Bildnachweis: Deutsche Landentwicklung Holding AG / ioo Elwardt + Lattermann Gesellschaft von Architekten mbH

Eine große Chance für Großlohe: Das in die Jahre gekommene Nahversorgungszentrum Großlohe aus den 1960er Jahren soll ab Anfang 2023 neu gebaut werden. Es soll weiterhin einen großflächigen Supermarkt, weitere Läden und Gastronomie geben, außerdem auch wieder eine Kindertagesstätte. Auf dem benachbarten Grundstück des Christophorus Gemeindezentrums sind zudem auch kirchliche und soziale Einrichtungen vorgesehen. In den Obergeschossen der Neubebauung sollen 233 neue Wohnungen entstehen, 40 Prozent davon öffentlich gefördert.

Für die neuen Gewerbeflächen (8.300 qm) und die 233 neuen Wohnungen (rund 25.000 qm Bruttogrundfläche) auf dem 10.794 qm großen Grundstück sind Investitionen in Höhe von rund 140 Millionen Euro vorgesehen. 40 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden. Realisieren will das Projekt der Berliner Projektentwickler DLE Deutsche Landentwicklung Holding AG, der das Grundstück Anfang 2020 erworben hat.

“Der Neubau des Einkaufszentrum ist eine große Chance für Großlohe. Einerseits wird das Einkaufszentrum durch den Neubau gestärkt und dauerhaft im Quartier verankert, andererseits können hier in den neuen Obergeschossen dringend benötigte neue Wohnungen geschaffen werden, ohne dafür neue Flächen in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil: Durch Gründächer kann hier der Natur sogar noch Raum zurückgegeben werden. In Meiendorf wird mit dem Neubau des Nahversorgungszentrums Spitzbergenweg gerade ein ähnliches Projekt realisiert”, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete, der sich bereits seit 2014 mit dem Projekt befasst.

Für das Vorhaben wird aktuell der Bebauungsplan Rahlstedt 136 neu aufgestellt. Am 17. Februar 2020 war die Öffentlichkeit in einer Öffentlichen Plandiskussion vor Ort über das beabsichtigte Vorhaben informiert worden. In seiner Sitzung am 5. Mai 2020 hat der Planungsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek der Fortführung des Bebauungsplanverfahrens nach Auswertung der Öffentlichen Plandiskussion und der Kinder- und Jugendbeteiligung zugestimmt. Nach dem Wechsel des Eigentümers des Einkaufszentrums wurde in der Sitzung des Planungsausschusses am 18. August 2020 die von den Architekten ioo Develop entwickelte Konzeption des neuen Eigentümers vorgestellt. Die im Ausschuss gezeigte Präsentation kann hier heruntergeladen werden: https://rahlstedt.spd-hamburg.de/fileadmin/hamburg-institutionen/hamburg02/22_Ra131-neu.pdf. In der Sitzung des Planungsausschusses am 5. Mai 2021 wurde ein nochmals überarbeitetes Konzept vorgelegt, auf dessen Grundlage das Bebauungsplanverfahren nun fortgeführt werden soll (https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1014188). Wenn alles gut läuft, könnte das Bebauungsplanverfahren im Sommer 2022 abgeschlossen sein, so dass anschließend der Bauantrag gestellt werden könnte und Anfang 2023 die Abriss- und Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt starten könnten.

Die städtebauliche Struktur der nunmehr beabsichtigten Neubebauung ist geprägt von einer zentralen Mittelachse, die einen kleinen Park im Süden des Areals mit der Stapelfelder Straße verbindet. Diese Passage wird flankiert von gewerblichen Nutzungen – Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleister – die jeweils den Sockel für mehrere fünf- bis sechsgeschossige Gebäude bilden, die sich beidseits der Passage um grüne Höfe erheben. Das Gewerbe in der Passage wird ergänzt durch Büros und Praxisflächen in einem neungeschossigen Hochpunkt. 191 Parkplätze soll es in der Tiefgarage geben, weitere 100 ebenerdig. Zum Park hin ist zudem eine Kita vorgesehen.

Der Anteil von 40 Prozent geförderten Wohnungen wurde von der rot-grünen Koalition im Bezirk Wandsbek durchgesetzt. Ebenso Klinker für alle Fassaden, ein energetischer Standard und eine bauliche Umsetzung, die KfW 40 sowie DGNB Gold entsprechen, und eine öffentliche Toilette. Die Vereinbarungen mit dem Investor sind Gegenstand eines Antrags der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, dem die Bezirksversammlung Wandsbek in ihrer Sitzung am 6. Mai 2021 zugestimmt hat. Sie sollen im nächsten Schritt in einem städtebaulichen Vertrag verbindlich mit dem Investor vereinbart werden. Mehr dazu hier in einer Pressemitteilung der Bezirksfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen: https://www.buschhueter.de/rot-gruen-stellt-die-weichen-fuer-ein-neues-und-modernes-ortszentrum-grosslohe/

Auch das benachbarte Grundstück der ev.-luth. Kirchengemeinde Alt-Rahlstedt mit dem Christophorus Gemeindezentrum (3.748 qm) soll in die Neubebauung mit einbezogen werden. Vorgesehen ist ein Erbbaurechtsvertrag mit der Kirche, die so das Eigentum an dem Grundstück behalten kann und auch in die Neubauten wieder einziehen möchte. Offen ist dagegen noch, ob auch das Grundstück der Drive-in-Apotheke an der Stapelfelder Straße, das der Apothekerin selbst gehört, neu bebaut wird. Der beabsichtigte Bebauungsplan Rahlstedt 136 soll diese Möglichkeit jedenfalls eröffnen.

Gebaut werden soll in wenigstens zwei Bauabschnitten, damit der Rewe-Markt während der Bauarbeiten die Nahversorgung sicherstellen kann. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts würde er dann in die neuen Flächen umziehen. Auch die weiteren gewerblichen Mieter sollen die Gelegenheit haben, wieder einzuziehen. Zudem entsteht durch die dichtere Neubebauung zusätzlicher Platz – zum Beispiel für einen Drogeriemarkt.