Die Hamburger Energienetze GmbH plant den Neubau eines Umspannwerks im Rahlstedter Gewerbegebiet Victoriapark. Anlass ist die steigende Leistungsnachfrage durch energieintensive Unternehmen, die sich im neuen Gewerbegebiet ansiedeln. Gleichzeitig war ein zusätzliches Umspannwerk für die Region Rahlstedt bereits unabhängig von den aktuellen Gewerbeansiedlungen Bestandteil des Netzausbauplans. Mit dem Vorhaben soll die Stromversorgung am östlichen Stadtrand langfristig gesichert und an die wachsenden Anforderungen angepasst werden. Dies erfuhr der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage an den Senat.
Das neue Umspannwerk wird zunächst vor allem die Gewerbegebiete am östlichen Stadtrand versorgen. Im Zuge der vorgesehenen Neustrukturierung des Stromnetzes sollen darüber hinaus auch angrenzende Wohngebiete an das neue Umspannwerk angebunden werden. In der ersten Ausbaustufe ist eine gesicherte Anschlussleistung von 63 Megavoltampere (MVA) vorgesehen. „Mit dem neuen Umspannwerk entsteht eine leistungsfähige Infrastruktur, mit der sowohl der bestehenden Bedarf als auch die weitere Entwicklung der Region berücksichtigen werden“, sagt Buschhüter.
Für die Standortsuche wurden rund zehn Flurstücke in den Gemarkungen Oldenfelde und Neu-Rahlstedt auf ihre Eignung untersucht. Mehrere Flächen mussten aufgrund verschiedener Kriterien ausgeschlossen werden. Dazu gehörten unter anderem eine zu geringe Grundstücksgröße, fehlende Voraussetzungen für Schwerlasttransporte, eine ungünstige Lage innerhalb des künftigen Netzgebiets sowie Nutzungskonflikte mit Planungen Dritter. Der ausgewählte Standort des Umspannwerks befindet sich im Bereich des Gewerbegebiets Victoriapark.
Für das Projekt liegt bereits ein positiver Bauvorbescheid für ein benachbartes Flurstück vor. Der Bauantrag für das ausgewählte Flurstück soll noch dieses Jahr ohne neues Vorbescheidsverfahren eingereicht werden, da sich die beiden Flurstücke sehr ähneln. Die Hamburger Energienetze GmbH befindet sich dazu im Austausch mit dem zuständigen Bezirksamt.
Nach dem notwendigen Genehmigungs- und Vergabeverfahren soll direkt anschließend zwischen 2028 und 2033 gebaut werden. Die Inbetriebnahme des neuen Umspannwerks ist derzeit für Ende 2033 geplant. Dabei umfasst das Vorhaben neben dem eigentlichen Umspannwerk auch eine dazugehörige Schaltanlage, wodurch sich sowohl das Bauvolumen als auch die technische Komplexität des Vorhabens erhöhen. „Der lange Zeitraum bis zur geplanten Inbetriebnahme Ende 2033 lässt aufhorchen: Wie kriegen wir es hin, dass solche Vorhaben zügiger realisiert werden können? Immerhin, so heißt es, braucht allein Hamburg in den nächsten Jahren 17 zusätzliche Umspannwerke, um den steigenden Energiebedarf abdecken zu können“, sagt Buschhüter.
Insgesamt zeigt sich, dass der Neubau des Umspannwerks ein wichtiger Baustein für die zukünftige Energieversorgung in Rahlstedt ist. Gerade mit Blick auf die Entwicklung des Victoriaparks und die Ansiedlung leistungsintensiver Unternehmen kommt einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur eine zentrale Bedeutung zu.
Schriftliche Kleine Anfrage „Neubau eines Umspannwerks im Stadtteil Rahlstedt“ und Antwort des Senats vom 28. August 2026 (Drucksache 23/5079): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/104951/23_05079_neubau_eines_umspannwerks_im_stadtteil_rahlstedt
Bei den Worten „…Ansiedlung leistungsintensiver Unternehmen“ wird man sofort hellhörig
und weiss einen Gedanken weiter – ja, KI, die unsere Welt soviel glücklicher und besser macht und kommenden Generationen unter anderem Wasserknappheit beschert…
Der nächste Schritt ist klar: eine Bürgerinitiative und Bürgerbegehren!
Die „leistungsintensiven Unternehmen“, die sich bislang dort angesiedelt haben, sind ein Rechenzentrum, das u.a. von gesetzlichen Krankenkassen genutzt wird, und eine Fabrik, die Komponenten für die Wasserstoff-Elektrolyse herstellt. Eine sichere Energieversorgung wird auch für Wärmepumpen und Elektroautos gebraucht, die mehr Leistung im Stromnetz erfordern, um zwei Beispiele zu nennen.