Update vom 31. März 2021: Der behutsame Umbau der Rahlstedter Bahnhofstraße für die Veloroute 7 soll am 12. April 2021 beginnen. Das Bauende ist für Oktober 2021 angesetzt. Zwischen Amtsstraße und Wilhelm-Grimm-Straße wird die Einbahnstraße während der gesamten Bauzeit bestehen bleiben. Von Mitte April bis Anfang Juni 2021 wird zusätzlich der Abschnitt zwischen Wilhelm-Grimm-Straße und Scharbeutzer Straße zur Herstellung der Bushaltestellen voll gesperrt. Die MetroBus-Linie 26 wird soweit erforderlich über die Rahlstedter Straße umgeleitet und hält bei Bedarf zusätzlich an der Bushaltestelle “Wilhelm-Grimm-Straße”. Für die von den Straßenbauarbeiten betroffenen Anlieger wurde vom Bezirksamt Wandsbek eine Anliegerinformation herausgegeben, die hier heruntergeladen werden kann: https://www.hamburg.de/contentblob/14989176/1e538c2348c89f945f236378437e0ef6/data/pdf-rahlstedter-bahnhofstrasse-projekt-95-anliegerinfo.pdf


Bereits seit vielen Monaten wird in der Rahlstedter Bahnhofstraße zwischen Amtsstraße und Scharbeutzer Straße immer wieder gebaut. Dabei handelt sich bislang um Leitungsarbeiten. Wenn die aktuellen Bauarbeiten der Telekom voraussichtlich Ende März abgeschlossen sind, beginnen die eigentlichen Straßenbauarbeiten: Die Rahlstedter Bahnhofstraße wird dann für die Veloroute 7 behutsam umgebaut. Was genau ändert sich?

Die Rahlstedter Bahnhofstraße ist Bestandteil der in Bau befindlichen Veloroute 7 (City – St. Georg – Eilbek – Wandsbek-Markt – Jenfeld – Rahlstedt), die in Rahlstedt vom Ellerneck kommend durch die Rahlstedter Straße und die Rahlstedter Bahnhofstraße führen wird. Bei den Velorouten handelt es sich um ein ein stadtweites Netz von Radwegen, die attraktiv sowie sicher und zügig zu befahren sind: Zwölf sternförmig vom Rathausmarkt in die äußeren Stadtteile verlaufende Routen verbinden die Hamburger City mit den wichtigsten Zentren der Bezirke, und zwei Ringverbindungen erschließen die Wohngebiete der inneren und äußeren Stadt. Die Velorouten sollen im Alltagsverkehr bei jeder Witterung befahrbar und auch bei Dunkelheit sicher nutzbar sein und so die tägliche Fahrradnutzung in Hamburg erleichtern. Das Velorouten-Netz mit einer Gesamtlänge von etwa 280 Kilometern wird nach und nach ausgebaut und soll bis 2025 fertiggestellt sein.

Eine Kartenansicht der Veloroute 7 ist im Geoportal der Stadt verfügbar: https://geoportal-hamburg.de/geo-online/?layerIds=12883,12884,16101,19969,4859&visibility=true,true,true,true,true&transparency=0,0,0,0,0&center=571303.2470682075,5936256.66552366&zoomLevel=2

“Mit den Velorouten schafft Hamburg bis 2025 ein attraktives Radwegenetz für den Alltagsverkehr. Mit Umbau der Rahlstedter Bahnhofstraße wird in diesem Jahr ein weiteres Teilstück der von der Innenstadt nach Rahlstedt führenden Veloroute 7 realisiert. Nach und nach wächst so ein attraktives stadtweites Radwegenetz zusammen”, sagt der Rahlstedter Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter, der verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion ist.

