Die Freie und Hansestadt Hamburg hat die Werberechte im öffentlichen Raum erfolgreich neu vergeben. Die neuen Verträge sichern langfristige Einnahmen für die Stadt und bringen gleichzeitig Verbesserungen für den ÖPNV. Unter anderem werden mindestens 400 neue barrierefreie und seniorengerechte Fahrgastunterstände geschaffen, 100 davon erhalten eine Dachbegrünung. Die bereits bestehenden 2.250 Fahrgastunterstände bleiben erhalten.
In einem transparenten Vergabeverfahren wurden die Zuschläge an die zum J. C. Decaux-Konzern gehörende Wall GmbH und die DSM Deutsche Städte Medien GmbH, welche Teil der Ströer-Gruppe ist, erteilt. Die neuen, umfangreich abgestimmten Werbekonzepte setzen verstärkt auf stadtbildgestalterische, ökologische und soziale Belange und gelten bis Ende 2041. Die Verträge gelten vorbehaltlich der Zustimmung der Bürgerschaft.
Dazu Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Die erfolgreiche Neuvergabe der Werberechte ist ein großer Erfolg für Hamburg. Werbung im öffentlichen Raum muss für die Stadt und ihre Bewohner:innen einen Mehrwert bringen und genau das erreichen wir mit den neuen Verträgen. Die Werbeverträge sichern der Stadt Einnahmen in Höhe von voraussichtlich rund 30 Millionen Euro jährlich, hinzu kommen die Fahrgastunterstände als Sachleistung, für deren Anschaffung und Betrieb die Stadt anderenfalls selbst aufkommen müsste. Die Einnahmen fließen in wichtige städtische Projekte und die Verbesserung der Infrastruktur, kommen also direkt bei den Hamburger:innen an. Insbesondere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen werden von der Vereinbarung mit der Werbewirtschaft profitieren. Mit mindestens 400 zusätzlichen barrierefreien Fahrgastunterständen mit altersgerechten Sitzmöglichkeiten verbessern wir den Komfort an den Haltestellen und machen den Busverkehr noch attraktiver.“
Die Digitalisierung der Werbeanlagen erfolgt weiterhin maßvoll, was zu einer Reduzierung der Gesamtzahl der Werbeanlagen führt („digital aber weniger“). Das bedeutet: Zusätzliche digitale Werbeanlagen dürfen nur errichtet werden, wenn dafür analoge Anlagen im Verhältnis 1:1,5 abgebaut werden. Nach bisheriger Planung könnten so – abhängig von der Genehmigungslage in den einzelnen Bezirken – bis zu 170 Anlagen wegfallen.
Mit folgenden Maßnahmen sorgt die FHH dafür, dass Werbung im öffentlichen Raum sowohl Einnahmen für die Steuerzahler sichert, als auch das Wohl und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger gesteigert werden.
- Mehr Komfort und Sicherheit im Alltag: Auf Hamburger Gebiet gibt es aktuell rund 2.250 Fahrgastunterstände. In den Werbeverträgen wurde vereinbart, dass die Werbefirmen mindestens 400 neue Fahrgastunterstände (FGU) bauen, die Schutz vor Wind und Wetter bieten. Alle neuen Unterstände sind barrierefrei und mit altersgerechten Sitzmöbeln mit Rückenlehnen und Armstützen ausgestattet – das macht das Warten auf Bus und Bahn für alle angenehmer.
- Nachhaltigkeit: Die ca. 2.250 Fahrgastunterstände der Stadt wurden von den renommierten Architekten Sir Norman Foster und André Poitiers entwickelt und von den Werbeunternehmen aufgestellt.
Sie wurden laufend gepflegt und unterhalten, so dass sie sich in einem guten Zustand befinden. Daher muss der Bestand nicht zurückgebaut werden, sondern kann für die neue Vertragslaufzeit vom Konzessionär übernommen und weiter betrieben werden.
- Mehr Natur und Artenschutz: Zusätzlich zu den bereits vorhandenen sieben Fahrgastunterständen mit Gründach werden mindestens 100 der neuen Unterstände ebenfalls ein Gründach erhalten, welches jeweils das Stadtklima verbessert und Lebensraum für Pflanzen und Tiere schafft. Vogelschutzmarkierungen an allen neuen Anlagen tragen ebenfalls dazu bei, die Artenvielfalt zu unterstützen. Für kommende naturschutzrechtliche Vorgaben gilt: Die künftige Regelung zum Schutz von Tieren und Pflanzen vor nachteiligen Auswirkungen von Beleuchtungen (§ 41a BNatSchG) muss auch auf bestehenden digitalen Anlagen umgesetzt werden. Bestehende Anlagen können in der Regel aufgrund von statischen Erfordernissen nicht mit einem zusätzlichen Gründach ausgerüstet werden.
- Weniger Werbung, mehr Rücksicht: Die Zahl der Werbeanlagen wird insgesamt reduziert. Digitale Werbeanlagen werden nur maßvoll eingesetzt und unterliegen strengen Regeln: Sie schalten sich nachts ab, leuchten weniger intensiv (zum Schutz von Insekten) und zeigen keine grellen oder ablenkenden Effekte.
