Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) hat kürzlich seine Planung für den Neubau des letzten, rund 800 Meter langen Abschnitts der Meiendorfer Straße, zwischen Oldenfelder Stieg/Berner Straße und Wildgansstraße, vorgelegt. Vorgesehen ist ein Neubau der Fahrbahn, die erstmalige Anlage von Radwegen, die Befestigung der Gehwege, barrierefreie Bushaltestellen und die Ordnung des ruhenden Verkehrs. Die Realisierung ist für das Jahr 2018 vorgesehen, zuvor werden umfangreiche Leitungsarbeiten stattfinden.

Die Fahrbahn der Meiendorfer Straße ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Auch die vorhandenen Rad- und Fußwege sind, wenn überhaupt vorhanden, nicht mehr zeitgemäß. Die Aufteilung der gesamten Straßenbreite berücksichtigt nicht alle Verkehrsteilnehmer. Zudem sind die aktuellen gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt. Radfahrer und Fußgänger müssen sich einen Bereich teilen. An der Bushaltestelle Schneehuhnkamp treffen alle Verkehrsteilnehmer ungeordnet aufeinander. Baumwurzeln zerstören die Nebenflächen, haben jedoch nicht genug Platz für ein gesundes Wachstum. Dies will der LSBG ändern und hat daher schon vor einiger Zeit begonnen, für die Meiendorfer Straße eine neue Verkehrsplanung zu erarbeiten. Mit der Sanierung soll eine Verbesserung für alle Anwohner und Verkehrsteilnehmer erreicht werden, egal ob sie zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Bus oder mit dem Auto unterwegs sind.

„Die jetzt vorliegende Planung hat infolge der Bürgerversammlung im Mai noch Änderungen erfahren. Ich freue mich, dass der Beginn der vorbereitenden Leitungsarbeiten im nächsten Jahr in greifbare Nähe rückt. Der Neubau der Meiendorfer Straße ist seit Jahren überfällig, insbesondere die fehlenden Radwege und die nur mit Sand befestigten Gehwege sind Vielen zu Recht ein Dorn im Auge“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter, für den der Neubau der Meiendorfer Straße seit Jahren ganz oben auf seiner politischen Agenda steht.

Bereits Ende Mai hatte der LSBG den vorläufigen Planungsstand und seine ersten Überlegungen für den Ausbau dieses letzten großen Abschnitts der Meiendorfer Straße öffentlich vorgestellt. Die Präsentation, die die Vertreter des LSBG in der Informationsveranstaltung gezeigt haben, kann hier heruntergeladen werden: http://lsbg.hamburg.de/contentblob/6188866/ee23793909bb9f6d6dde5fe1301521bf/data/meiendorfer-str-praesentation-vom-25-05-2016.pdf An der Versammlung im Bürgerhaus in Meiendorf nahmen ca. 150 Meiendorferinnen und Meiendorfer teil, die fast alle den vorgesehenen Ausbau der Straße unterstützen. Im Detail gab es mitunter unterschiedliche Erwartungen und es wurden zahlreiche Anregungen und Bedenken geäußert, die in den jetzt vorgelegten Planungsstand („1. Verschickung“) zum Teil aufgenommen werden konnten.

Bei der so genannten 1. Verschickung handelt es sich um einen vorläufigen Planungsstand. Die Planung ist bereits entwickelt, aber noch nicht festgelegt. Diese Planung wird an alle relevanten städtischen Dienststellen (z.B. Polizei, Umweltbehörde, Bezirksamt) und so genannte Träger öffentlicher Belange, z.B. Leitungsträger (Wasserwerke, Stadtentwässerung), aber auch der Bezirks-Seniorenbeirat und Behindertenverbände, zur Stellungnahme verschickt, daher der Begriff. Die 1. Verschickung und die damit verbundene Vorstellung der Planung dient dazu, Anregungen und Bedenken aufzunehmen und sie nach Abwägung aller Belange in die weitere Planung einfließen zu lassen.

