Gut 30 Rahlstedterinnen und Rahlstedter kamen am 26. November 2019 im ALLEGRO Kultur Raum Rahlstedt zusammen, um mit dem Rahlstedter Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter und Michael Heidrich von der Hochbahn AG über die Mobilitätswende vor Ort zu diskutieren. 

Einleitend sagte Buschhüter, dass sowohl aus Klimaschutz-, als auch aus Platzgründen der Anteil von umwelt- und klimafreundlichen Verkehrsmitteln, also Bahnen und Bussen, Fahrrad und zu Fuß, steigen muss. Gute Radwege seien wichtig, der Radverkehr habe seine Stärke aber vor allem auf kurzen und mittleren Distanzen, auf dem Weg zur Schule, in den Ortskern oder zum Bahnhof. Für längere Weg führe führe für die meisten an öffentlichen Verkehrsmitteln kein Weg vorbei. Die SPD strebe daher an, den Anteil von Bahnen und Bussen am Gesamtverkehrsaufkommen von 22 Prozent auf 30 Prozent zu steigern. Dafür müsse das Angebot massiv ausgebaut werden. Anschließend eröffnet er die Diskussion mit der Frage, was sich vor Ort verändern muss, damit die Mobilitätswende gelingt.

In der sehr freundlich und sachlich geführten Diskussion stellt sich heraus, dass die Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema sehr unterschiedliche Ansichten und Bedürfnisse haben. Zum einen werden sich sehr konkrete lokale Verbesserungen gewünscht, wie z.B. bessere Radwege in der Nähe von Schulen oder bestimmte Standorte von Bushaltestellen.

Ein anderer Teilnehmer fordert hingegen einen „großen Wurf“ und möchte gerade nicht über Details diskutieren. Buschhüter weist darauf hin, dass es an vielen Hauptstraßen bereits gelungen sei, die Radwege zu verbessern und jetzt die Bezirksstraßen mehr in den Fokus rücken müssen. Herr Heidrich von der Hochbahn AG nimmt beim Stichwort „großer Wurf“ den Faden auf und berichtet, dass die Stadt jedes Jahr 100 Millionen zusätzlich in Angebotsverbesserungen für die Mobilitätswende investiert, aber man auch darauf achten müsse, dass die Hochbahn „gesund“ wächst. Der Angebotsausbau erfordert ein Mehr an Fahrzeugen und Personal. Das gehe nur schrittweise, auch wenn die Stadt sich vorgenommen hat, jedes Jahr große Schritte zu machen.

Mit der neuen S-Bahn-Linie S4 nach Rahlstedt, mit deren Bau nächstes Jahr begonnen werden soll (Link zum Artikel), mit der neuen U-Bahn-Haltestelle Oldenfelde, die im Dezember in Betrieb geht (Link zum Artikel), mit neuen Buslinien und dichteren Takten (Link zum Artikel) wird der öffentliche Verkehr mit Bahnen und Bussen deutlich ausgebaut. Gleichzeitig werden Straßen, Geh- und Radwege saniert, um die Bedingungen für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern. E-Ladesäulen entstehen. Das Veloroutennetz wird ausgebaut. Diese Verbesserungen finden in der Diskussionsrunde breite Zustimmung.

Umstritten ist hingegen der Umgang mit privaten PKWs: Während die einen nicht auf das private PKW verzichten wollen, wünsche sich andere eine stärkere Einschränkung des privaten PKW-Verkehrs in Hamburg, zum Beispiel durch Preiserhöhungen beim Anwohnerparken. 

Buschhüter erläuterte die Position der Hamburger SPD, wonach sie die Mobilitätswende in Hamburg schaffen möchte, indem sie die Alternativen zum privaten PKW deutlich attraktiver macht. „Wir wollen den Autofahrern keine Daumenschrauben anlegen, sondern ihnen mit einem deutlich verbesserten Bahnen und Bussen ein Angebot machen, dem sie nicht widerstehen können. Und wer weiterhin Autofahren muss oder will, soll dies weiterhin tun können. In Zukunft dann mehr und mehr elektrisch. Wir stehen für einen echten Mobilitätsmix“, so Buschhüter. 

Nach guten zwei Stunden endete der sehr informative Abend in vorweihnachtlicher Atmosphäre mit einer großen Liste voller neuer Anregungen, aber auch mit vielen Verbesserungen, über die sich die Rahlstedterinnen und Rahlstedter schon jetzt freuen können.