- Eigenwerbekontingente der Stadt werden ausgeweitet: Die Eigenwerbekontingente der Stadt bezogen sich bislang nicht auf die digitalen Werbeflächen, sondern nur auf die analogen. Dies wurde in den neuen Verträgen geändert, so dass die FHH insgesamt mehr Möglichkeiten für Eigenwerbung in Anspruch nehmen kann z. B. für die öffentlichen Unternehmen oder für Personalwerbung.
- Mehr Kultur für alle: Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Kultur und Gemeinwohl: Die Eigenwerbekontingente können auch für die von der FHH geförderten Kulturveranstaltungen eingesetzt werden. Kulturwerbetreibende profitieren weiterhin von hohen Rabatten von bis zu 90 Prozent auf den entsprechenden Werbeträgern.
- Erhöhte Informationssicherheit für die Öffentlichkeit: Auf digitalen Werbeanlagen werden auch künftig zuverlässig amtliche Warn- und Gefahrenhinweise ausgespielt, um die Bevölkerung umfassend und zeitnah zu informieren. Zusätzlich werden auf Anlagen, die sich in Sichtbeziehung zu Denkmälern befinden, gezielt und regelmäßig Informationen zu den jeweiligen Denkmälern angezeigt. Damit wird sichergestellt, dass sowohl sicherheitsrelevante als auch denkmalbezogene Informationen für alle Bürgerinnen und Bürger jederzeit zugänglich sind.
- Einschränkung von bestimmten Werbebotschaften: Die Stadt achtet darauf, dass Werbeinhalte den Leitlinien des Deutschen Werberates entsprechen und keine diskriminierenden, jugendgefährdenden oder extremistischen Botschaften verbreitet werden.
- Stabile Einnahmen für wichtige Projekte: Trotz schwieriger Marktlage bleiben die Einnahmen aus der Werbung auf hohem Niveau. Die Höhe der Einnahmen ist umsatzabhängig und beträgt schätzungsweise ca. 30 Millionen Euro jährlich. Diese Gelder fließen direkt in städtische Projekte und die Verbesserung der Infrastruktur – davon profitieren alle Hamburgerinnen und Hamburger.
- Transparenz und Fairness: Die Vergabe der Werberechte erfolgte in einem transparenten europaweiten Vergabeverfahren, das auch kleineren Unternehmen die Teilnahme am Vergabeverfahren ermöglicht hat.
Insgesamt hebt die FHH das Niveau der Werbevergabe in vielen Punkten deutlich an und stellt gleichzeitig sicher, dass die Einnahmen für die Stadt stabil bleiben. Daneben steht die Förderung eines attraktiven und lebenswerten Stadtbildes im Vordergrund.
Antrag der Fraktionen von SPD und GRÜNEN „Zukunftsgerechte und ökologischere Ausschreibung neuer Werberechtsverträge sicherstellen“ vom 19. Dezember 2025 (Drucksache 23/2491): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/101976/23_02491_zukunftsgerechte_und_oekologischere_ausschreibung_neuer_werberechtsvertraege_sicherstellen
Pressemitteilung der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende vom 11. August 2026: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bvm/aktuelles/pressemeldungen/neue-werbevertraege-der-freien-und-hansestadt-hamburg-1208086
Moin Herr Buschhüter,
wie Sie schreiben, ist Ihnen keine Liste der neuen Fahrgastunterstand-Standorte bekannt.
Können wir hoffen, dass Sie eine Liste – wenn Sie diese erhalten bzw. finden – veröffentlichen?
Bitte machen Sie weiter so wie bisher und unterstützen Sie uns Bürger weiterhin so vorbildlich.
Grüße aus dem Deichgrafenhaus
Ganz herzlichen Dank für das freundliche Feedback. Sobald es etwas Neues zum Thema Fahrgastunterstände gibt, werde ich es vermelden.
Sehr erfreulich, für mich gut Verhandelt, in der Online Medien Zeit. Ich hoffe das , Rahlstedt Center in Richtung BF kommt. Die neuen würde ich Hauptsächlich aufstellen, wo Senioren Einrichtungen sind, oderKankenhäuser
Vielen Dank für dein Feedback. Bushaltestelle „Rahlstedt Center“ gucken wir uns an.
Also ändert sich das Design der Wartehäuschen (zumindest bei den neuen 400)?
Bei den neuen Fahrgastunterständen werden sich auf jeden Fall die Sitzgelegenheiten ändern. Inwieweit das Auswirkungen auf das gesamte Design hat, dazu wurde noch nichts gesagt.
Moin Herr Buschhüter!
Gibt es irgendwo bereits eine Liste der Standorte der geplanten 400 neuen Fahrgastunterstände?
Ist unter diesen Standorten auch die Haltestelle Birkenalle Süd (beide Richtungen) der Linie X27 dabei?
Besten Dank für Ihre Antwort im voraus sowie beste Grüße
S.K.
So eine Liste ist mir noch nicht unter die Augen gekommen. Ich weiß aber, dass die HOCHBAHN eine Liste mit Wunschstandorten führt. Die Bushaltestelle Birkenallee (Süd), beide Richtungen, wurde unter Vorbehalt für das nächste Jahr in die Planung zusätzlicher Fahrgastunterstand-Standorte aufgenommen. Mehr dazu hier: https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1025642