Mastodon

Um die Ausbreitung der invasiven Art Nutria zu bekämpfen, erweitert die Umweltbehörde ihre Unterstützung für die Jagd jetzt auf das gesamte Stadtgebiet, also auch auf Rahlstedt, Oldenfelde und Meiendorf. Bislang galt dies nur für die Bezirke Bergedorf, Hamburg-Mitte und Harburg. Darüber hinaus wurde die Aufwandsentschädigung für nachweislich erlegte Nutria („Fangprämie“ oder „Schwanzprämie“) zum 1. Dezember 2025 von 7 auf 14 Euro verdoppelt.

Die Nutria (Myocastor coypus), auch Biberratte oder Sumpfbiber genannt, stammt ursprünglich aus Südamerika. Bei uns vorkommende Nutrias sind die Nachkommen entlaufener Tiere aus Pelztierfarmen. Die Nutria ist in Deutschland eine invasive gebietsfremde Art und kann Schäden an Uferbefestigungen und Grünanlagen verursachen sowie die heimische Pflanzen- und Tierwelt beeinträchtigen. 

Die Wildtierart Nutria siedelt sich zunehmend innerhalb städtischer und bewohnter Flächen an. Die Meldungen über Nutria-Vorkommen beschränken sich nicht mehr nur auf die wasser- und flächenreichen Bezirke Bergedorf und Harburg, sondern betreffen auch die Wandse, die Kollau, die Fleete, den Alsterlauf sowie die Alster selbst. Betroffen sind Parks, Friedhöfe, Regenrückhaltebecken und Uferböschungen. Aus Rahlstedt wurden u.a. Sichtungen im Bereich Merkurpark und Schleemer Bach berichtet.

Weitere Maßnahmen:

  1. Das Fallenprogramm zur Bejagung der Nutria wird auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt. Wie in Bergedorf und Harburg bereits gängige Praxis, können Revierinhaber über die jeweiligen Jägermeister Fallen und Fallenmelder anmelden, die von der Umweltbehörde gestellt werden. 
  2. Um die Jagd auf Nutria auszuweiten, können Jagdausübungsberechtigte im Rahmen des Jagdschutzes zusätzliche Jagdaufseher benennen, die dann vom Jägermeister bestätigt werden. Die neuen Jagdaufseher können vom Revierinhaber auch nur für die Jagd auf Nutria angestellt werden.
  3. Außerdem entfällt die Gebühr für den Eintrag der Wildart Nutria in die von der Waffenbehörde ausgegebene Schießerlaubnis für die Stadtjäger.
  4. Bislang wurden in den Revieren Jagdkreise III (Bergedorf/Hamburg-Mitte) und IV (Harburg/Wilhelmsburg/Finkenwerder) bereits 50 Lebendfallen mit elektronischen Fallenmeldern gestellt.

Um die Ausbreitung und die Auswirkungen der Nutria in Hamburg besser erfassen zu können und gezielter Maßnahmen zu ergreifen, bittet die Umweltbehörde darum, Sichtungen, Vorkommnisse und Schäden im Zusammenhang mit Nutria, insbesondere an Hochwasserschutzanlagen, über die E-Mailadresse invasive-arten@bukea.hamburg.de zu melden.

Bei konkreten Problemen vor Ort beraten die Jägermeister und Jägermeisterin. Ihre Kontakte finden Bürgerinnen und Bürger hier: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/agrarwirtschaft/jagd/ansprechpartner-jagd-171274

Mehr Infos: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/naturschutz/invasive-arten/nutria-171272


Lizenzhinweis zum Beitragsbild: Jaramo812020-11-14 Nutria (1), zugeschnitten und komprimiert von OTB, CC BY-SA 4.0