Insgesamt gibt es rund 4.900 Bushaltestellen im HVV, davon rund 2.000 in Hamburg. Wie genau liegen die Bushaltestellen? Und vor allem: Wie sind sie ausgestattet? Das wollte der HVV ganz genau wissen und hat eine sogenannte Vollerhebung aller Bushaltestellen durchführen lassen. Erfasst wurden unter anderem die Ausbauform (Busbucht oder Halt am Fahrbahnrand), Fläche, Fahrgastinformation, Ausstattung, Sitzgelegenheiten, Müllbehälter und Beleuchtung. Das erfuhr der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage an den Senat. Doch wozu das Ganze?
Die Vollerhebung erfolgte von Juli 2022 bis Ende April 2023 und wird seitdem von der Verkehrsbehörde ausgewertet. Die Daten zu den Bushaltestellen dienen als Planungsgrundlage und für das Monitoring für den weiteren Ausbau der Barrierefreiheit. Die Daten sollen es außerdem erlauben, Fahrplanauskünfte für barrierefreie Routen geben zu können.
Zudem erarbeitet die Verkehrsbehörde mit den beteiligten Stakeholdern ein abgestimmtes Arbeitsprogramm für den Ausbau der Businfrastruktur – inklusive des barrierefreien Ausbaus -, um zielgerichtete Fortschritte zu erzielen. Dabei geht es auch darum, den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen zukünftig schneller und einfacher realisieren zu können. In ihrem Koalitionsvertrag für die Wahlperiode 2025 bis 2030 hatten SPD und Grüne im Mai vereinbart, immer mehr Bushaltestellen barrierefrei ausbauen sowie den Fußverkehr noch stärker mit dem ÖPNV verzahnen und dafür insbesondere das Umfeld von Haltestellen attraktiver gestalten zu wollen.
Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion Hamburg: „Der Hamburg-Takt ist ein zentraler Baustein der Mobilitätswende in Hamburg, um mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf umweltfreundliche Alternativen zu bewegen. Dieses Ziel wollen wir durch den Ausbau des U- und S-Bahn-Netzes, neue Buslinien und dichtere Takte sowie durch die Integration von vernetzten und autonomen On-Demand-Mobilitätslösungen erreichen. Es geht darum, den HVV qualitativ auf ein neues Niveau zu heben. Und dazu zählen eben auch die Bushaltestellen, die höheren Qualitätsansprüchen genügen müssen: Die Busse müssen gut an die Haltestelle, den Bordstein heranfahren können, um den barrierefreien Einstieg zu ermöglichen. Das ist für Menschen im Rollstuhl, Eltern mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollator wichtig. Weiter ist auch die Anzahl der Sitzplätze in Fahrgastunterständen für viele ein entscheidendes Kriterium für die Fahrt mit dem Bus, um bei Wind und Wetter geschützt Platz nehmen zu können. Andere legen ein größeres Augenmerk auf die Transparenz und Helligkeit der Haltestelle, damit man sich auch in den Abendstunden sicher fühlt. Wiederum anderen Fahrgästen ist die aktuelle Fahrgastinformationen wichtig, um zu wissen wann der nächste Bus fährt.“
Schriftliche Kleine Anfrage „Auf dem Weg zum Hamburg-Takt: Vollerhebung der Bushaltestellen“ und Antwort des Senats vom 20. Mai 2025 (Drucksache 23/377): https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/90994/23_00377_auf_dem_weg_zum_hamburg_takt_vollerhebung_der_bushaltestellen
Hallo! 🙂
Kann man eigentlich irgendwo eine Art „Antrag auf errichten einer Bushaltestelle“ stellen?
Liebe Grüße
Meinen Sie eine neue Bushaltestelle oder einen Fahrgastunterstand an einer bestehenden Bushaltestelle? Melden Sie sich gerne bei mir.
Moin Herr Buschhüter!
Wie sieht es mit Fahrgastunterständen für die Linie X27 entlang der Bargteheider Straße/Stein-Hardenberg-Straße aus?
Gibt es dazu mittlerweile konkrete(re) Planungen seitens der Hochbahn bzw. Wall bzw. des Bezirks?
Besten Dank für Ihre Antwort im voraus sowie freundliche Grüße
S.K.
Vielen Dank für die berechtigte Nachfrage. Im Rahmen des sogenannten Bauprogramms werden jedes Jahr weitere Haltestellen mit einem Fahrgastunterstand ausgestattet, um einen Wetterschutz sowie einen größeren Aufenthaltskomfort zu bieten und einen Beitrag zur Barrierefreiheit zu leisten. Aufgrund begrenzter Kapazitäten erfolgt eine Priorisierung der Aufstellwünsche.
Mancherorts scheitert das Aufstellen eines Fahrgastunterstands an unzureichenden Platzverhältnissen oder an im Untergrund verlaufende Leitungen oder an der Wurzellage umliegender Straßenbäume, da die Fahrgastunterstände mit einem Fundament eingebracht werden.
Im Falle von Bushaltestellen mit besonders geringen Einsteigerzahlen (weniger als 100 Einsteigerinnen und Einsteiger pro Tag) wird eine besondere Bedarfsprüfung durchgeführt.
