leber-Schule sowie für die vielen Anwohnenden in Schnelsen Süd wird ein lang ersehnter Wunsch schon 2026 Realität. Seit vielen Jahren haben wir uns für die Haltestelle und ihre Anbindung stark gemacht und sind froh, dass unsere Forderung nach einer früheren Inbetriebnahme entsprochen wird. Das ist ein großer Gewinn für unseren Stadtteil“, sagt der Schnelsener SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Koorosh Armi, und ergänzt: „Schnelsen gewinnt mit der neuen Haltestelle Schnelsen Süd endlich die Anbindung, die der Stadtteil schon lange verdient hat. Das ist ein Erfolg für alle Bürgerinnen und Bürger, die hier leben und arbeiten. Und es ist ein klares Signal, dass wir den Nordwesten Hamburgs nicht vergessen, sondern gezielt stärken.“
Schriftliche Kleine Anfrage „Sachstand Infrastrukturvorhaben S5“ und Antwort des Senats vom 26. August 2025 (Drucksache 23/1164): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/94139/23_01164_sachstand_infrastrukturvorhaben_s5
Die Bahn fährt ja durch ein dicht besiedeltes Wohngebiet. Ich sehe aber keine Lärmschutzwände. Sind etwa keine geplant?
Schallschutzwände entlang der AKN-Strecke sind dort geplant, wo ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht. Dieser ergibt sich aus dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) sowie der 16. BImSchV nach § 41 Abs. 1 BImSchG (Verkehrslärmschutzverordnung). Schallschutz ist demnach dann vorgeschrieben, wenn es sich um eine wesentliche Änderung eines Schienenweges handelt. Dazu zählt der zweigleisige Ausbau, nicht hingegen die Elektrifizierung der Strecke, die Verlängerung der Bahnsteige und die Absenkung von Gleisen. Dementsprechend werden Schallschutzwände auf Hamburger Gebiet nur im Bereich des zweigleisigen Ausbaus zur Einfädelung in den Bahnhof Hamburg-Eidelstedt errichtet. Details dazu finden Sie im Planfeststellungsbeschluss, dort ab Seite 65: https://www.akn.de/s5.html?file=files/public/s21/PFB_Elektrifizierung_AKN_A1_S21_HH.pdf&cid=3641
Darin ist auch zu lesen: „Unabhängig von den Anforderungen des § 41 Abs. 1 BImSchG ist in die Abwägung einzustellen, dass durch die künftig eingesetzten S-Bahnfahrzeuge keine unzumutbare Mehrbelastung an Lärm droht. Das Gutachterbüro Lärmkontor GmbH stellte nachvollziehbar dar, dass die zukünftig eingesetzten S-Bahnfahrzeuge – trotz der größeren Länge – sogar etwas leiser sind als die bisher eingesetzten AKN-Züge.“
Herzlichen Dank für Ihr Engagement und die positive Nachricht zur vorgezogenen Inbetriebnahme der Station im Jahr 2026.
Zwei Verständnisfragen:
1) Nördlicher Zugang:
Der Zugang an der Halstenbeker Straße wirkt baulich weitgehend fertiggestellt. Warum bleibt er dennoch bis 2028 gesperrt? Für Anwohnende aus Richtung Halstenbeker Straße wäre eine vorgezogene, ggf. provisorisch gesicherte Öffnung sehr hilfreich.
2) Zeitpunkt der Eröffnung:
Warum ist die Inbetriebnahme erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 vorgesehen? Wenn die Bauarbeiten im Wesentlichen abgeschlossen sind, was spricht gegen einen früheren Zughalt – etwa bereits mit dem kommenden Fahrplanwechsel?
Sie sehen: Wir warten schon so lange auf diese Haltestelle, dass Ihre positive Nachricht unmittelbar Hoffnung auf mehr geweckt hat.
Nochmals vielen Dank!
Laut AKN sind für die Bedienung des Haltepunkts Schnelsen Süd noch Anpassungen der Reisendenüberwege und der Signaltechnik nötig. Zur Inbetriebnahme der Station im Dezember 2026 werden diese Anpassungen nur erst am südlichen Zugang Brummerskamp realisiert sein. Das hat meines Wissens etwas mit der Modernisierung der Stellwerke zu tun, die erst später erfolgt.