Die Bauarbeiten zum barrierefreien Umbau der U-Bahn-Haltestelle Meiendorfer Weg sollen im nächsten Jahr beginnen. Geplant ist, einen Aufzug in die vorhandene Treppenanlage zu integrieren. Außerdem beinhaltet der barrierefreie Umbau die Teilerhöhung des Bahnsteigs und die Ausstattung mit Orientierungshilfen für sehbehinderte Menschen. Die Kosten werden inklusive eines Aufschlags für noch bestehende Unsicherheiten auf rund 1,6 Mio. Euro geschätzt.

Der Senat teilte kürzlich weitere Details zum aktuellen Stand der Planung mit: Danach soll im Januar 2016 mit der Entwurfsplanung für den barrierefreien Umbau begonnen werden, nachdem zuvor die Grundlagenermittlung und Vorentwurfsplanung abgeschlossen worden waren. Im Herbst 2016 soll das Genehmigungsverfahren beginnen und Anfang 2017 abgeschlossen werden. Die Bauarbeiten können dann in 2017 starten und werden voraussichtlich 2018 abgeschlossen sein.

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie waren zuvor drei verschiedene Varianten untersucht worden:

  • Variante 1: Durchbruch der Schwerlastwand gegenüber der vorhandenen Treppe, Herstellung des Aufzuges hinter der Schwerlastwand im Bereich des bestehenden Brückenwiderlagers, Anbindung des Bahnsteiges über eine Steganlage im Bereich der vorhandenen Treppe
  • Variante 2: Reduzierung der vorhandenen Treppe und Integration eines Aufzuges
  • Variante 3: Barrierefreie Erschließung über einen Tunnelstich zwischen P+R-Parkhaus und Haltestelle und Schaffung eines zweiten Haltestellenzuganges ohne feste Treppe

Bei der anschließenden Variantenbewertung hat sich die Variante 2 als Vorzugsvariante durchgesetzt. Der Bauaufwand ist in dieser Variante am geringsten. Zwar verringert sich die Breite der vorhandenen Treppenanlage in diesem Fall von derzeit 3,48 Meter auf dann 1,80 Meter. Fahrgastzählungen und eine Simulation der Fußgängerströme auf dem Bahnsteig und in der Treppenanlage hatten aber ergeben, dass eine Einengung der vorhandenen Treppenanlage zugunsten eines Aufzugs hier betrieblich verträglich ist.

Der barrierefreie Umbau der U-Bahn-Haltestelle Meiendorfer Weg ist Bestandteil der Stufe 2 des von Senat und Hochbahn 2011 aufgestellten „Beschleunigungsprogramms Barrierefreiheit“. In der Stufe 1 des Programms wurden bis Ende 2015 bereits 18 Hamburger U-Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut, so dass mittlerweile 56 Haltestellen barrierefrei zugänglich sind. Im letzten Jahr wurden der barrierefreie Umbau der Haltestellen Berne, Hallerstraße, Legienstraße, Mundsburg, Ochsenzoll und Rauhes Haus fertiggestellt, die Haltestellen Klosterstern und Stephansplatz folgen im Laufe dieses Jahres.

Zuvor war im Durchschnitt nur eine Haltestelle pro Jahr barrierefrei umgebaut worden. Das große Lift-Programm für Hamburg fußt auf der politischen Zielsetzung des Senats, das Hamburger U-Bahn-Netz zu Beginn des kommenden Jahrzehnts komplett barrierefrei ausgebaut zu haben, und erfüllt damit den Auftrag aus der UN-Behindertenrechtskonvention, die 2008 in Kraft getreten ist. 2016 beginnt deshalb die Stufe 2 des großen Lift-Programms, die auch die U-Bahn-Haltestelle Meiendorfer Weg beinhaltet. Der Umbau-Zeitplan für die nächsten drei Jahre steht bereits, die Maßnahmen der folgenden Jahre sind aktuell in der Planung.

Von dem barrierefreien Umbau der Haltestelle Meiendorfer Weg werden viele Menschen profitieren, auch solche, die z.B. nur vorübergehend gehbehindert sind, die mit Kinderwagen oder mit schwerem Gepäck unterwegs sind oder aber die ein Fahrrad in der Bahn mitnehmen wollen. Zwar liegt die Haltestelle Meiendorfer Weg im Stadtteil Volksdorf, doch hat sie insbesondere für den benachbarten Rahlstedter Ortsteil Meiendorf große Bedeutung: Die MetroBus-Linie 24 erschließt weite Teile Meiendorfs und verbindet sie mit der U-Bahn-Haltestelle Meiendorfer Weg.