Sinnvoll ist die Aufstellung eines Fahrgastunterstands nur dort, wo die Bushaltestellen bereits endgültig hergestellt sind. Soweit es sich nur um Provisorium handelt, sollte ein Fahrgastunterstand erst im Rahmen des anstehenden Umbaus erfolgen.
Ich werde mich in Bezug auf die neuen Haltestellen der Linie X27 erkundigen.
Gehört vielleicht nicht direkt zum Thema aber der neue HVV-Fahrplan, der mal wieder mitten im Jahr erneuert wurde, ist echt eine Frechheit. Vor ein paar Jahren wurde die Abfahrzeit des 24ers vom Wildschwanbrook Richtung Rahlstedt schon von 6:48 Uhr auf 6:55 Uhr nach hinten verschoben und jetzt fährt der Bus sogar erst 6:57 Uhr!!! Dazu hat er nun scheinbar auch noch eine vorgeschriebene Stehzeit von drei Minuten (!!!) an der Saseler Straße. Das bedeutet, dass ich jetzt mal eben 5 Minuten auf meiner Fahrt verliere (noch mehr, wenn der Bus wie üblich unpünktlich ist) und nun jeden Morgen meinen Anschlussbus in Rahlstedt verpasse. Alternativ müsste ich eine Viertelstunde früher aufstehen, weil der vorige Bus um 6:43 Uhr schon fährt. Wer denkt sich beim HVV so einen Mist aus? Vor allem die überflüssigen langen Stehzeiten an manchen Haltestellen sind echt das Letzte!! Und nachmittags fährt er von Rahlstedt nun auch noch zwei Minuten früher ab, obwohl vor kurzem schon von Abfahrzeiten auf 6 auf Abfahrzeiten auf 4 umgestellt wurde. Jetzt fährt er sogar schon auf 2. Anschluss ade. Ich denke, ich werde damit mein Abo kündigen und wieder aufs Auto umsteigen. Kundenfreundlichkeit geht für mich anders. Und ja, ich weiß, dass die Zeiten für andere Leute besser so sind, aber was interessiert mich das? Für mich wird das Angebot seit Jahren immer nur schlechter.
Ich bedaure, dass Sie das so sehen. Ich vermute, dass die geänderten Abfahrtszeiten mit Baustellen auf dem Linienweg zusammenhängen, die längere Fahrzeiten erfordern, um weniger Verspätungen einzufahren. Die Notwendigkeit längerer Fahrzeiten kann man nicht immer perfekt vorhersehen, so dass es vorkommt, dass ein Bus eine Haltestelle zu früh erreicht und dort dann bis zur fahrplanmäßigen Abfahrtszeit warten muss. Denn zu frühe Abfahrten sind für Fahrgäste wie Ausfälle. Wenn Sie mit der ursprünglichen Abfahrtszeit um 6:48 Uhr zufrieden waren, dann sind es jetzt nur 5 Minuten, die Ihr Bus, mit dem Sie den Anschluss in Rahlstedt erreichen, früher abfährt. Sobald die längeren Fahrzeiten nicht mehr benötigt werden, wird die HOCHBAHN den Fahrplan wieder anpassen.
Was an vielen Bushaltestellen ein Problem ist, ist die starke Vermüllung mit Bierdosen, Verpackungen und Zigarettenstummeln. Zumindest in Hamburg Ost. Haben die Leute keinen Anstand, dass sie ihren Müll an Bushaltestellen direkt auf den Gehweg werfen?
Das stimme ich Ihnen völlig zu. Die Verhüllung im Umfeld von Bushaltestellen ist auch völlig unnötig, denn es gibt ja praktisch an jeder auch einen Mülleimer. Die Bierdosen haben immerhin den Vorteil, dass sie früher oder später von Pfandjägern eingesammelt werden.
Hallo Herr Buschhüter,
gibt es eventuell auch einen Zusammenhang zwischen der Erhebung der Daten und dem Auslaufen der Außenwerbevetrage in Hamburg Ende 2026, die ja mit den Fahrgastunterständen gekoppelt sind.
Denn es steht doch die Frage im Raum: Was passiert mit den Fahrgastunterständen wenn es nach 2026 einen neuen Vertragspartner gIbt.
Mit freundlichen Grüßen
Holger Behrens
Nein, die Erhebung steht damit nicht im Zusammenhang, zumal es mehr Bushaltestellen ohne Fahrgastunterstand geben dürfte als mit und die Erhebung ja auch den ganzen HVV umfasst und nicht nur Hamburg. Unser Ziel sind mehr Fahrgastunterstände in Hamburg. Das wird auch Gegenstand der Neuausschreibung der Werberechtsverträge sein. Ich bin mir sicher, dass es auch im Falle des Wechsels des Auftragsnehmers eine gute und sinnvolle Lösung zum Umgang mit den vorhandenen Fahrgastunterständen geben wird. In jedem Fall sind wir gut damit gefahren, Bau und Betrieb der Fahrgastunterstände in private Hand zu geben. Eine Lösung unter städtischer Regie hätte gewiss nicht das hohe Qualitätsniveau erreicht und gehalten, wie wir es hier seit vielen Jahren gewohnt sind.