Der Senat hat am 11. Mai 2017 beschlossen, die neue Straße im Wohnquartier am Schierenberg nach der ersten Wandsbeker Bundestagsabgeordneten und späteren Jugendsenatorin Irma-Keilhack-Ring zu benennen (Amtlicher Anzeiger vom 23. Mai 2017, Seiten 797, 798). Er folgte damit einer einstimmig beschlossenen Empfehlung des Regionalausschusses Rahlstedt vom 18. Januar 2017 auf Antrag von SPD und Grünen (BV-Drs. 20-3707). Mit den Bauarbeiten für das neue Wohnquartier mit 153 Wohnungen, einer Kindertagesstätte und zusätzlich gewerblich nutzbaren Flächen wurde in diesem Jahr begonnen.

Irma Keilhack

Irma Keilhack

Irma Keilhack wurde 1908 in Hamburg geboren und war nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 die erste direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek und damit eine der wenigen Frauen im 1. Deutschen Bundestag, dem 1949 nur 28 Frauen angehörten (von 410 Abgeordneten insgesamt, Frauenanteil 6,8%). Sie war bis 1962 Mitglied des Bundestages. Von 1961 bis 1970 war sie Mitglied des Senats und Präses der Jugendbehörde und bis 1966 daneben auch der Behörde für Ernährung und Landwirtschaft. Von 1966 bis 1974 gehörte sie der Hamburgischen Bürgerschaft an. Im Anschluss leitete sie die Hamburger Verbraucherzentrale. Sie wohnte zunächst in Berne, später in Rahlstedt, wo sie sich bis zuletzt engagierte, und starb 2001.

Irma Keilhack

Irma Keilhack

Die neue Straße liegt im damaligen Wahlkreis von Irma Keilhack, zwischen ihren Wohnorten Berne und später Rahlstedt. In der Straße soll zudem eine neue Kita entstehen, was zu ihrer späteren Tätigkeit als Jugendsenatorin passt. Mit der Benennung nach Frau Keilhack wird an eine „Abgeordnete der ersten Stunde“ erinnert, die den Wiederaufbau Deutschlands und Hamburgs nach dem Zweiten Weltkrieg politisch verantwortlich mitgestaltete. Damit entspricht die Benennung den Auswahlgrundsätzen der „Bestimmungen über die Benennung von Verkehrsflächen“: Benennungen sollen danach u.a. zur Pflege des staatsbürgerlichen Bewusstseins beitragen und der republikanischen Tradition Hamburgs entsprechen. Bei Benennungsvorschlägen sind u.a. Persönlichkeiten der Orts- und Stadtgeschichte zu berücksichtigen.

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Bei Neubenennungen hat der Senat die Bezirke gebeten (BV-Drs. 19/2332), verstärkt Frauennamen vorzuschlagen. Dies entspricht auch der Beschlusslage der Bezirksversammlung (BV-Drs. 19/1651). Der Bitte des Senats war eine Liste mit möglichen Namensvorschlägen beigefügt, die von der Landeszentrale für politische Bildung entworfen und vom Staatsarchiv geprüft und überarbeitet wurde. Irma Keilhack ist einer dieser Namensvorschläge des Senats.

Die neue Straße, mit deren Bau in diesem Jahr begonnen wird, liegt im Gebiet des neuen Bebauungsplans Rahlstedt 129 vom 21. Juni 2016. Hier entsteht im nächsten Jahr ein neues Wohnquartier mit insgesamt 153 Wohnungen im Geschosswohnungsbau, eine Kindertagesstätte und zusätzlich gewerblich nutzbare Flächen. Die etwa 265 Meter lange neue Erschließungsstraße verläuft u-förmig (südlich) der bestehenden Straße Schierenberg, westlich des Knotenpunktes Schierenberg/Saseler Straße.

Weitere Informationen über Frau Keilhack:
https://de.wikipedia.org/wiki/Irma_Keilhack
http://www.hamburg.de/clp/frauenbiografien-suche/clp1/hamburgde/onepage.php?BIOID=3387&qN=Keilhack

Weitere Informationen über das Bauvorhaben Schierenberg 80-94 im Beitrag „Bauarbeiten für 153 neue Wohnungen am Schierenberg haben begonnen“ vom 24. April 2017:
https://www.buschhueter.de/bauarbeiten-fuer-153-neue-wohnungen-am-schierenberg-haben-begonnen/