Mehr als 400 Parkplätze bleiben – anders als ursprünglich geplant – erhalten. Dafür wurden bislang 50 Straßenbaumaßnahmen, die in den nächsten ein bis zwei Jahren realisiert werden sollen, mit Blick auf den Parkraum überprüft und wo sinnvoll und möglich umgeplant. Das geht aus einer Kleinen Anfrage des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter hervor. Hintergrund ist das im Koalitionsvertrag vereinbarte Parkraum-Moratorium, das bis zur Fertigstellung des Masterplans Parken gilt.
Dazu Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Wir wollen die Mobilität für alle Hamburgerinnen und Hamburger verbessern – damit auch diejenigen, die auf ihr Auto angewiesen sind, weiterhin gut durch die Stadt kommen. Insbesondere dort, wo der Parkdruck hoch ist, müssen Stellplätze auch weiterhin zur Verfügung stehen. Mit unserem Parkraum-Moratorium haben wir schon jetzt durch kluge Umplanung über 400 Parkplätze in Hamburg gerettet. Wir haben stets die ganze Stadt im Blick und schaffen mit einem breiten Mobilitätsangebot – sei es mit dem Fahrrad, mit Bahn und Bus oder eben auch mit dem privaten Auto – die Grundlage dafür, allen Hamburgerinnen und Hamburgern ein geeignetes Angebot machen zu können.“
Hintergrund
Mit dem Masterplan Parken sollen die Zahlen der privaten Kraftfahrzeuge sowie die verfügbaren Stellplätze im öffentlichen und privaten Raum systematisch erfasst werden. Ziel ist es dabei, einen Überblick über das gesamte Parkraumangebot zu schaffen, um eine stadtteilbezogene Richtlinie zur Organisation des ruhenden Verkehrs bzw. zum Umgang mit Parkplätzen im öffentlichen Raum sowie dem Stellplatzschlüssel für Neubauten vorzugeben. Bis zur Fertigstellung des Masterplans gilt ein Moratorium für den Abbau von öffentlichen Parkplätzen. Das bedeutet, dass alle anstehenden Straßenbaumaßnahmen, die mit der Umwandlung von Parkraum verbunden sind, noch einmal überprüft und erforderlichenfalls umgeplant werden.
Schriftliche Kleine Anfrage „Parkraum-Moratorium“ und Antwort des Senats vom 5. August 2025 (Drucksache 23/1053): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/93445/23_01053_parkraum_moratorium
Herr Buschhueter, treten Sie, Peter Tschentscher und Ihr Fraktionsvorsitzender zurück, wenn ein Radfahrer zu Tode kommt, weil Ihretwegen eine Baumaßnahme verzögert wurde?
Und warum legt die SPD mehr wert darauf, Platz für herumstehendes Blech zu bewahren als die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Menschenleben zu retten?
Und wie wollen Sie mit Ihrer autozentrierten Politik eigentlich die Klimaziele einhalten? Das ist komplett widersprüchlich!
P.S: Mein Sohn wollte bei den Jusos eintreten. Ich konnte ihn davon abbringen, indem ich ihm erklärt habe, dass der SPD sein Menschenleben komplett egal ist!
Richten Sie bitte einen schönen Gruß an Ihren Sohn aus. Ich freue mich, wenn er sich bei den Jusos engagieren will.
Sie übersehen, dass bei den überprüften 50 Straßenbauvorhaben immer noch rund 1.400 Parkstände entfallen werden. Aus guten Gründen: für Bushaltestelen, breitere Gehwege, Radverkehrsanlagen oder Straßenbegleitgrün z.B.. Was die SPD allerdings ablehnt, ist ein Rückbau von Parkständen nur um deren Rückbau willen. Denn das geht an der Lebenswirklichkeit derjenigen Menschen, die weiterhin auf ein Auto angewiesen sind, völlig vorbei. So haben wir es daher auch mit den Grünen im Koalitionsvertrag vereinbart. Maßnahmen mit klarer Dringlichkeit (z. B. Schulwegsicherung, ÖPNV-Ausbau) werden weiterhin umgesetzt. Im Übrigen setzt gerade die SPD auf einen massiven Ausbau des Schnellbahnnetzes. Gemeinsam mit der Förderung des Radverkehrs und des Zufußgehens wollen wir so den Umweltverbund stärken und dessen Anteil am Modal split auf 80 Prozent heben.
