Am Mittwochabend hat der städtische Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) den derzeitigen Planungsstand für den Ausbau der Meiendorfer Straße im Abschnitt Oldenfelder Stieg/Berner Straße bis Wildgansstraße öffentlich vorgestellt. An der Versammlung im Bürgerhaus in Meiendorf nahmen ca. 150 Meiendorferinnen und Meiendorfer teil, die fast alle den vorgesehenen Ausbau der Straße unterstützen. Im Detail gab es mitunter unterschiedliche Erwartungen.

Die Fahrbahn der Meiendorfer Straße ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Auch die vorhandenen Rad- und Fußwege sind, wenn überhaupt vorhanden, nicht mehr zeitgemäß. Die Aufteilung der gesamten Straßenbreite berücksichtigt nicht alle Verkehrsteilnehmer. Zudem sind die aktuellen gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt. Radfahrer und Fußgänger müssen sich einen Bereich teilen. An der Bushaltestelle Schneehuhnkamp treffen alle Verkehrsteilnehmer ungeordnet aufeinander. Baumwurzeln zerstören die Nebenflächen, haben jedoch nicht genug Platz für ein gesundes Wachstum.

Dies will der LSBG ändern und hat daher schon vor einiger Zeit begonnen, für die Meiendorfer Straße eine neue Verkehrsplanung zu erarbeiten. Mit der Sanierung soll eine Verbesserung für alle Anwohner und Verkehrsteilnehmer erreicht werden, egal ob sie zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Bus oder mit dem Auto unterwegs sind. In der Versammlung stellte der LSBG den derzeitigen Planungsstand und seine ersten Überlegungen vor. Mit den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern wurden Einzelheiten der Planung diskutiert. Die in der Versammlung gesammelten Erfahrungen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger nimmt der LSBG nun für seine weitere detaillierte Planung mit.

„Ich freue mich, dass die Planung für die Meiendorfer Straße von der Versammlung im Großen und Ganzen positiv aufgenommen wurde. Im Detail wird sie nun noch verfeinert, im Einzelfall werden Alternativen geprüft. Der Neubau der Meiendorfer Straße ist seit Jahren überfällig, insbesondere die fehlenden Radwege und die nur mit Sand befestigten Gehwege sind vielen zu recht ein Dorn im Auge. Der Umfang des Neubaus ist aber auch maßgeblich davon abhängig, inwieweit die hierfür erforderlichen Grundstücke von der Stadt angekauft werden können. Ich appelliere daher an die betreffenden Grundeigentümer, ihren Beitrag zu einer guten Lösung zu leisten“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter, für den der Neubau der Meiendorfer Straße seit Jahren ganz oben auf seiner politischen Agenda steht, und ergänzt: „Die Stadt wird für den Neubau der Meiendorfer Straße keine Anliegerbeiträge (Ausbaubeiträge) erheben. Das dürfte Viele erleichtern und hoffentlich auch die Bereitschaft zum Verkauf der erforderlichen Grundstücksstreifen erhöhen. Wir haben jetzt die Chance, die Meiendorfer Straße endlich für die nächsten Jahrzehnte anständig neu zu bauen. Diese Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen.“

Im Gegensatz zum ersten Entwurf, der vor einigen Jahren vorstellt worden war, wurde die neue Planung deutlich abgespeckt, insbesondere um den erforderlichen Grunderwerb deutlich zu reduzieren. So enthält die Planung keine offenen Entwässerungsanlagen mehr, zur Reinigung des anfallenden Regenwassers ist nunmehr eine unterirdische Regenwasserbehandlungsanlage geplant. Von dort aus soll das Regenwasser dann wie bisher über den Meiendorfer Graben in die Wandse geleitet werden.

Im Zentrum der Planung steht die Notwendigkeit, Radverkehrsanlagen zu bauen, die es hier derzeit nicht gibt. Radfahrstreifen auf der Fahrbahn wären hier grundsätzlich denkbar, allerdings müssten dann alle Straßenbäume gefällt werden, um die Fahrbahn entsprechend verbreitern zu können. Da das nun überhaupt nicht gewünscht wird, sollen stattdessen klassische Radwege mit einer Breite von 1,625 Meter gebaut werden, die allerdings an wenigen Stellen unterbrochen werden müssen, weil schützenswerte Bäume im Weg stehen. Aus diesem Grund wird hier auch keine Radwegebenutzungspflicht angeordnet werden können, so dass, wer will, auch auf der Fahrbahn fahren darf. Angesichts der guten Radwege ist allerdings nicht zu erwarten, dass Radfahrer davon in großem Stil Gebrauch machen werden.

Die Fußwege sollen in der Regel zwei Meter breit und mit Gehwegplatten befestigt werden. Dort, wo schützenswerte Bäume im Weg stehen, müssen sich Fußgänger und Radfahrer jeweils kurze Abschnitte des dort auch nur in Grand befestigten Weges teilen. Dies wurde als tragbarer Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessen angesehen.

Die Fahrbahn selbst soll auf 7 Meter leicht verbreitert werden, an wenigen Stellen, wegen der Bäume, wird sie etwas schmaler sein müssen. Abbiegespuren wird es, anders als in der umstrittenen ersten Planung vorgesehen, keine mehr geben können, weil der Platz hierfür nicht ausreicht. Die Bushaltestelle Schneehuhnkamp soll in beiden Richtungen etwas stadteinwärts verlegt werden, um den Abstand zu den nächstgelegenen Haltestellen zu optimieren. Ob beide Bushaltestellen als Busbuchten angelegt werden können, wie von der Mehrheit der Versammlung gewünscht, oder, wie im aktuellen Planungsstand vorgeschlagen, die stadtauswärts gelegene nur als Buskap (am Fahrbahnrand), wird der LSBG im Rahmen der weiteren Planung prüfen. Hierbei wird es allerdings auch auf den zur Verfügung stehenden Platz ankommen.

Um die Planung realisieren zu können, ist an mehreren Stellen der Erwerb von Grundstücksteilen erforderlich. Der LSBG stellte in diesem Zusammenhang heraus, dass das notwendige Bauprogramm (ausreichend breite Fahrbahn, Radwege und Gehwege) im vorhandenen Straßenquerschnitt realisiert werden kann. Wo der angestrebte Grunderwerb scheitert, geht dies daher zulasten von Stellplätzen und des Straßenbegleitgrüns, zu deren Gunsten auch nicht enteignet werden dürfe. Teilweise ist das Straßengrundstück aber auch jetzt schon breiter, so dass in diesen Bereichen Parkstände für Kraftfahrzeuge und Grünstreifen vorgesehen werden können.

Der LSBG strebt an, die Planung Anfang nächsten Jahres abzuschließen. Das Jahr 2017 soll dann für die erforderlichen Leitungsbauarbeiten genutzt werden. In 2018 sollen die eigentlichen Straßenbauarbeiten stattfinden.

Die Präsentation, die die Vertreter des LSBG in der Informationsveranstaltung gezeigt haben, kann hier heruntergeladen werden: http://lsbg.hamburg.de/contentblob/6188866/ee23793909bb9f6d6dde5fe1301521bf/data/meiendorfer-str-praesentation-vom-25-05-2016.pdf