Die Behörde für Umwelt und Energie hat vor kurzem einen Pflege- und Entwicklungsplan (PEP) für die beiden Rahlstedter Naturschutzgebiete Stellmoorer Tunneltal und Höltigbaum vorgelegt. Mit dem Plan werden die Entwicklungsziele für das Gebiet bestimmt und die zur Erhaltung und Entwicklung seiner Fauna und Flora erforderlichen Maßnahmen festgelegt. Die Erstellung des PEP war Anfang letzten Jahres in Auftrag gegeben worden.

Der 321 Seiten lange „Pflege- und Entwicklungsplan für die Naturschutzgebiete Stelimoorer Tunneltal und Höltigbaum“ kann hier heruntergeladen werden: http://suche.transparenz.hamburg.de/dataset/pflege-und-entwicklungsplan-fuer-die-naturschutzgebiete-stellmoorer-tunneltal-und-hoeltigbaum

Er definiert das Leitbild für die beiden Naturschutzgebiete wie folgt: „Erhalt der naturraumraumtypischen Vielfalt an Lebensräumen, archäologisch bedeutenden Lagerstätten und Elementen der kulturhistorischen Nutzung in einer von überwiegend sandig-nährstoffarmen Böden geprägten Landschaft. Für den Höltigbaum steht dabei der Erhalt und die Entwicklung einer großflächigen, weitestgehend gehölzfreien Offenlandschaft mit einem Mosaik aus trockenen Magerrasen, Sandheiden, vegetationsfreien Offenbodenbereichen im Kontakt zu kleineren Gehölzbeständen und naturnahen Laubwäldern im Vordergrund. Im Übergang zum Stellmoorer Tunneltal wird die Landschaft durch die intakten Niederungs- und Überschwemmungsbereiche von Wandse und dem Stellmoorer Quellfluss bestimmt, in denen entlang der fast ganzjährig wasserführenden Fließgewässer Au- und Bruchwälder aus Erle und Moor-Birke und weitläufige Röhrichte entwickelt sind. Die angrenzenden Feuchtwiesen auf Niedermoorstandorten werden auf eine dem Naturhaushalt angepasste und schonende Weise bewirtschaftet und bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten.“

Die beiden Naturschutzgebiete Höltigbaum und Stellmoorer Tunneltal sind unmittelbar benachbart und finden jenseits der Landesgrenze ihre Fortsetzung in den schleswig-holsteinischen Naturschutzgebieten Höltigbaum und Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal. Insgesamt steht hier eine zusammenhängende Fläche von 1.099 Hektar unter Naturschutz, davon 479 Hektar in Hamburg und 620 Hektar in Schleswig-Holstein. Alle vier Naturschutzgebiete sind außerdem NATURA 2000-Gebiete gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union.

Ziel von Pflege- und Entwicklungsplänen ist es, durch geeignete Maßnahmen den Zustand der Gebiete zu erhalten und zu verbessern. Dafür ist es notwendig, detailliert Ziele und Einzelmaßnahmen für jedes Gebiet individuell festzulegen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Naturschutzverbänden, die in Absprache mit der Naturschutzbehörde Pflegemaßnahmen koordinieren und durchführen. Pflege- und Entwicklungspläne werden mit einer zeitlichen Befristung aufgestellt, damit in regelmäßigen Abständen überprüft werden kann, ob die festgelegten Maßnahmen sinnvoll zum Erhalt von Flora und Fauna in den jeweiligen Gebieten beitragen, oder ob andere Maßnahmen ergriffen werden müssen.

„Rund 30 Prozent der Fläche Rahlstedts steht unter Natur- oder Landschaftsschutz. Die Naturschutzgebiete Stellmoorer Tunneltal und Höltigbaum sind die grünen Lungen unseres Stadtteils. Als erlebbare Erholungsgebiete des Stadtteils müssen sie weiter gepflegt und entwickelt werden“, sagt der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter, der Mitglied im Umweltausschuss der Bürgerschaft ist, und ergänzt: „Damit werden auch die gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Kommission erfüllt, nach der sogenannte NATURA 2000-Schutzgebiete zeitnah an europäisches Naturschutzrecht anzupassen sind.“

2010 hatte der Landesrechnungshof darauf hingewiesen, dass Pflege- und Entwicklungspläne für diejenigen Naturschutzgebiete, für die bislang keine bestehen, aufgestellt und bereits bestehende Pläne überarbeitet werden müssen. Die damalige Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) hat nach dem Regierungswechsel im Jahre 2011 auf diese Forderung des Rechnungshofs reagiert. Für die Naturschutzgebiete Höltigbaum und Stellmoorer Tunneltal wurde der Pflege- und Entwicklungsplan nun fertiggestellt. Für das dritte Rahlstedter Naturschutzgebiet, das Stapelfelder Moor, wurde ein Pflege- und Entwicklungsplan bereits im Jahre 1999 aufgestellt.