Ha en Sue für Bärwalder Straße vergessen?
Nein, wie könnte ich. Gegenstand der Prüfung sind allerdings nur Straßen, die absehbar umgebaut werden. Das ist in der Bärwalder Straße ja nicht geplant.
“400 Parkplätze gerettet“
Mich macht traurig, dass bereits 7 Radfahrende dieses Jahr auf Hamburgs Straßen zu Tode gekommen sind. Für den Schutz von Menschenleben hätte ich mir Engagement gewünscht.
Stattdessen feiern Sie, dass die Stadt öffentlichen Raum für private Inanspruchnahme zur Verfügung stellt. Kostenlos.
Das ist Förderung von Autonutzung.
Mich machen alle Verkehrstoten traurig, egal ob sie zu Fuß, auf dem Fahrrad/Motorrad/Mofa, im Auto oder in einem öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs waren. Im letzten Jahr gab es in Hamburg 39 Verkehrstote, darunter 14 zu Fuß Gehende, zehn Radfahrende, acht Personen in Pkw, sechs auf Motorrädern sowie eine Person auf einem Mofa. Jedes Opfer ist eines zu viel.
Wir sanieren Radwege und bauen Radverkehrsanlagen, wo vorher keine waren. Wir bauen geschützte Radfahrstreifen, wo möglich. Bereits 2022 wurden auf Initiative von Rot-Grün in der Bürgerschaft alle städtischen Lkw mit Abbiegeassistenten ausgestattet. Damit war Hamburg damals Vorreiter. Wir machen unsere Verkehrsinfrastruktur für alle sicherer. Und trotz aller Anstrengungen werden wir es nicht schaffen, eine Verkehrsinfrastruktur zu bauen, die jedes Fehlverhalten toleriert, ganz gleich, wer den Fehler begeht. Wir brauchen deshalb genauso: mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr, von allen Verkehrsteilnehmenden.
Auto-Aversion ist dabei kein guter Ratgeber. Das Auto ist und bleibt ein relevanter Verkehrsträger in unserer Stadt, ob wir es wollen oder nicht. Und dazu zählen natürlich auch Parkstände im öffentlichen Raum. 1.400 Parkstände werden bei den überprüften Maßnahmen gleichwohl entfallen, aus guten Gründen. Man sollte aber den Bogen nicht überspannen.
Bei der ganzen positiv orientierten Meinung, kann man doch zwecks Inspiration einen Blick nach Paris werfen. Was wurde dort verändert und wie haben sich dadurch die tötlichen Unfälle bei allen Verkehrsteilnehmern entwickelt. Mit solchen Massnahmen könnte man für Alle etwas positiv bewegen.
Ja, Inspiration ist immer gut, von Paris genauso wie und von anderswo auch. Es lohnt sich, dabei ganz genau hinzuschauen, sich nicht blenden zu lassen. So wohnen in Paris rund 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf einem Quadratkilometer Stadtfläche, in Hamburg sind es dagegen nur rund 3.000. Das macht einen großen Unterschied, wenn es um die tägliche Mobilität geht. Oder anders: Ein Leben ohne Auto ist in Paris angesichts der Kompaktheit der Stadt und des besser ausgebauten Schnellbahnnetzes deutlich einfacher möglich, als das bei uns in Hamburg der Fall ist.
Lieber Herr Buschhüter,
am wichtigsten ist, dass die Modernisierung der Infrastruktur weiter vorangetrieben werden kann und die Stadt nicht in eine jahrelange Blockade verfällt, so wie das in Berlin geschehen ist. Insofern begrüße ich diesen Kompromiss sehr.
Ob im Sinne der Stadtentwicklung hier wirklich eine Verbesserung erreicht wurde, darf aber doch sehr bezweifelt werden. Mich würde ja interessieren, was ursprünglich auf den Flächen dieser zusätzlichen Parkplätze vorgesehen war. Bekommt Hamburg jetzt beispielsweise 800 Bäume weniger?