Einzelheiten der Planung

Radverkehr

Aufgrund des beengten Straßenquerschnitts der Rahlstedter Bahnhofstraße in diesem Bereich haben sich die Planer nach einer umfangreichen Variantenabwägung für folgende Lösung entschieden:

Stadtauswärts verläuft die Veloroute 7 durch die gesamte Rahlstedter Bahnhofstraße. Im Abschnitt Scharbeutzer Straße bis Merowingerweg erhält die Rahlstedter Bahnhofstraße einen Schutzstreifen für den Radverkehr mit einer Regelbreite von 1,50 Meter, im anschließenden Abschnitt bis Amtsstraße erhält der Schutzstreifen eine Breite von 1,80 Meter. Am Knotenpunkt Rahlstedter Bahnhofstraße/Amtsstraße wird der Radverkehr gemäß Veloroutennetz auf einer separaten Geradeaus- und Linksabbiegespur in die Fußgängerzone bzw. Richtung Unterführung geführt. Vor der Linksabbiegespur des Kfz-Verkehrs wird ein aufgeweiteter Radaufstellstreifen dem Radverkehr ein sicheres Abbiegen ermöglichen. 

Stadteinwärts erhält die Rahlstedter Bahnhofstraße zwischen Amtsstraße und Merowingerweg Wilhelm-Grimm-Straße ebenfalls einen Schutzstreifen für den Radverkehr, und zwar in einer Breite von 1,80 Meter. Im weiteren Verlauf wird die Veloroute dann aber über die Wilhelm-Grimm-Straße zur Rahlstedter Straße geführt, wo sie an den vorhandenen Radfahrstreifen anschließt. Radfahrerinnen und Radfahrer, die in Richtung Scharbeutzer Straße unterwegs sind und der Veloroutenführung über die Wilhelm-Grimm-Straße nicht folgen, werden wie bisher im Mischverkehr geführt. Um das Abbiegen für den Radverkehr von der Rahlstedter Bahnhofstraße in die Wilhelm-Grimm-Straße zu erleichtern, wird eine Linksabbiegespur für alle Fahrzeuge vorgesehen, die es ermöglicht, als Linksabbieger den Gegenverkehr passieren zu lassen, ohne den nachfolgenden Verkehr in Richtung Scharbeutzer Straße zu behindern. 

Für den ruhenden Radverkehr sind insgesamt 35 Fahrradbügel vorgesehen. Somit sind 70 Abstellmöglichkeiten vorhanden. Alle Abstellmöglichkeiten befinden sich in unmittelbarer Nä-he zu den Geschäften und Einrichtungen des öffentlichen Lebens. 

Gehwege und Barrierefreiheit

Im Abschnitt zwischen Scharbeutzer Straße und Wilhelm-Grimm-Straße verbleibt die Situation für die Fußgänger so, wie sie gegenwärtig vorzufinden ist. Im Abschnitt zwischen Wilhelm-Grimm-Straße und Amtsstraße wird der Gehweg auf der östlichen Seite fast durchgängig mindestens in der Regelbreite von 2,65 m hergestellt. Auf der westlichen Seite beträgt die Gehwegbreite in der Regel mehr als 2,65 m. 

Sowohl an den gesicherten als auch den ungesicherten Überwegen werden taktile Leitelemente eingebaut. Sämtliche Querungen werden als getrennte Querungen ausgeführt: Die Bordsteine werden an den Querungen auf 0 cm (für mobilitätseingeschränkte Menschen) und 6 cm (für sehbehinderte Menschen) abgesenkt. Die Einmündungen Wilhelm-Grimm-Straße, Merowingerweg und Apostelweg werden als ungesicherte Querung ausgeführt. Die Querung parallel zur Amtsstraße wird durch eine Fußgängerfurt gesichert.  

