Die Hamburgische Münze sagt von sich nicht ohne Bescheidenheit, sie sei die „älteste Münzprägeanstalt in Deutschland“, denn die erste Münzprägung in Hamburg wird auf das Jahr 834 datiert. Damals wurde der Erzbischof Ansgar vom Kaiser Ludwig dem Frommen mit dem Münzrecht ausgestattet. Bis heute ist das Münzwesen öffentliche Aufgabe, und eine der vornehmsten Aufgaben der Hamburgischen Münze ist die Prägung der Euro-Münzen der Bundesrepublik Deutschland mit dem Prägezeichen „J“.

Viel Geschichte aber auch viel Technik und Handwerk wurde mir bei meinem Besuch gemeinsam mit der Meiendorfer Bezirksabgeordneten Marlies Riebe beim Landesbetrieb Hamburgische Münze vorgestellt, der sich seit 1982 im Meiendorfer Gewerbegebiet Bargkoppelweg befindet. Zuvor hatte die Hamburgische Münze ab 1875 unweit des Hauptbahnhofes im „Münzviertel“ in der Norderstraße ihre Heimat, nachdem infolge des Großen Brands von 1842 der alte Standort in der Altstadt verloren ging und die Bürgerschaft daraufhin beschloss, die Münzprägeanstalt neu aufzubauen.

Der Münzleiter Ralph Thiemann und die Beschäftigten nahmen sich viel Zeit für eine spannende Reise in die Geschichte des Münzprägehandwerks und der aktuellen Aufgaben der Hamburgischen Münze. Insgesamt 50 Mitarbeiter sind in Meiendorf beschäftigt, der Altersdurchschnitt liegt bei 50 Jahren. Derzeit werden drei Auszubildende, davon zwei weibliche, im Landesbetrieb ausgebildet. 250 Millionen Euro-Münzen werden pro Jahr in der Hamburgischen Münze geprägt und an die Deutsche Bundesbank ausgeliefert. Die Münzprägung erfolgt dabei unter verschärften Sicherheitsbedingungen. Auch aus diesem Grund sind regelhafte Gruppenführungen durch den Betrieb leider nicht möglich.

Aber nicht nur alle gängigen Euro-Münzen als Zahlungsmittel und Euro-Gedenkmünzen werden hier geprägt – die Hamburgische Münze ist auch auf Medaillienprägungen spezialisiert. So werden beispielsweise die Ehrenmedaillien der Freien und Hansestadt Hamburg hier ebenso geprägt („Bürgermeister-Stolten-Medaille“, „Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes“) wie auch weitere besondere Stücke. Ganz aktuell ist die Helmut-Schmidt-Gedenkmedaille, die am 19. November durch Finanzsenator Peter Tschentscher ihre Erstprägung erfahren wird.