Sehr bitter ist auch, wie die SPD sich in dieser Debatte das Framing der CDU zu eigen gemacht hatte („die Grünen haben den Bogen überspannt“) und der populistischen Versuchung nicht widerstehen konnte. Mir schwant Böses für zukünftige Diskussionen um das gleiche Thema…
Viele Grüße!
Danke für Ihr Feedback. Die Planungen zu den Straßenbaumaßnahmen „on hold“ sind noch nicht abgeschlossen. Welche Kompromisse mit anderen Zielen geschlossen werden müssen, steht also noch aus. Fakt ist, dass die geprüften Straßenbaumaßnahmen weiterhin in den meisten Fällen auch zum Abbau von Parkständen führen werden. Es geht halt nur nicht mehr um 1.820 Parkstände, die wegfallen sollen, sondern um 424 weniger.
Ein Privatautozulassungsmoratorium in der Stadt hätte Linderung gebracht – eine Verkehrswende hingegen aufzuschieben, löst leider kein Problem. Ein Parkdruck wid solange für einige zu fühlen sein, wie die Mehrheit, die nicht auf ein eigenes Auto angewiesen ist, dieses weiter nutzt, keine gute Rad- oder ÖPNV-Infrastruktur vorfindet, oder den PKW sogar direkt vor der Tür abstellen möchte.
Privatautoparkplätze auf öffentlichem Grund blockieren den dringend benötigten Platz für Kieze, Stadtentwicklung, Aussengastronomie, sichere Schulwege oder eben effiziente Verkehre (Fuß, Bus, Rad etc) für alle, die mobil sein müssen.
Handwerker, Pflegekräfte, Mobilitätseingeschränkte im Auto oder auch Feuerwehr würden sich freuen, wenn es wieder schneller durch die Stadt geht und es Liefer- und Kurzhaltezonen gibt – nichtt
übermäßigen Platz wie derzeit, der. Von Privatpkw beansprucht wird. Zumal es ausreichend Park & Ride am Stadtrand und Parkhäuser in der Stadt gibt, die oft nicht ausgelastet sind.
Im Wohnungsbau sollten Mobilitätsoptionen nachgewiesen werden, nicht noch weitere Autostellplätze, die widerrum nochmehr Autos anziehen, Wohnungsbau verteuern, benotigten Platz entziehen und Parkdruck erhöhen, für die, die wirklich drauf angewiesen sind (siehe Handwerker, Pflegekräfte). Wenn 22 Wohneinheiten ohne Autostellplätze gebaut werden, bedeutet das weniger Stress, weniger Autos und reduzierten Parkdruck – vorausgesetzt es wird Radinfrastruktur, Mietautostationen, Park&Ride am Stadtrand, Bezahlparkhäuser am Rand des Stadteils, Bus- und Ubahn in der Nähe nachgewiesen.
Man sollte den Platz in der Stadt retten, nicht durch Autoparkplätze weiterhin blockieren. Nein – mit ‚Parkplatzmoratorien‘ schreibt man das Problem nur fort wie in den vergangenen Jahrzehnten. Und wundert sich dann auch noch in 2040,warum viele Strassen von Autoparkplätzen gekennzeichnet sind und Handwerker oder Pflegekräfte keine Abstellmöglichkeit finden.
Wer etwas für Autofahrer tun möchte, reduziert den privaten Autoverkehr und fördert ihn nicht noch durch weiterhin soviele Parkplätze auf Boden und Grund der Stadt Hamburg.
Das eine tun, ohne das andere zu lassen. Wir sanieren die Verkehrsinfrastruktur unserer Stadt, erneuern Radverkehrsanlagen und bauen neue, wo vorher keine waren. Auch der ÖPNV wird kräftig ausgebaut: Mit den neuen Schnellbahnlinien U4 und U5, S4, S5 und S6 entstehen in den nächsten Jahren 35 neue U- und S-Bahn-Haltestellen in Hamburg, der Busverkehr wurde in den letzten Jahren immer mehr ausgeweitet, und wir sind damit auch noch nicht am Ende. Denn wir wissen: Mit mehr Autoverkehr machen wir den Verkehr in unserer Stadt nicht besser. Wir brauchen weniger Autoverkehr, nicht zuletzt damit die, die weiterhin Auto fahren müssen oder wollen, gut durch die Stadt kommen. Dafür nehmen wir dort, wo es erforderlich ist, auch den Verlust an Parkständen in Kauf: Für gute Radverkehrsanlagen, breitere Gehwege, für neue Bushaltestellen, für Schulwegsicherung usw. Der Punkt ist, dass zuletzt der Bogen überspannt wurde, und das wurde mit dem Parkraum-Moratorium gestoppt. Mit Hochmut schafft man keine Akzeptanz, sondern verspielt Mehrheiten für eine progressive Verkehrspolitik. Bei den 50 Straßenbauprojekten, die im Rahmen des Parkraum-Moratoriums bislang geprüft wurden, sollten insgesamt 1.820 Parkstände entfallen. 424 davon sollen jetzt durch Umplanungen erhalten bleiben. Wer sich darüber freuen will: Rund 1.400 Parkstände werden dennoch verschwinden. Augenmaß ist gefragt, nicht die Axt im Walde.
