Am 2. Februar war es wieder soweit:  Ich hatte zu meiner vierteljährlichen Bürgersprechstunde eingeladen. Diesmal fand sie im Stadtteilmuseum Rahlstedt in der Rahlstedter Straße 32a statt. Einmal monatlich laden die drei Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordneten zu Bürgersprechstunden ein und wechseln sich dabei ab. Die vier Rahlstedter Ortsteile kommen dabei reihum dran. Gesprächsthemen waren diesmal die alte Lackfabrik an der Wandse, der Neubau einer Fußgängerbrücke über die Wandse am Kundenzentrum, die Sanierung der Rahlstedter Straße sowie die S4 und die U5.

Neben 20 interessierten Bürgerinnen und Bürgern waren auch die Rahlstedter SPD-Bezirksabgeordneten Carmen Hansch, Michael Ludwig-Kircher und Marlies Riebe dabei. Nach einer kurzen Begrüßung stellte sich schnell heraus, dass eines der wichtigsten Themen in der Nachbarschaft der Stand bei der Planung zur alten Lackfabrik an der Wandse ist. Was passiert mit dem belasteten Grund? Entstehen dort Wohnungen oder eine Grünfläche? Wird der Boden saniert oder versiegelt? Das Grundstück der alten Lackfabrik ist seit der Insolvenz des Unternehmens im Jahre 2005 ungenutzt. Mittlerweile gibt es einen Projektentwickler, der sich dem Projekt angenommen hat, die Fabrikgebäude abzureißen, das Grundstück zu sanieren und dort plant Wohnungen zu errichten. Zum Zustand des Grundstücks lässt sich feststellen, dass nicht nur der Boden, sondern auch hier hier befindlichen Gebäude kontaminiert sind. Wie genau die Sanierung vonstatten gehen wird steht noch nicht fest, allerdings wird es sehr wahrscheinlich größtenteils auf einen Bodenaustausch hinauslaufen, da eine anschließende Bebauung mit Wohnungen ansonsten schwer vorstellbar ist. Als weitere Aspekte rund um die alte Lackfabrik wurden der Neubau der maroden Brücke Wandseredder und die Renaturierung der Wandse in diesem Bereich besprochen. Die Wandse soll durch eine längere Geröllgleite wieder für Fische durchgängig gemacht werden.

Anschließend wurde sich über den aktuellen Stand des Neubaus der vor einigen Jahren abgerissenen Fußgängerbrücke über die Wandse am Kundenzentrum Rahlstedt (ehemaliges Ortsamt) ausgetauscht. Herr Böttger konnte von den Bemühungen seitens des Bürgervereins Rahlstedt und über seinen heutigen Besuch beim Bezirksamt berichten. Die wasserrechtliche Erlaubnis/Baugenehmigung für einen Neubau der Brücke soll bald gefertigt werden. Die Planung des Architekten liegt vor. Es besteht die Absicht, hier eine neue Holzbrücke zu errichten. Eine Holzbrücke ist im Bau günstiger als eine Stahlbetonbrücke, allerdings bei höheren Unterhaltungskosten. Der Bürgerverein will sich um die Finanzierung kümmern, auch unter Nutzung eventueller Haushaltsreservierungen des Bezirks. Letzteres wird noch mal geprüft. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie die Planung vorangeht.

Für die Anwohner in Alt-Rahlstedt war auch die Sanierung der Rahlstedter Straße ein wichtiges Anliegen. Diese wird von allen begrüßt, da eine Sanierung seit langem nötig ist. Über den Stand der Planung konnte berichtet und auch die aktuelle Situation der Radfahrstreifen aufgeklärt werden. Wie es inzwischen bei vielen Sanierungen der Fall ist, wird auch hier in Zukunft  größtenteils ein separater Fahrstreifen auf der Fahrbahn nur für Fahrradfahrer zur Verfügung stehen. Aktuell ist dieser noch nicht vollständig angelegt, da erst im Zuge der Fortsetzung der Bauarbeiten in der nächsten Woche die Fahrbahn insgesamt verbreitert werden kann und dann der notwenige Platz für die Radfahrstreifen zur Verfügung steht. Die Buslinien 9 und 608 müssen während der Bauphase wieder über die Rahlstedter Bahnhofstraße umgeleitet werden. Die beiden Haltestellen Wilhelm-Grimm-Straße werden nach der Sanierung der Rahlstedter Straße barrierefrei sein.

Selbstverständlich wurde auch das Thema S4 thematisiert und über die Planungen berichtet. Die Planungen kommen voran und für den ersten Abschnitt soll in diesem Jahr der Planfeststellungsantrag gestellt werden. Es stand auch die Frage im Raum, ob mit dem Bau der neuen U5 nach Steilshoop/Bramfeld eine Erweiterung nach Rahlstedt angedacht sei. Eine Fortsetzung der neuen U5 über Bramfeld hinaus bis Farmsen oder gar Rahlstedt ist aktuell kein Thema. Ein Stück weit stellt sich diese Frage jedoch bei der Entscheidung, wie die (End-)Haltestelle in Bramfeld angelegt wird: Nur eine Lage der Haltestelle in Ost-West-Richtung ließe später sinnvoll eine Verlängerung der U-Bahn-Linie Richtung Farmsen zu. Eine solche Verlängerung dürfte jedoch nicht vor dem Jahre 2040 aktuell werden, wenn der gegenwärtig vorgesehene Verlauf der neuen U5 auf ganzer Länge realisiert ist. Daher ist es derzeit zu früh, in diese Richtung zu spekulieren.

Insgesamt war es eine sehr lebhafte und anregende Diskussion an diesem Abend. Ich bedanke mich auf diesem Wege noch einmal bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihre Teilnahme und freue mich schon jetzt auf die nächste Bürgersprechstunde in Rahlstedt. Vielleicht ist der eine oder andere durch diesen Bericht neugierig geworden…