Am 11. November 2015 wurde in Stapelfeld das größte und leistungsstärkste Blockheizkraftwerk der Metropolregion Hamburg feierlich in Betrieb genommen. Es wird zukünftig Strom für bis zu 21.500 Haushalte und Wärme für bis zu 6.000 durchschnittliche norddeutsche Einfamilienhäuser erzeugen. Zum Vergleich: Im Stadtteil Rahlstedt gab es Ende 2014 45.616 Haushalte. Die Wärme wird in das Fernwärmeverbundnetz Rahlstedt/Farmsen-Berne eingespeist.

Mit dem neuen Blockheizkraftwerk (BHKW) auf dem Gelände der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld leistet die HanseWerk Natur GmbH (vormals:  E.ON Hanse Wärme GmbH) einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele und zur Netzstabilität der Freien und Hansestadt Hamburg. HanseWerk Natur investiert 6,8 Millionen Euro in das neue Kraftwerk. Die hochmoderne Anlage ist ein wichtiger Baustein für den Erfolg der Energiewende. Die Wärmeversorgung in Hamburg soll klima- und verbraucherfreundlich und gleichzeitig versorgungssicher organisiert werden. Dazu leistet diese Anlage einen Beitrag.

Das innovative BHKW hat eine elektrische Leistung von fast 10 Megawatt und kann pro Jahr über 76 Millionen Kilowattstunden Strom sowie bis zu 80 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugen. Wie bei anderen Anlagen setzt HanseWerk Natur auf eine Kooperation mit GE. Herzstück der Anlage ist der Jenbacher J920 FleXtra Gasmotor. Weltweit wurden bislang acht Modelle dieses leistungsstärksten und effizientesten Gasmotors, den GE je gebaut hat, ausgeliefert. Durch ein innovatives Anlagenkonzept, bei dem die Abwärme des Motors dem Heizkreislauf zugeführt und so effizient genutzt wird, kann der Wirkungsgrad der Anlage auf deutlich über 95 Prozent gesteigert werden. Im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom und Wärme können so rund 60 Prozent CO2-Emissionen eingespart werden. Das sind im konkreten  Fall mehr als 11.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Der flexible Gasmotor in Stapelfeld ist ideal zur Netzstabilisierung geeignet. Da wegen der steigenden Anzahl regenerativer Erzeugungsanlagen an sonnen- und windreichen Tagen zu viel Strom, bei kaum Sonne und Wind oftmals zu wenig Strom eingespeist wird, stellt dies das Stromnetz vor besondere Herausforderungen. HanseWerk Natur wird daher das neue BHKW in sein Virtuelles Kraftwerk einbinden, das bereits aus 65 BHKWs besteht.

In einem Virtuellen Kraftwerk werden die Blockheizkraftwerke so zusammengeschaltet, dass sie im Falle eines Überangebots von Strom im Netz ihre Leistung schnell herunterfahren können (negative Regelenergie). Sollte hingegen zu wenig Strom vorhanden sein, kann das BHKW Stapelfeld innerhalb von fünf Minuten zusätzlichen Strom einspeisen (positive Regelenergie).