@Stefan Menzer
Zum Glück habt habt ihr Grünen bald nichts mehr zu melden. In den meisten Bundesländern ja nicht mehr. Euer vermeintlicher Marsch durch die Institutionen wird rückabgewickelt.
Mir gefällt Ihr Ton nicht. Kritik ist willkommen, aber für Beschimpfungen ist hier kein Platz.
Um die Position der SPD noch einmal deutlich zu machen: Mit mehr Autoverkehr machen wir den Verkehr in unserer Stadt nicht besser. Wir brauchen weniger Autoverkehr, nicht zuletzt damit die, die weiterhin Auto fahren müssen oder wollen, gut durch die Stadt kommen. Die Idee, die auch hier in einigen Kommentaren durchklingt, nämlich Menschen das Autofahren abgewöhnen zu wollen, indem man es ihnen mehr und mehr vermiest, ignoriert jedoch die Lebensrealität vieler Menschen, die mangels Alternativen auf ihr Auto angewiesen sind. Wer so agiert, darf sich über Gegenreaktionen nicht wundern. Was wir vielmehr brauchen, und das setzt die rot-grüne Koalition Schritt für Schritt um, sind gute Alternativen zum Umsteigen: Mehr und bessere Verbindungen mit Bahnen und Bussen, gute Bedingungen zum Radfahren und zum Zu-Fuß-Gehen.
Wahr ist aber auch: Der Straßenraum ist begrenzt. Mehr Bushaltestellen, sichere Schulwege, bessere Radverkehrsanlagen und Gehwege, auf denen auch Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen noch aneinander vorbeikommen, gibt es häufig nur, indem man Platz umverteilt. Dafür nehmen wir dort, wo es erforderlich ist, auch den Verlust an Parkständen in Kauf. Aber die SPD wendet sich dagegen, so viele Parkstände wie möglich abzubauen, quasi über das Ziel hinauszuschießen. Darum geht es beim Parkraum-Moratorium, das SPD und Grüne im Koalitionsvertrag vereinbart haben. Augenmaß ist gefragt, nicht die Axt im Walde.
An meinem Ton ist nichts auszusetzen und auch nichts Beschimpfendes enthalten. Ich formuliere lediglich eine andere Perspektive und die darf in einer demokratischen Debatte genauso Platz haben.
Fakt ist: Nicht jeder arbeitet in der Innenstadt und kann bequem mit der U-Bahn zur Arbeit fahren. Viele Menschen arbeiten im Umland, in Gewerbegebieten oder in der Industrie. An Orten, die vom ÖPNV nur unzureichend erschlossen sind. Dort fährt vielleicht einmal am Tag ein Bus, und mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert der Arbeitsweg oft drei Mal so lange wie mit dem Auto.
Wenn wir diese Industrie erhalten wollen, und wenn wir Menschen finden wollen, die bereit sind, dort zu arbeiten, dann müssen wir ihnen auch ermöglichen, mit dem Auto zügig und zuverlässig zur Arbeit zu gelangen. Wer den Zugang zum Auto bewusst erschwert, gefährdet am Ende nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch den Wirtschaftsstandort insgesamt.
Denn ohne Industrie gibt es keine solide Finanzierungsgrundlage für unser Sozialsystem, unsere Infrastruktur – und auch nicht für universitäre Einrichtungen wie Gender Studies oder Critical Race Theory. Es ist eine Frage der Balance: Mobilitätswende ja, aber bitte mit Realitätssinn.