Im Gegensatz zum ersten Entwurf, der vor einigen Jahren vorgestellt worden war, wurde die neue Planung deutlich abgespeckt, insbesondere um den erforderlichen Grunderwerb deutlich zu reduzieren. Im Rahmen des Neubaus der Meiendorfer Straße sind nach dem aktuellen Planungsstand u.a. folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • Die Fahrbahn soll auf 7 Meter leicht verbreitert werden, statt heute 6,50 Meter. In einem kurzen, 160 Meter langen Abschnitt zwischen Starckweg und Gerstenwiese muss es allerdings bei den bisherigen 6,50 Meter bleiben, da hier der zur Verfügung stehende Straßenquerschnitt eine breitere Fahrbahn nicht zulässt. Abbiegespuren wird es, anders als in der umstrittenen ersten Planung vorgesehen, keine geben können, weil der Platz hierfür nicht ausreicht.
  • Die Fußwege sollen in der Regel zwei Meter breit und mit Gehwegplatten befestigt werden. An zwei kurzen Engstellen wird der Gehweg nur 1,65 Meter (Einmündung Wildgansstraße) bzw. 1,85 Meter (vor Hausnummer 15) breit sein. Sowohl an den Bushaltestellen als auch an den Fußgängerquerungen und der Lichtsignalanlage sowie entlang der Radwege weisen taktile Leitelemente (Noppen- und Rippenplatten) sehbehinderten Menschen zukünftig den Weg. Bordsteine werden abgesenkt. Dort, wo schützenswerte Bäume im Weg stehen, müssen sich Fußgänger und Radfahrer jeweils kurze Abschnitte des dort auch nur in Grand befestigten Weges teilen. Dies wurde in der Bürgerversammlung als tragbarer Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessen angesehen.
  • Im Zentrum der Planung steht die Notwendigkeit, Radverkehrsanlagen zu bauen, die es hier derzeit nicht gibt. Radfahrstreifen auf der Fahrbahn wären hier grundsätzlich denkbar, allerdings müssten dann alle Straßenbäume gefällt werden, um die Fahrbahn entsprechend verbreitern zu können. Deshalb werden hier klassische Radwege mit einer Breite von 1,625 Meter gebaut. An neun erhaltenswerten Bäumen ist es nicht möglich, Geh- und Radwege getrennt voneinander regelkonform herzustellen, ohne ganz erheblich in die privaten Vorgärten einzugreifen. An diesen kurzen Engstellen ist eine Grandbefestigung statt Betonplatten (Gehwege) und Betonsteinpflaster (Radwege) vorgesehen. Aus diesem Grund wird hier auch keine Radwegebenutzungspflicht angeordnet werden können, so dass, wer will, theoretisch auch auf der Fahrbahn fahren darf. Angesichts der zukünftig guten Radwege ist allerdings nicht zu erwarten, dass Radfahrer davon in großem Stil Gebrauch machen werden.
  • Für den ruhenden Verkehr ist die Anlage von Längsparkstreifen vorgesehen. Aufgrund der beengten, örtlichen Verhältnisse ist dies nur abschnittsweise möglich. Insgesamt werden 52 öffentliche Pkw-Stellplätze ausgewiesen. Die öffentliche Beleuchtung wird angepasst, erneuert und verbessert.
  • Straßenbegleitgrün: Ziel der Planung ist es, möglichst gesunde und straßenbildprägende Bestandsbäume zu erhalten. Deshalb müssen sich Fußgänger und Radfahrer an neun erhaltenswerten Bäumen jeweils kurze Abschnitte des dort auch nur in Grand befestigten Weges teilen. Fünf Bäume in den heutigen Nebenflächen müssen allerdings gefällt werden, weiterhin sind 14, zum Teil kleine Bäume auf den zu erwerbenden Grundstücksflächen zu fällen. Geplant ist, straßenbegleitend neun neue Bäume in den Nebenflächen als Ersatz zu pflanzen.
  • Die Bushaltestellen Schneehuhnkamp sollen in beiden Richtungen etwas stadteinwärts verlegt werden, um den derzeit sehr ungleichen Abstand zu den nächstgelegenen Haltestellen (Bargteheider Straße und Saseler Straße) zu optimieren. Die Bushaltestelle stadteinwärts (zukünftig in Höhe Hausnummern 47/49) wird als Busbucht angelegt, die Haltestelle stadtauswärts (zukünftig in Höhe Hausnummern 36/38) als Buskap (am Fahrbahnrand). Eine zweite Busbucht, die der LSBG nach der Bürgerversammlung noch einmal intensiv geprüft hatte, lassen die Platzverhältnisse hier nicht zu. Die Fußgängerampel, aktuell in Höhe Schneehuhnkamp gelegen, wird mit den Bushaltestellen zwischen die Straßen Gerstenwiese und Gerstenkoppel versetzt. Um den Ein- und Ausstieg insbesondere für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste zu erleichtern, werden erhöhte Bordsteine („Bussonderborde“) eingebaut. Die Fahrgastunterstände bleiben. Für Radfahrer werden an der stadteinwärts gelegenen Haltestelle acht Fahrradanlehnbügel aufgestellt.
  • Die Straßenentwässerung wird durch einen neu zu erstellenden Straßenentwässerungskanal in der Straße ersetzt. Das anfallende Regenwasser soll wie bisher über die Krögerstraße in den Teich des Meiendorfer Grabens und anschließend in die Wandse abgeleitet werden. Zur Reinigung des anfallenden Regenwassers ist eine unterirdische Regenwasserbehandlungsanlage geplant.

Die Planungsunterlagen (Erläuterungsbericht und Lagepläne) der so genannten 1. Verschickung stehen am 6. Oktober 2016 auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr der Bezirksversammlung Wandsbek. Sie können per Stichwortsuche auf der Ratsinformationsseite der Bezirksversammlung Wandsbek unter https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/allris.net.asp aufgerufen werden.

Um die Planung realisieren zu können, ist an 25 Stellen der Erwerb von Teilflächen privater Grundstücke erforderlich. Der LSBG strebt an, die Planung Anfang nächsten Jahres abzuschließen. Das Jahr 2017 soll dann für die erforderlichen Leitungsbauarbeiten genutzt werden. In 2018 sollen die eigentlichen Straßenbauarbeiten stattfinden.

Diese Straßenbaumaßnahme ist der vierte und letzte Abschnitt im Rahmen des Neubaus der Meiendorfer Straße. Zwischen Wildgansstraße und Spitzbergenweg (rund 650 Meter) ist die Meiendorfer Straße bereits in drei Abschnitten in den Jahren 2009, 2013 und 2015 neu gebaut worden. Nach Fertigstellung des letzten Abschnitts wird die rund 1,5 Kilometer lange Meiendorfer Straße zwischen Oldenfelder Stieg/Berner Straße und Spitzbergenweg endlich komplett saniert sein und über anständige Geh- und Radwege verfügen.