Am 30. Mai 2015 wurde das neue Feuerwehrhaus der FF Oldenfelde-Siedlung eingeweiht und symbolisch der Schlüssel übergeben. Möglich gemacht wurde der Neubau mit Mitteln des “Sanierungsfonds Hamburg 2020”, den die Hamburgische Bürgerschaft zum Abbau des Sanierungsstaus in der Stadt aufgelegt hat.

Zugegen waren bei diesem feierlichen Anlass neben Innensenator Michael Neumann und dem höchsten Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg, André Wronski, auch viele Vertreter benachbarter Feuerwehren sowie Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Vereinen und Verwaltung. Besondere Freude herrschte über den Besuch von Staatsministerin Aydan Özoguz, die es sich als Wandsbeker Bundestagsabgeordnete nicht nehmen ließ, zur Einweihung des neuen Wachgebäudes in ihrer Nachbarschaft vorbeizuschauen.

Die besondere Geschichte des Neubaus kam bei den Reden und Grußworten auch zur Sprache, denn der Neubau hätte schon längst fertig sein können, wenn er sich nicht durch Nachbarklagen gegen die Baugenehmigung zeitlich verzögert hätte. Erst die Entscheidung des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichts brachte grünes Licht für den Bau. Denn alles war da: Der Plan, die breite politische Zustimmung, die Baugenehmigung und auch das Geld für das neue Feuerwehrhaus in der Bekassinenau. Doch durch Nachbarwidersprüche gegen die bereits im Dezember 2012 erteilte Baugenehmigung und die nachfolgenden juristischen Auseinandersetzungen vor dem Verwaltungsgericht und zuletzt vor dem Oberverwaltungsgericht verzögerte sich der Baubeginn am Ende um weit über ein Jahr.

“Das alte Feuerwehrhaus war in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr den Anforderungen an ein modernes und zweckmäßiges Feuerwehrhaus. Es verfügte nur über eine Remise („Einspänner“), in der die Fahrzeuge hintereinander abgestellt werden mussten. Außerdem waren die Sozialräume zu klein, die Toilettensituation für Frauen und Mädchen ungeeignet“, erinnert sich der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter.

Das neue Feuerwehrhaus ist zweigeschossig und hat eine rund 174 qm große Fahrzeughalle, in der die zwei Löschfahrzeuge nebeneinander abgestellt werden können. Der neue Schulungsraum ist deutlich größer als der alte, außerdem gibt es erstmals einen separaten Raum für die Einsatzkleidung und getrennte WCs.

Auf Initiative der SPD-Fraktion hatte die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 11. April 2013 einstimmig beschlossen, aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ 4,5 Mio. Euro für die Freiwilligen Feuerwehren bereitzustellen, um eine zukunfts- und funktionsgerechte Sanierung von maroden Feuerwehrhäusern sicherzustellen. Auf Vorschlag der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg wurde mit diesen Mitteln unter anderem der Abriss und der Neubau des Feuerwehrhauses der FF Oldenfelde-Siedlung ermöglicht.

„Ich freue mich, dass der so lange geplante Neubau des Feuerwehrhauses jetzt endlich eingeweiht werden konnte. Das ist ein weiterer Schritt in Richtung Abbau des Sanierungsstaus. Eine starke Freiwillige Feuerwehr braucht eine gute Infrastruktur – die hat sie in Oldenfelde-Siedlung mit den neuen Räumlichkeiten nun erhalten“, so Buschhüter.

Aus so genannten Troncmitteln*) stellte die Hamburgische Bürgerschaft auf Antrag der SPD-Fraktion zudem 1.850 Euro für die Zusatzausstattung des neuen Feuerwehrhauses bereit. Die Kameradinnen und Kameraden der FF Oldenfelde-Siedlung konnten damit einen Beamer mit Leinwand und Projektor-Wagen für den neuen Schulungsraum anschaffen.

Die Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg tragen einen erheblichen Anteil zur Sicherheit in unserer Stadt bei. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Unterstützung der Berufsfeuerwehr bei der Brandbekämpfung, der Rettungsdienst im Bereich der Erstversorgung, die Wasserrettung und die technische Hilfeleistung. Daneben erfüllen die Wehren der Freiwilligen Feuerwehr im Bereich der Jugend- und Gemeinwesensarbeit einen unverzichtbaren Dienst für die Gemeinschaft. Sie sind aus dem sozialen Gefüge unserer Stadtteile nicht wegzudenken. Vom Osterfeuer über den Laternenumzug bis zu Stadtteilfesten – überall tragen die Freiwilligen Feuerwehren in herausragender Weise Verantwortung für ein solidarisches Hamburg.

 

*) Die Troncmittel stammen aus dem so genannten Tronc, der Trinkgeldkasse in der Spielbank. Mindestens vier Prozent des anfallenden Troncaufkommens steht der Stadt als Troncabgabe zu, die es für gemeinnützige Zwecke verwenden muss. Die Mittel werden auf Vorschlag der Abgeordneten der Regierungsfraktionen durch die Bürgerschaft vergeben. Für ganz Hamburg standen im letzten Jahr rund 235.000 Euro zur Verfügung.