Ich habe gesagt, dass mir Ihr Ton nicht gefällt. Auch das muss man sagen dürfen. Viel Inhaltliches hatten Sie in Ihrem ersten Kommentar ja noch nicht geschrieben, das holen Sie nun nach. Und da sind wir uns einig, das sehe ich genauso. Ähnlich haben wir es auch im Koalitionsvertrag vereinbart: „Zugleich ist und bleibt das Auto ein relevanter Verkehrsträger in Hamburg. Bürger*innen, die den Umweltverbund (Bus, Bahn, Fahrrad) nutzen, machen Straßenraum frei und verbessern damit die Bedingungen für diejenigen, die weiterhin Auto fahren wollen oder müssen. Die Förderung des ÖPNV und des Radverkehrs geht damit Hand in Hand mit einer besseren Mobilität für den Wirtschafts- und den motorisierten Individualverkehr.“ Und genau in diesem Sinne haben wir auch vereinbart, dass wir einen Masterplan Parken erarbeiten werden. Das Parkraum-Moratorium ist dem vorgeschaltet.
Tut mir Leid, dass ich mich im Ton vergriffen habe.
Es ist so etwas, was den Bürgern sauer aufstößt:
https://www.welt.de/politik/deutschland/plus6899b804a4a1a521b7dd3977/parkplatz-armut-in-berlin-damit-alle-ihre-autos-abschaffen-schaetzen-die-gegner-des-gruenen-plans.html
https://archive.is/p7l1i
Genau deshalb haben wir im Hamburger Koalitionsvertrag mit den Grünen eine Kurskorrektur in Sachen Umgang mit Parkraum vereinbart. Selbst vielen Grünen schwant es mittlerweile, dass hier zuletzt wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen wurde.
Im Übrigen: Entschuldigung angenommen.
Was für ein Hohn wenige Wochen nachdem wieder eine Radfahrerin durch schlechte Infrastruktur in dieser Stadt gestorben ist.
Die Stadt braucht nicht „gerettete“ Parkplätze. Die Stadt braucht endlich sichere Infrastruktur für Fußgänger*innen und Radfahrende. Und mehr ordentlichen ÖPNV.
Das eine tun, ohne das andere zu lassen. Wir sanieren die Verkehrsinfrastruktur unserer Stadt, erneuern Radverkehrsanlagen und bauen neue, wo vorher keine waren. Auch der ÖPNV wird kräftig ausgebaut: Mit den neuen Schnellbahnlinien U4 und U5, S4, S5 und S6 entstehen in den nächsten Jahren 35 neue U- und S-Bahn-Haltestellen in Hamburg, der Busverkehr wurde in den letzten Jahren immer mehr ausgeweitet, und wir sind damit auch noch nicht am Ende. Denn wir wissen: Mit mehr Autoverkehr machen wir den Verkehr in unserer Stadt nicht besser. Wir brauchen weniger Autoverkehr, nicht zuletzt damit die, die weiterhin Auto fahren müssen oder wollen, gut durch die Stadt kommen. Dafür nehmen wir dort, wo es erforderlich ist, auch den Verlust an Parkständen in Kauf: Für gute Radverkehrsanlagen, breitere Gehwege, für neue Bushaltestellen, für Schulwegsicherung usw. Der Punkt ist, dass zuletzt der Bogen überspannt wurde, und das wurde mit dem Parkraum-Moratorium gestoppt. Mit Hochmut schafft man keine Akzeptanz, sondern verspielt Mehrheiten für eine progressive Verkehrspolitik. Bei den 50 Straßenbauprojekten, die im Rahmen des Parkraum-Moratoriums bislang geprüft wurden, sollten insgesamt 1.820 Parkstände entfallen. 424 davon sollen jetzt durch Umplanungen erhalten bleiben. Wer sich darüber freuen will: Rund 1.400 Parkstände werden dennoch verschwinden. Augenmaß ist gefragt, nicht die Axt im Walde.
Das beinhaltet offensichtlich nicht die Wohnungsbaumaßnahmen. Bei uns in der kleinen Straße Nydamer Weg wird gerade ein Mehrfamilienhaus mit 22 Wohneinheiten ohne Tiefgaragenstellplätze gebaut. Der Stress ist damit vorprogrammiert.