Bushaltestelle Liliencronpark

Die beiden Bushaltestellen „Liliencronpark“ werden in beiden Fahrtrichtungen an neuer Stelle barrierefrei ausgebaut. In Richtung U Farmsen entsteht die neue Bushaltestelle vor Hausnummer 44, ca. 55 Meter vom bisherigen Standort entfernt und damit zukünftig in Sichtweite des neuen Hallen- und Freibads Rahlstedt. In Richtung Bf. Rahlstedt wird die Bushaltestelle zukünftig vor Hausnummer 67 liegen, 35 Meter vom bisherigen Standort entfernt. Die Bushaltestellen erhalten auf einer Länge von 25 Metern ein für den barrierefreien Ein- und Ausstieg ausreichend hohes Bussonderbord, so dass hier später optional auch bis zu 25 Meter lange Busse halten können. An den neuen Standorten der beiden Bushaltestellen können Konflikte mit den angrenzenden Grundstückszufahrten ausgeschlossen bzw. minimiert werden. Im Bereich der Bushaltestelle wird eine Betonfahrbahn eingebaut.

Parken

Im hier betroffenen Abschnitt wird es zukünftig 21 statt bislang 24 Parkstände geben. Die drei Parkstände vor den Hausnummern 28 und 30 entfallen. Die 21 Schrägparkstände vor den Hausnummern 18 bis 24 werden neugebaut, bleiben in ihrer Anzahl aber erhalten. Zwei dieser Parkstände werden für mobilitätseingeschränkte Personen ausgebaut und reserviert. 

Bäume

Für den Umbau der Rahlstedter Bahnhofstraße mussten siebe Bäume gefällt werden, die allesamt vor Ort durch Neupflanzungen ersetzt werden. Vier Bäume werden vor den Hausnummern 43 bis 49 neu gepflanzt, drei Bäume zwischen den Parkständen vor den Hausnummern 20 und 22.

Bereits im Sommer 2019 mussten drei Bäume vor den Hausnummern 32, 34 und 36 gefällt werden. Hintergrund hierfür war, dass im Mai 2018 vom Bezirksamt festgestellt wurde, dass diese Bäume durch einen Baumfrevler am Stammfuß angebohrt und eine unbekannte Substanz in die Bäume eingeleitet worden ist. Die Bäume zeigten zu diesem Zeitpunkt bereits massive Vitalitätseinbußen. Das Bezirksamt stellte Strafanzeige, die Umweltschutzpolizei ermittelte, jedoch erfolglos. Das Bezirksamt stufte die Bäume zunächst als nach wie vor standsicher ein und entschied, den Austrieb in 2019 abzuwarten, ob baumpflegerische Maßnahmen den Aufwand lohnen. Die Baumkontrolle in 2019 ergab jedoch, dass ein Baum bereits abgestorben war, zwei Bäume nur zu 10 % ausgetrieben, so dass eine Sofortfällung notwendig wurde. Für zwei Bäume wurden in diesem Jahr Neupflanzungen vorbereitet, der dritte Baum wird aufgrund des Vetorouten-Ausbaus an anderer Stelle in der Rahlstedter Bahnhofstraße ersetzt.

Umfang der Straßenbauarbeiten

Die Fahrbahn des Abschnitts zwischen Scharbeutzer Straße und Wilhelm-Grimm-Straße wird nicht erneuert, da sie in einem relativ guten Zustand ist. Hier werden nur die Fahrbahnmarkierungen geändert. Der Abschnitt zwischen Wilhelm-Grimm-Straße und Amtsstraße wird aufgrund der geplanten Neuaufteilung des Straßenraums von Grund auf erneuert.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich etwa sechs Monate dauern. Die MetroBus-Linie 26 wird in Abhängigkeit von den Bauarbeiten über die Rahlstedter Straße umgeleitet.

Weitere Informationen

Die Planung wurde bereits am 25. Oktober 2018 im damaligen Wirtschafts- und Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek vorgestellt. Die Planungsunterlagen können hier heruntergeladen werden: https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1009129

Informationen zur Veloroute 7 gibt es hier: https://www.hamburg.de/fahrradfahren-in-hamburg/426718/veloroute-7/


Dieser Beitrag erschien erstmals am 8. März 2021 und wurde am 31. März 2021 nach einer Pressemitteilung des Bezirksamts Wandsbek aktualisiert.