Es gibt kein Wohnungsbau-Moratorium. Aber beim Masterplan Parken, der erst noch erstellt wird, spielt auch die mögliche Wiedereinführung eines Stellplatznachweises im Wohnungsbau zur Diskussion – und sei es nur für Gebiete mit besonders hohem Parkdruck.
Guten Tag,
ich verstehe den Unmut auf Autofahrer nicht. Wie sollen denn die Menschen zur Arbeit kommen, die einen weiteren Fahrtweg haben, die Schichtarbeiter usw..
Ich finde es schlimm, wenn Menschen ums Leben kommen.
Deshalb das Auto fahren zu verteufeln und den Autofahrern das Leben noch schwerer zu machen, finde ich persönlich sehr unangebracht.
Ich selbst fahre Auto, weil ich aus gesundheitlichen Gründen kein Fahrrad fahren kann und das Fahren mit den öffentlichen aus gesundheitlichen Gründen zu anstrengend ist.
Zusätzlich zu den Wege- und Wartezeiten.
Was soll denn ein berufstätiger machen, der pünktlich zur Arbeit muss. Kind in die Kita bringen, abholen etc.. Sollen jetzt alle mit dem Fahrrad fahren, auch die Menschen, die es garnicht können oder einen weiteren Fahrtweg haben?
Vielleicht sollte man mal drüber nachdenken kleinere Autos zu fördern anstatt „Riesenschiffe“ mit schlechter Übersicht zu bauen. Die verbrauchen zudem noch häufig weniger und nehmen weniger Parkfläche in Anspruch.
Jeder sollte die Möglichkeiten nutzen, wie er damit selbst klar kommt.
Übrigens teilen wir an der Bargteheider Straße unseren Fußweg mit einem mega breiten Fahrradstreifen. Der ist so breit, dass man als Fußgänger relativ wenig Platz hat. Trotzdem fahren die lieben Radfahrer direkt an den Eingängen auf dem Gehweg vorbei! Nicht auszudenken, was passiert, wenn mein Kind dann im falschen Moment auf den Gehweg läuft!
Zudem wird gerne noch die falsche Richtung gefahren.
Außerdem heizen die Rollerfahrer auch über die Geh- und Radwege und stellen den auch noch überall ab.
…es sind nicht immer die Autofahrer schuld!
Übrigens sind auch Busse nicht schneller, wenn sie aufgrund Baustellen etc. im Stau stehen.
Ich kann nur dafür plädieren: lasst uns Autofahrern bitte Stellplätze übrig. Runden zu drehen für eine Parkplatzsuche ist auch nicht im Sinne der anderen Verkehrsteilnehmer. Sollen wir uns das Auto auf die Schultern schnallen? Oder wie stellt man sich das vor?
Vielen Dank für Ihre Sicht der Dinge. Ziemlich ähnlich hatten wir es auch in unserem Regierungsprogramm zur Bürgerschaftswahl 2025 formuliert:
„Hamburg ist eine moderne Zukunftsmetropole. Das heißt für uns auch: Wer das möchte, muss auch ohne ein eigenes Auto mobil sein können. Dafür schaffen wir einen klugen Mobilitätsmix und einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Dafür haben wir Schnellbahnen ausgebaut, Busse optimal eingesetzt und eine zeitgemäße Fahrradinfrastruktur geschaffen. Klar ist aber auch, dass in einer wirtschaftsstarken Millionenmetropole viele Menschen auf ein Auto angewiesen sind und die Wirtschaftsverkehre einen wichtigen Anteil der täglichen Mobilität ausmachen. Die Bedürfnisse sind je nach Stadtteil, Alter, Lebenssituation und Arbeit so vielfältig wie die Stadt selbst. Wir als SPD sehen die einzelnen Verkehrsmittel nicht in Konkurrenz zueinander, sondern vereinen diese zu einem sinnvollen Gesamtkonzept, von dem alle profitieren. (…) Wir Sozialdemokrat*innen wissen, dass wir für eine moderne Mobilität insbesondere in den Außenbezirken zu differenzierten Lösungen kommen müssen. Viele Menschen sind hier auf ein Auto angewiesen und werden es absehbar auch bleiben.“